Aktuelle Projekte des Naturschutzbunds zur Erforschung des Fischotters in Österreich

Zur Bedeutung seltener Fischarten im Beutespektrum des Fischotters

© Andreas Kranz

Im Natura 2000 Gebiet Grenzmur leben eine Reihe gefährdeter Fischarten, die in Anhang II der FFH_RL genannt sind, namentlich Frauennerfling, Schlammpeitzger, Steinbeißer, Streber, Semling, Ukrainisches Bachneunauge, Schied, Strömer, Bitterling, Goldsteinbeißer und Weißflossengründling. In einem für zwei Jahre anberaumten Projekt wird das Nahrungsspektrum des Fischotters untersucht, um abklären zu können, welche Rolle die genannten Fischarten im Beutespektrum des Otters haben und ob dieser allenfalls eine Gefährdung der genannten Arten darstellen könnte. Dieses vom Land Steiermark in Auftrag gegebene Projekt wurde 2016 begonnen. Die Ergebnisse des ersten Jahres ergaben keinerlei Hinweise, dass diese Arten für den Otter eine wesentliche Nahrungsquelle darstellen. Der Endbericht wird 2018 vorliegen.

Zum Einfluss des Fischotters auf die Fischbestände der Äschenregion der Lafnitz

© Andreas Kranz

Im Jahre 2016 wurden umfangreiche Daten zur Erfassung des IST-Zustandes des Fischotters und seines Nahrungsspektrums an einem 15 km langen Abschnitt des Natura 2000 Gebietes Lafnitz gewonnen. Diese Erhebung ist ein Modul einer mehrjährigen Untersuchung. Das Land Burgenland will hier abklären, ob der Otter für die sehr geringen Bestände (vor allem wenig große Exemplare) der autochthonen, genetisch einzigartigen Lafnitz-Äsche hauptverantwortlich ist oder nicht.

Zum Einfluss des Fischotters auf die Urforelle an Zuflüssen der Görtschitz

© Andreas Kranz

Dieses Projekt geht auf eine Initiative des Naturschutzbund Kärnten zurück und wird vom Land Kärnten durchgeführt. An Zuflüssen der Görtschitz leben noch genetisch unverfälschte Bachforellen, die auch für Besatzmaßnahmen im Einzugsgebiet der Gurk herangezogen werden. In den letzten Jahren kam es zu einer dramatischen Abnahme der Forellenbestände und momentan ist eine Entnahme von Elterntieren zur Gewinnung von Laich für die Nachzucht nicht mehr möglich. In einem auf drei Jahre anberaumten Projekt wird nun der Einfluss des Fischotters auf die Forelle untersucht. Dabei werden auch Otter lebend gefangen und dauerhaft dem Gebiet entnommen, um so wesentliche Einblicke in die Räuber-Beute-Beziehung zu bekommen. Die entnommenen Otter werden für ein Wiederansiedlungsprojekt in Holland zur Verfügung gestellt. Ein Video finden Sie hier.

Beratung betroffener Teichwirte und Fließgewässerbewirtschafter

© Andreas Kranz

Im Burgenland und der Steiermark wird im Auftrag der Naturschutzabteilungen betroffenen Teichwirten und Fließgewässerbewirtschaftern professionelle Hilfe und Beratung angeboten. In beiden Fällen wird auch die Förderung von Fischotterabwehrzäunen abgewickelt. Interessenten und Betroffene wenden sich bitte an Andreas Kranz andreas.kranz@alka-kranz.eu bzw. 0664 2522017.

 Fischotterbroschüre Steiermark (2,5 MB)
 
 Fischotterbroschüre Burgenland (2,7 MB)

 

Todesursachen des Fischotters

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Im Burgenland und der Steiermark werden verendete Otter systematisch untersucht. In der Regel handelt es sich dabei um Verkehrsopfer. Alle Tiere werden betreffend Alter, Gesundheitszustand etc. untersucht, um so wertvolle Einblicke in den Bestand heimischer Otter gewinnen zu können. Auch wird der Lebensraum analysiert, wo die Otter zu Tode gekommen sind, um allfällig neuralgisch gefährliche Stellen erkennen und in der Folge absichern zu können. Tote Otter mögen bitte umgehend an Andreas Kranz (andreas.kranz@alka-kranz.eu bzw. 0664 2522017) gemeldet werden, mit dem dann die weitere Vorgangsweise besprochen werden kann.

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