Gefahren für den Luchs

Eine Frage der Akzeptanz.
Die größte Gefahr für den Luchs in Österreich und Mitteleuropa geht vom Menschen aus. Zum einen sind die Populationen noch klein und somit jedes geschlechtsreife Individuum von entscheidender Bedeutung für deren Fortbestand. In Anbetracht der relativ hohen Jungensterblichkeit können Verluste einzelner erwachsener Luchse bereits negative Auswirkungen auf eine Population haben. Leider sind in Österreich und Deutschland in den letzten Jahren immer wieder Fälle illegaler Tötungen von Luchsen bekannt geworden. Der Abschuss von der geschützten Art stellt eine Straftat dar und ist kein Kavaliersdelikt. Allerdings werden die wenigsten der getöteten Tiere auch gefunden. Daher dürften die nachgewiesenen Fälle nur die Spitze des Eisbergs und die Dunkelziffer relativ hoch sein.

Dem Straßenverkehr fallen immer wieder Luchse zum Opfer. Neben Verkehrstod und direktem Lebensraumverlust wirkt sich die Zerschneidung der Habitate negativ auf den Austausch innerhalb und zwischen den Populationen aus.

Ausschlaggebend für sein Überleben in Mitteleuropa ist die Akzeptanz der Jägerschaft für den Luchs und die Bereitschaft, ihn als natürlichen Bestandteil des Ökosystems zu sehen. Und es bedarf verstärkter Maßnahmen zur Eindämmung und Verfolgung von Artenschutzkriminalität durch Polizei und Behörden und nicht zuletzt auch gesetzlich gesicherte Grünkorridore.

Rechtlicher Schutz:
Strenger Schutz nach Europarecht und internationalen Abkommen. Umgesetzt durch Landesjagdgesetze bzw. Naturschutzgesetze der Bundesländer: Verbot absichtlicher Störungen, von Beschädigungen oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten, des absichtlichen Fangens und Tötens, von Besitz, Transport, Handel, Austausch, Angebot zum Verkauf von aus der Natur entnommenen Exemplaren oder deren Körperteilen.

Unsere Naturschutzarbeit ist vielfältig: Wir betreiben Lobbying für Wolf und Fischotter, kaufen wertvolle Lebensräume frei, säubern Bäche von Müll, bewahren bunte Blumenwiesen vor dem Verschwinden, bringen Nisthilfen an, führen Nachzuchtprogramme für Edelkrebse oder "Urforelle" durch, untersuchen das Vorkommen von Wildkatze, Luchs & Co, u.v.a.m. Als gemeinnütziger Verein ist der Naturschutzbund Österreich auf die Hilfe von umweltbewussten Menschen angewiesen, um weiterhin für die Erhaltung seltener Arten und deren Lebensräume zu kämpfen.