Eine Chance für den Wolf - erster österreichweiter Dialog mit allen Interessensgruppen

Der Naturschutzbund rief in zwei österreichweiten Dialogforen zum Wolf alle Interessensgruppen zusammen

Der Naturschutzbund startete im Rahmen des Projekts „Mehr Akzeptanz für den Wolf“ den ersten österreichweiten Dialog zum Wolf mit rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aller Interessensgruppen – Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus. Auch Wissenschaft, Bundesheer und Behörden waren vertreten. Wolfsexperten aus Deutschland und der Slowakei sowie ein Herdenschutzexperte aus der Schweiz standen beratend zur Seite. Beim ersten Dialogforum in Linz im Herbst 2017 wurden in vier verschiedenen Arbeitsgruppen (Landwirtschaft, Jagd, Wissenschaft, Öffentlichkeit & Kommunikation) Sorgen und Ängste, aber auch Chancen in Bezug auf die Rückkehr des Wolfes thematisiert und intensiv diskutiert.


© Birgit Mair-Markart

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© Fritz Völk

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Schnell stellte sich heraus, dass die verschiedenen Organisationen unterschiedlich viel über den Wolf wissen, weshalb es vordringlich ist, alle auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Eine faktenbasierte Kommunikationsstrategie soll zudem den emotionalen Hype um den Wolf in der Öffentlichkeit reduzieren. Einigkeit herrschte darüber, dass es dringend einen österreichweiten Handlungsplan für den Wolf braucht. Hierzu muss auch die Politik endlich aktiv werden.

Im Frühjahr 2018 fand das zweite Dialogforum in Langenlois in Niederösterreich statt. Am Vortag gab es außerdem eine Exkursion zum bisher einzigen Wolfsrudel Österreichs am Truppenübungsplatz in Allensteig. Unter fachkunder Führung der Mitglieder des Österreichischen Bundesheeres konnten sich alle Teilnehmer des Dialogforums ein Bild vor Ort machen. Danach wurde beim Besuch am Landschaftspflegehof Klaffl der Herdenschutz thematisiert - 4 Maremmano-Abruzzesen, sogenannte Herdenschutzhunde, bewachen dort die Schafherde von Willi Klaffl.

Als Ergebnis des 2. Dialogforums konnten sich alle Beteiligten auf bestimmte Fakten einigen, die eine wichtige Basis sind, um mit weiter zu arbeiten. Denn nur, wenn sich alle auf dasselbe Wissen stützen, kann man beim Miteinander-Reden weiterkommen und auch gemeinsam Lösungen finden.

Der vom Naturschutzbund initiierte erste österreichweite Dialog zum Wolf wurde trotz des kontroversiellen Themas von gegenseitigem Respekt und konstruktiver Zusammenarbeit getragen und sollte in dieser Form unbedingt weitergeführt werden, um Emotionen zu glätten, Ängste zu nehmen und zu langfristigen Lösungen zu kommen.

Als Abschluss des Wolfsdialogs fand am 23.5.2018 ein Pressegespräch am Hof von Georg Höllbacher, Leiter der Nationalen Beratungsstelle für Herdenschutz, selbst Schafbauer und ebenfalls Vertreter im Dialogforum des Naturschutzbundes, statt. Die Ergebnisse lesen Sie hier.

 Fakten des Wolfdialogs (0,2 MB)

 

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