Die Naturfreikauf-Aktion

Im Laufe seiner über 100-jährigen Geschichte konnte der Naturschutzbund bereits 2.113 schutzwürdige Lebensräume im Ausmaß von mehr als 16,5 Mio. m² in Österreich in seine Obhut nehmen. Sie sind einmalige Juwele unserer Natur- und Kulturlandschaft, Überlebensinseln für gefährdete Tier- und Pflanzenarten wurden.
Kauf oder Pacht ist oft der einzige Weg, diese wertvollen Lebensräume vor der Zerstörung zu bewahren. Jetzt braucht es rasche Unterstützung! Mit Ihrer Spende können wir folgende bedrohte Naturoasen ankaufen und dauerhaft retten:

Blaurackenwiese bei Stainz | STMK

© Robert Hofrichter

In der Region Stainz bei Straden gibt es die einzigen Brutvorkommen der Blauracke in Österreich. Den seltensten Vögeln Österreichs fehlt es an Nahrungsgrundlagen. Insbesondere an großen Insekten, die auf artenreichen Wiesen, die erst im Spätsommer gemäht werden, heranwachsen. Für eine Population braucht es hunderte solche Wiesen – wobei wir schon einzelne dieser Wiesen freikaufen konnten. In diesem Essemble hat die nun zum Freikauf stehende Wiese - im Verbund mit Hecken und bachbegleitenden Baumgalerien - eine hervorragende Ausgangssituation, um als Nahrungsquelle, aber auch in der Nähe potenzieller Brutbäume von den Blauracken als Nahrungsbiotop angenommen zu werden.
Die Fläche liegt am Mühlgraben der Muggendorfer Weinhandl-Mühle und beherbergt eine Eiche mit einem Blauracken-Nistkasten, welcher von uns gewartet wird. Die Wiese ist eine der wenigen Wiesen mit Magerwiesencharakter und Seggenriedbestand. Ein ehemaliger Wiesengraben überquert die Fläche als Mulde. Mithilfe Ihrer Spende können wir dann auch die Aushagerung der Wiese vorantreiben, um die Artenfülle an Pflanzen zu sichern. Erfahrungsgemäß gibt es in dieser Region eine stattliche Anzahl Großinsekten, die für die Blauracken und deren Jungen als Nahrungsquelle besonders geeignet sind.

Benötigte Spendenmittel: € 6.000.-

Wiese mit Hunds-Zahnlilien in Neuhaus | BGL

© Josef Weinzettl

Die Hunds-Zahnlilie kommt im Burgenland nur im Bezirk Jennersdorf im Naturpark Raab vor und ist im Bundesland stark gefährdet. Sie wächst in Edellaubwäldern, Waldrändern und feuchten Wiesen, in Österreich in kollinen bis montanen Höhenlagen von 200 bis 2200 Meter. Das Vorkommen in Neuhaus am Klausenbach, welches wir mit Ihrer Spende retten möchten, befindet sich am Waldrand eines Eichen-Rotbuchenmischwaldes, der in eine wechselfeuchte Wiese übergeht. Am Übergangsbereich zwischen Wald und Wiese wachsen hier auch
Schwarzerlen. Dank Ihrer Hilfe kann die Wiese einmal im Jahr gemäht und das Mähgut entfernt werden.

Benötigte Spendenmittel: € 1.265.-


Iriswiese in Wörth | STMK

© önj Steiermark

In der Gemeinde Wörth unweit der Lafnitz in einem Gebiet mit nur noch wenigen Wiesenflächen, die jedoch permanent vom Umbruch gefährdet sind, möchten wir mit Ihrer Hilfe mehrere Wiesenparzellen freikaufen. Nur so kann verhindert werden, dass die Wiesenflächen verschwinden. Ziel ist es, diese in das angrenzende Natura 2000 Gebiet „Lafnitztal und Neudauer Teiche“ zu integrieren und extensiv zu pflegen. Es fanden zwar bisher noch keine gezielten biologischen Kartierungen statt, dennoch ist das Vorkommen einiger Arten dank dem Natura 2000 Gebietsbetreuer bereits bekannt. So finden sich die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica), die Schwarzwurzel, der Gewöhnliche Teufelsabiss (Succisa pratensis) sowie der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) auf den Flächen. Letzterer dient als Futterpflanze für den nach der FFH-Richtlinie geschützten Hellen und Dunklen Wiesenknopf- Ameisenbläuling und ist daher besonders wertvoll. Der Braunscheckiger Perlmuttfalter (Boloria selene), der auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft ist, hat dort genauso sein Zuhause wie der Helle Wiesenknopf- Ameisenbläuling (Phengaris teleius) und die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) - beides Natura 2000 Schutzgüter. Insgesamt haben die Flächen ein gutes Lebensraumpotenzial den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar), der sowohl FFH-Art als auch Natura 2000 Schutzgut ist. Dank Ihrer Spende können wir dieses 5.500m² große Naturparadies dann für immer erhalten.

