Was bisher geschah

Der Naturschutzbund setzt sich gemeinsam mit vielen Partnern dafür ein, dass die Wildkatze (Felis silvestris) bei uns dauerhaft eine Zukunft hat - auch mit Ihrer Hilfe! Es wurden bereits diverse Projekte zur Wildkatze durchgeführt. Lokale Bestandserhebungen im Nationalpark Thayatal, Biosphärenpark Wienerwald, in weiteren Regionen Niederösterreichs, in Oberösterreich, in Kärnten, der Steiermark und im Burgenland führten mancherorts zu keinen, andernorts jedoch zu immer weiteren Hin- und Nachweisen.

Bereits 2009 wurde sowohl die Wildkatzenkoordinations- und Meldestelle beim Naturschutzbund eingerichtet als auch die Plattform Wildkatze gegründet. Gründungsmitglieder der Plattform waren neben dem Naturschutzbund Österreich, dem Nationalpark Thayatal, den Österreichischen Bundesforste, dem Naturhistorischen Museum Wien, der Jagd Österreich und dem Alpenzoo Innsbruck mehrere weitere Wildkatzenexperten. Die Plattform dient seitdem als Expertengremium zum Thema Wildkatze in Österreich und unterstützt die Koordinations- und Meldestelle.

Laufend werden Artikel bzw. Fernsehbeiträge in verschiedenen Medien publiziert. 2010 wurde das Wildkatzenschutzprojekt in die Kampagne vielfaltleben integriert und in dessen Rahmen der Aktionsplan Wildkatze, ein Leitfaden zum Schutz der Wildkatze in Österreich, erstellt sowie ein Wildkatzenfolder erarbeitet. Ebenso wurden Hunde darauf trainiert, Wildkatzenkot zu erschnüffeln. Diese Aufgabe übernimmt der 2019 gegründete Verein Naturschutzhunde. Der Naturschutzbund Österreich ist Partner.

Um einerseits weitere Informationen über Wildkatzenvorkommen zur erhalten und auch die Akzeptanz bei Jägern, Förstern, Landwirten zu erhöhen, wurde ein Fragebogen samt Begleittext in den österreichischen Jagd- und Forstzeitschriften veröffentlicht. Auch die ASFINAG und die Straßenmeistereien in Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland, Kärnten und Steiermark unterstützten das Projekt und wurden mit Fragebögen versorgt. Alle eingehenden Wildkatzenhinweise wurden und werden gesammelt, überprüft, kategorisiert und in einer österreichweiten Wildkatzendatenbank archiviert.

Ende 2010 entstand die Broschüre „Aktiv für Wildkatzen“ (3. Überarbeitete Auflage 2025) mit Anleitungen zur wildkatzenfreundlichen Waldgestaltung (Hrsg. Österreichische Bundesforste und Naturschutzbund Österreich). Anhand der Broschüre sollen vor allem die Zielgruppe Forstleute, Landwirte und Jäger zur Mitwirkung eingeladen werden.

Im Jahr 2011 veranstaltete die Plattform Wildkatze erstmals eine öffentliche Jahresfachtagung im NHM in Wien zum Thema Wildkatzenforschung in Mitteleuropa. Die nächste Fachtagung fand 2019 (zum zehnjährigen Jubiläum der Plattform Wildkatze und der Koordinierungs- und Meldestelle) im Nationalpark Thayatal statt.

2016 und 2017 konnten wir wissenschaftliche Publikationen zum "Aktuellen Status der Wildkatze" veröffentlichen. Ein Meilenstein für Wildkatze, die in Österreich offiziell noch immer laut Roter Liste als ausgestorben oder verschollen gilt, ist natürlich der Nachweis von Nachwuchs in der Wachau aus dem Jahr 2021. Dadurch steigen die Chancen auf eine Änderung ihres Gefährdungsstatus und damit auf verbindliche Schutzmaßnahmen!

Von 2022 bis Ende 2025 lief das Naturschutzbund-Projekt „Netzwerk Wildkatze“, welches im Rahmen der Maßnahme 10 „Förderung der Biodiversität im Wald“ des Waldfonds vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert wurde und verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumvernetzung für die Wildkatze umgesetzt hat. Zeitgleich  hat das zweite Waldfonds-Projekt „Wald – Wildkatze – Wiederkehr“ vom Verein Felis sich der systematischen Erhebung von Wildkatzenvorkommen in Österreich gewidmet. 2025 wurde zum ersten Mal ein Treffen des europäischen Experten-Netzwerks EUROWILDCAT in Österreich abgehalten und vom Verein Felis organisiert.

Die Bemühungen zum Erreichen langfristig überlebensfähiger Wildkatzenpopulationen in Österreich hören damit gewiss nicht auf. Wir bleiben dran!

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