Österreichs Wasser erhalten

© Alexander Schneider

Österreichs Gewässer sind zwar sauberer als im europäischen Durchschnitt, dennoch sind laut einem im Juli veröffentlichten Bericht 60 Prozent in keinem guten ökologischen Zustand. Dabei schreibt die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor, dass alle Gewässer in der EU bis spätestens 2027 in einem „guten“ ökologischen und chemischen Zustand sein müssen.

Verantwortlich dafür ist v.a. die starke Verbauung und Regulierung der Fließgewässer. Tausende Kraftwerke unterbrechen unsere Flüsse und Bäche. Anstelle hier aktiv zu werden wurde das Bundesbudget für dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen ausgetrocknet. Ursprünglich geplante 150 Millionen Euro für Gewässerschutz (UFG-Mittel) wurden gestrichen. Mittel, die für ökologische Maßnahmen dringend gebraucht werden.

Ohne Trendwende wird Österreich die EU-Vorgaben deutlich verfehlen. Jetzt das europäische Wasserschutzgesetz in Frage zu stellen, ist klar die falsche Reaktion. Ganz im Gegenteil: Die Anstrengungen müssen erhöht und ausreicheng Mittel flüssig gemacht werden, damit wir unser Wasser in gutem Zustand für kommende Generationen erhalten können.

Finger weg von der Wasserrahmenrichtline

Knapp 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des EU-Wasserschutzgesetzes, steht die WRRL auf dem Prüfstand. Aktuell findet der sogenannte „Fitness Check“ statt, bei dem die Mitgliedsstaaten, Industrie- und Umweltverbände, aber auch die Öffentlichkeit eingebunden werden. Die Gefahr, dass eine Reform der WRRL zu einer deutlichen Schwächung des Wasserschutzes führt, ist dabei groß. Forderungen nach weniger strenge Regeln werden immer lauter.

„Finger weg von der Wasserrahmenrichtlinie!“ ist deshalb die Forderung der Natur- und Umweltschutzorganisationen. Die Richtlinie muss in ihrer bestehenden Form besser und ambitionierter umgesetzt werden Die Wasserrahmenrichtlinie ist ein gutes Gesetz, das unsere Seen, Flüsse und unser Grundwasser bewahren kann. Die Mängel gibt es nur bei der Umsetzung.

Sollte die Richtlinie im Rahmen des Fitness Checks „aufgemacht“ werde, drohen uns Aufweichungen und Fristverlängerungen beim Schutz des Wassers. Dabei brauchen wir etwas ganz anderes: Echten politischen Willen, die Ziele der Richtlinie zu erfüllen und die dringend notwendige Schutzmaßnahmen endlich anzugehen. Wer über die Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie verhandelt, spielt mit der Qualität unserer Gewässer. Damit sind weitreichende Folgen für die Umwelt und die Lebensqualität jedes Einzelnen verbunden.

Machen Sie doch gleich mit beim Fitness Check! Um Ihnen viel Aufwand zu ersparen, haben wir die Antworten bereits angekreuzt. Nur noch ein paar Ihrer Daten fehlen um die Wasserrahmenrichtlinie in ihrer jetzigen Form zu erhalten. Vielen Dank!




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