Benötigte Spendenmittel: € 10.825.-

Naturnahe Wälder in Neustift | BGL

© Klaus Michalek

In Neustift bei Güssing möchten wir mit Ihrer Hilfe zwei Waldparzellen für immer retten. Bei der einen Fläche handelt es sich um einen ca. 80-jährigen Mischwald mit Traucheneiche, Hainbuche, Rotbuche, Rotföhre, Fichte, Feldahorn und Kirsche mit viel stehendem und liegendem Totholz. Die zweite Waldfläche ist ein 60-jähriger Schwarzerlen-Bruchwald. Die beiden sehr naturnahen Waldflächen befinden sich in direkter Nähe zu Grundstücken, die wir bereits freikaufen und somit schützen konnten und ergänzen das Biotopverbundsystem im Südburgenland. Die beiden Grundstücke sind der Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten wie totholzbewohnender Insekten- und Spechtarten wie dem Grün-, Bunt-, Klein- und Schwarzspecht. Vielen Dank, dass Sie uns dabei unterstützen!

Benötigte Spendenmittel: € 16.500.-

Moorwald in Schrems | NÖ

© Axel Schmidt

Bei dem 12.700 m² großen Moorwaldkomplex, den wir dank Ihrer Spende ankaufen möchten, handelt es sich um einen der am besten erhaltenen Moorwälder im nördlichen Waldviertel - sozusagen DAS Leitbild der nördlichen Waldviertler Moore: Ein baumbestandenes Hochmoor mit Spirke und Rotföhre. Im Unterwuchs findet sich u.a. das Scheidige Wollgras, die Moosdecke wird zu einem bedeutenden Teil aus dem Hochmoor-Torfmoos (Sphagnum magellanicum) gebildet – damit handelt es sich um einen hydrologisch weitgehend intakten Spirken-Moorwald mit typischer Artengarnitur der kontinentalen Hochmoore. Gemeinsam mit einem direkt anschließenden Hochmoor-Regenerationskomplex, der locker mit Föhren und Moor-Spirken bewachsen ist, handelt es sich um einen Zentralbereich von gut 9 ha wertvollster Moorwälder. Eine botanische Besonderheit des Moorwaldes ist der weiß blühende und aromatisch duftende Sumpfporst, ein in nordischen Mooren wachsendes Heidekrautgewächs, das seine südlichste Verbreitungsgrenze in Österreich im Wald- und Mühlviertel hat und streng geschützt ist. Das Gebiet hat das Potential als Lebensraum für seltene moorgebundene Tierarten. In einer ersten Erhebung konnte u.a. ein guter Bestand der Bergeidechse, 23 Brutvogelarten und 53 Schmetterlingsarten festgestellt werden. Im Sommer 2021 wurde nicht weit entfernt ein Schwarzstorch bei der Brut beobachet. Einige Flächen konnten wir dort bereits sichern, das nun zum Freikauf stehende Grundstück wäre eine ideale Erweiterung für das Projektgebiet.

Benötigte Spendenmittel: € 18.400.-

Mit dem Ankauf einer Fläche ist es nicht getan

Oft braucht es mühsame Pflegearbeiten, um Naturparadiese als solche zu erhalten. Jeden Tag gehen in Österreich ca. 20 Hektar Boden verloren – durch den Bau von Verkehrswegen, Parkplätzen oder Gebäuden. Pro Jahr entspricht das einer Fläche der Stadt Salzburg! Die Natur muss sich vielerorts auf Restflächen zurückziehen, die damit zu Überlebensinseln für Tiere und Pflanzen werden. Der „sicherste“ Weg, diese dauerhaft zu erhalten ist, sie „freizukaufen“.
Der Erwerb einer Wiese, eines Waldes oder eines Moores bringt aber auch eine große Verantwortung mit sich: Die Naturparadiese müssen regelmäßig gepflegt werden! Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen den Naturschutzbund beim mühsamen Entbuschen von Mooren, beim Anlegen von Amphibientümpeln oder beim insektenschonenden Mähen von Streuwiesen. Dort, wo ein Ankauf eines wertvollen Lebensraumes nicht möglich ist, versucht der Naturschutzbund zumindest über einen langjährigen Pachtvertrag das Gebiet zu erhalten und naturschutzfachlich optimal zu bewirtschaften.

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