Länderübergreifendes Projekt des | naturschutzbund | Kärnten gemeinsam mit der Kärntner Jägerschaft Udine

SPF- Small Projekt Fund – Leader Projekt: Bär, Luchs, Wolf und Wildkatze, die Großraubtiere kehren wieder

Ein interessantes Projekt, das der Naturschutzbund Kärnten gemeinsam mit der Ktn. Jägerschaft und mit Italienischen Partnern in Cortina/Belluno und Tarvis/Udine durchführt, ist in diesem Jahr voll angelaufen.

© Robert Hofrichter
Die Auftaktveranstaltung fand vor großem Auditorium in Treffen bei Villach statt. Auftaktveranstaltung unserer Italienischen Partner war in Belluno/Italien in der Ortschaft Cortina am 23. und 24. September. Uns freut besonders der Ankauf zahlreicher Fotofallen und die Schulung der Jägerschaft in den Bezirken, Villach, Hermagor und Tarvis. 
 
Bär, Wolf, Luchs und Wildkatze, die in Kärnten, Friaul und Slowenien immer wieder auftauchen, bzw. schon heimisch sind sollen durch ein umfassendes Monitoring erfasst werden.  Diese vier Großraubtiere, welche in Kärnten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts heimisch waren, versuchen nach ihrer Ausrottung offenbar ihren angestammten Lebensraum wieder zu besiedeln.
 
 
Bären-Nachweise: Es haben sich mittlerweile etwa fünf bis sieben Braunbären (alles Männchen), die aus Slowenien zugewandert sind bei uns angesiedelt. Diese Tiere, die nach dem Jagdgesetz ganzjährig geschont sind, also nicht erlegt werden dürfen, bereiten momentan keine besonderen Schwierigkeiten, abgesehen von wenigen Rissen (Schafe, Kälber) und gelegentlicher Plünderung von Bienenstöcken. Das sind Schäden, die durch die Kärntner Jägerschaft abgegolten werden.
 
Luchs-Nachweise: Kommen immer wieder vor, insbesondere zu erkennen an ganz typischen Spuren im Schnee und ebenfalls an Rissen von Rehwild, selten Rotwild. Der Luchs scheint sich in Kärntnen nicht dauerhaft etabliert zu haben (kein Nachwuchs), es sind vorwiegend durchwandernde Individuen.
 
Wolf-Nachweise: Gab es im Jahr 2010 mehrere, unter anderem durch Fotofallen. Bauern beklagen in Oberkärnten zahlreiche Risse von Schafen, die aber auch von wildernden Hunden stammen könnten. Genaue Unterscheidungen sind mehr als kompliziert und ziemlich unsicher (Sicherheit gibt nur eine DNA-Analyse). Schadenersatz für Bauern kompliziert. Wölfe dürften in Zukunft die größten Probleme im Zusammenleben mit der bäuerlichen Bevölkerung bereiten.
 
Wildkatzen-Nachweise: Ein überfahrendes Exemplar einer Wildkatze auf der Südautobahn in Höhe Arnoldstein wurde genetisch eindeutig als Wildkatze charakterisiert. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass in Kärnten kleine Populationen dieser "Waldkatze" existieren. Gefahr: Verwechslung mit wildernden Hauskatzen und Erlegung durch Jäger, sowie Vermischung durch Kreuzung von Wildkatzen mit Hauskatern.
 
Durch dieses länderübergreifende Projekt soll durch Aufstellung von ca. 40 Fotofallen im Bereich der Karnischen Alpen eine Bestandserhebung aller vier Säugergruppen durchgeführt und paralell dazu die Bevölkerung für die Probleme, welche durch Großräuber auftreten können, sensibilisiert, aber auch aufgeklärt werden, um Konflikte bereits im Vorfeld aus zu räumen. Der Naturschutzbund wird sich logistisch und finanziell an diesem hochinteressanten länderübergreifenden Projekt beteiligen.
 
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