Tätigkeitsbericht 2019

Gemeinsam mit vielen Partnern konnte der Naturschutzbund auch im vergangenen Jahr wieder viel für Österreichs Natur bewirken. Unsere Erfolgsbilanz zeigt, was wir dank Ihrer Spende alles erreicht haben.

Gründe für die Natur

2019 konnte der Naturschutzbund mit Ihrer Hilfe 15 Flächen mit insgesamt 103.184 m2 retten. Neben dem Ankauf einer Waldschacher Hangwiese und Biberwiese Lafnitz (STMK), Wiesen in Lockenhaus, Streuobstwiese Klein-Csater-Berg und Waldpacht Wulkaprodersdorf (BGL), Wiesenpacht Wallersee (SBG), möchten wir Ihnen hier vier Flächen genauer vorstellen:

© Klaus Leidorf Land Salzburg

In der Oichtenriede im nördlichen Flachgau konnten wir einige Feuchtwiesen, eine basenreiche Magerwiese sowie einen kleinen Teil Wirtschaftsgrünland erwerben und als wertvolle Entwicklungsräume und Pufferflächen zum Schutzgebiet hin einrichten. Die ausgedehnte, mit Gehölzen durchsetzte Feuchtwiesenlandschaft bietet nun geeigneten Lebensraum für gefährdete Vogelarten Wachtelkönig, Kiebitz, Bekassine und Brachvogel.

© Alex Schmidt

Dank Ihrer Unterstützung konnten wir einer der letzten noch unberührten Moorwälder des nördlichen Waldviertels auf Dauer sichern. Eine botanische Besonderheit dieses mit Spirke und Rotföhre bewachsenen Hochmoores ist der weiß blühende und aromatisch duftende Sumpfporst, ein in nordischen Mooren wachsendes Heidekrautgewächs, das im Wald- und Mühlviertel seine südlichste Verbreitungsgrenze in Österreich hat und streng geschützt ist.

© Leopold Kanzler

Oberhalb des Ortes Draßmarkt im Mittleren Burgenland lebt im Auwald seit einigen Jahren eine große Biberfamilie, die durch ihre Dammbautätigkeiten das ganze Gelände mit Wasser überstaut hat. Einige Auwaldparzellen wurden dabei so vernässt, dass eine Bewirtschaftung des Waldes nur mehr sehr schwer möglich ist. Dank Ihrer Spende konnten wir dort nun der Biberfamilie sowie Amphibien, Vögel, Fledermäuse bis hin zu Reiher und Fischotter auf Dauer einen gesicherten Lebensraum bieten.

© Naturschutzbund Steiermark

Mit Ihrer Hilfe konnten wir eine Steilhangwiese sowie eine Feuchtwiese beiderseits eines Baches in der Grenzgemeinde Sankt Anna freikaufen. In diesem östlichsten Eck Österreichs gibt es verstreut besondere Pflanzenarten wie die Pannonische Distel, Igelgurke oder den Pyrenäen- Milchstern, ebenso wie eine der seltensten Pflanzen der Steiermark, das Schmalblättrige Lungenkraut. Mit einer traditionellen Bewitschaftungsform werden wir für die Rückkehr der Blumenvielfalt sorgen.

Was wir noch gemacht haben

Mit einem bunten Mix an Arten- und Lebensraumschutzprojekten sowie fundierter Öffentlichkeitsarbeit arbeitete der Naturschutzbund daran, für möglichst viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten wieder geeignete Lebensbedingungen zu schaffen.

