Wild auf Bienen, wild auf Blumen NATURSCHUTZKURS

Wildbienen brauchen ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume, die ihnen Nahrung, Baumaterial und Nistraum bieten - und das alles auf möglichst engem Raum. Aber was heißt das jetzt konkret?
Genau das konnte man beim Naturschutzkurs am 25. Mai in Salzburg von Experten und Praktikern erfahren: Wie leben Wildbienen und was genau brauchen sie? Wie sehen optimale Lebensräume für Hummeln & Co aus und wie können sie geschaffen werden? Was sind „gute“ Nisthilfen und was können sie leisten? Und vor allem: Wie können Parks, Gärten, und Straßenränder attraktiv für Bienen & Co. gestaltet werden?
Fast 100 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und waren bei der "Fortbildung für Naturschützer" dabei, haben mitdiskutiert und sich Rüstzeug für den Schutz von Wildbienen mit nach Hause genommen.

Fachvorträge
Nach der Vorstellung der Naturschutzbund Initiative „Wild auf Bienen“ haben Fachleute am Vormittag die Grundlagen des Wildbienenschutzes und die Bedeutung regionaler Wildblumenvielfalt vorgestellt. Auch was es für die erfolgreiche Schaffung von Lebensräumen „vor der Haustür“ brauchr und wem welche Nisthilfen helfen, wurde erläutert.

Praxisbeispiele
Der darauffolgende Praxisblock zeigte gute Beispiele aus ganz Österreich und gab Einblicke in konkrete Schutzbemühungen und Projekte.

Publikumsrat
Bei der abschließenden Fragestunde standen die Referenten den Teilnehmern mit ihrer Expertise und Erfahrung zur Verfügung. Vor allem zu folgenden Fragen haben die  Teilnehmer intensiv diskutiert und sich eingebracht:

Sinn und Unsinn von Nisthilfen:  Wildbienen“hotels“ im Handel sind oft schlecht oder falsch gemacht. „Gute“ Insektennisthilfen haben vor allem einen pädagogischen Wert. Sie helfen aber nur einem Bruchteil unserer Bienenarten und nur, wenn es in der Umgebung auch ein entsprechendes Blütenangebot gibt. – So gesehen können sie auch ein Indiz für die Wildbienenfreundlichkeit der umgeben Landschaft sein...
Tipp: Nisthilfenbuch von Werner David, erschienen im Pala-Verlag

Optimales Saatgut und dessen Verfügbarkeit:
Am wichtigsten ist es, standortgerechte, heimische Pflanzen zu verwenden. Optimalerweise stammen die Samen aus der Region, noch besser aus der näheren Umgebung. Auch das Samen-Sammeln auf bunt blühenden Wildblumenwiesen ist eine gute Möglichkeit, regionale Vielfalt zu fördern. Saatgut „von der Stange“ aus dem Gartencenter oder Supermarkt hilft leider oft nur dem Handel und dem Gewissen, aber nicht den bedrohten Blütenbesuchern…
Tipp: Rewisa Netzwerk: Regio-Pflanzen- und -Saatgut Produzenten

Worauf kommt es an beim Anlegen von Blumenwiesen?
Geduld, Geduld, Geduld… ist die Hauptbotschaft. Mehrjährige Blumen haben den größten und dauerhaftesten Wert für Wildbienen, manche blühen erst im dritten Jahr, andere brauchen Frost zum Keinen: eine neu angesäte Wiese kann also im ersten Jahr gar nicht attraktiv sein. Abhilfe schafft hier das Beimischen von einjährigen Arten in die Samenmischung. Mischungen nur aus Einjährigen sind zu vermeiden.
Bei der „Wiesenumwandlung“ ist es wichtig, nährstoffreiche, dicht bewachsene Rasensonde abzutragen. Nur auf einem geeigneten Saatbett haben die Samen eine Chance aufzukommen. Viele sind Lichtkeimer  - das Saatgut also nur oberflächlich aufbringen und andrücken.  Bei mageren Standorten hilft es auch, den Boden streifenweise abzuziehen und einzusäen und oder einzelne vorgezogene Pflanzen zu setzen.  Und: Auch Blumensamen auf einem Maulwurfshügel können der Beginn einer Wildblumenwiese sein.

Wie kann man Wildbienen am besten helfen?
Bienen brauchen Nahrung und Nistmöglichkeiten. Sie profitieren von offenen Bodenstelle und Totholz und brauchen blütenreichen, kleinstrukturierten „magere“ Standorte mit einem reichen Blütenangebot über die ganze Vegetationsperiode. Am besten hilft man ihnen durch die Erhaltung ihrer natürlichen Lebensräume. Aber auch Balkon und im Garten kann man heimische Wildpflanzen und Strukturen bienenfreundlich gestalten…
Tipp:  Naturschutzbund-Folder „Wild auf Bienen“

Der Naturschutzkurs fand im Rahmen des NATUR VERBINDET-Schwerpunkts „Wild auf Bienen“  statt, bei dem der | naturschutzbund | bedrohten Insekten helfen und zum Wildbienenschutz motivieren will.

Kurzfassungen der Referate zum Nachlesen

Wir sind „Wild auf Bienen“

Was Wildbienen zum (Über-) Leben brauchen

Regiosaatgut: Warum & woher?

Wie man Wildblumenwiesen und bunte Säume schafft

Welche Nisthilfen warum (nicht) funktionieren

Lebensraumgestaltung für Wildbienen

Die Aktion Wildblumen geht weiter...

Wegränder als Insekten-Hotspots erhalten und gestalten

Sbg. Aktionsplan „Rettet die Bienen“

Blühendes und summendes Wipptal

Hummeln bestimmen & erkennen auf ww.naturbeobachtung.at

Die Rostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019

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