© Otto Reder

Die Feuchtlebensräume des Mühlauer Fuchsloches am nördlichen Rand der Stadt Innsbruck, am Fuß der Nordkette gelegen, werden im Biotopinventar der Landeshauptstadt als einmaliger Ort mit größtem Schutzwert in Stadtnähe bezeichnet. Das Eigentum des Gebietes teilen sich die Stadt Innsbruck und die Österreichische Naturschutzjugend. Dank Ihrer Unterstützung konnten wir 2019 eine Kartierung der Schmetterlinge auf dem zwei Hektar großen Gebiet durchgeführen. Sowohl Tag- als auch Nachtfalter wurden bisher nur sporadisch erhoben, die meisten Nachweise stammen von Zufallsfunden. In Rahmen der jetzigen Untersuchung konnten innsgesamt 580 Arten aus 49 verschiedenen Schmetterlingsfamilien im Gebiet des Mühlauer Fuchsloches nachgewiesen werden. 18 Arten sind in den Österreichischen Roten Listen angeführt, 6 sind durch Tiroler Landesgesetze geschützt. Diese Erkenntnisse können Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen das aktuelle Biotopmanagement auf die Artenvielfalt hat bzw. wie weitere Verbesserungen möglich sind. In der Steiermark haben wir erfolgreich Nachzuchtprojekte für das Wiener Nachtpfauenauge und den Osterluzeifalter durchgeführt.

© Heidi Kurz

Seit 30 Jahren ist die Greifvogel- und Eulenschutzstation OAW des Naturschutzbundes OÖ in Ebelsberg bei Linz Anlaufstelle für verletzte Vögel. Im Jahr 2019 war ihre Arbeit wieder sehr erfolgreich: Zur Pflege beziehungsweise Aufzucht wurden 196 Vögel übernommen. Die von Ammentieren großgezogenen und gesundgepflegten 150 Pfleglinge, die für die freie Wildbahn geeignet waren, wurden mit speziellen Vogel-Ringen versehen und an verschiedenen (Fund-)Orten in die freie Wildbahn entlassen. Dies waren heuer 74 Turmfalken, 34 Waldkäuze, 15 Waldohreulen, 9 Mäusebussarde, 6 Steinkäuze, 4 Sperber, 1 Steinadler, 1 Habicht, 1 Zwergohreule und 1 Habichtskauz (beringt im Wildnisgebiet Dürrenstein). Auch in diesem Jahr wurden und werden viele Tiere gesundgepflegt
und wieder in die Freiheit entlassen. Einige der ehemaligen Pfleglinge wurden mit GPS-Sendern ausgestattet und liefern für die Forschung wichtige Daten über Lebensweisen und Zugverhalten der Greifvögeln. Ihre Flugrouten quer durch Europa, Asien und Afrika überraschen Ornithologen immer wieder.


© pixabay

Für die knapp 1.000 im Naturpark Geschriebenstein-Irottkő vorkommenden Schmetterlingsarten wurde auf einer großen Magerwiese am Fuße des Geschriebensteins in Allersdorf ein Paradies geschaffen. Seltene Pflanzenarten wie das Klein-Knabenkraut haben dort genauso ihr Zuhause wie der prächtige Segelfalter. Dank Ihrer Spende können wir diese Fläche auch weiterhin naturschutzfachlich richtig pflegen. Die Magerwiese muss ein- bis zweimal pro Jahr ab Juli gemäht und das Mähgut von der Fläche entfernt werden. Nur so kann dieser Lebensraum für Pflanzen und Kleinstlebewesen für immer erhalten werden.

© pixabay

Zu unseren vielfältigen Betätigungsfeldern gehört auch die Umweltbildung. Ein bewusstes Naturverständnis schafft die unentbehrliche Basis für einen achtsamen Umgang mit der Natur. Um die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf den Lurch des Jahres 2019 zu lenken haben wir gemeinsam mit önj, AURING, Tiergarten Schönbrunn, ÖGH und DGHT einen Schulwettbewerb ausgeschrieben – gesucht waren „Bergmolch-Lebensräume im Schuhkarton“. Die Gewinner (NMS Herthergasse Wien) haben den Tiergarten Schönbrunn besucht. Alle Teilnehmer bekamen ein kleines Paket mit Info-Materialien rund um die heimischen Amphibien.



 

Vielen Dank, dass Sie uns auch dieses Jahr mit Ihrer Spende auf IBAN: AT74 6000 0501 1014 0425 BIC: BAWA ATWW unterstützen!