Die Naturfreikauf-Aktion

Schutz vor Zerstörung, Erhalt von Wildnis- und Evolutionsflächen, notwendig gewordene Renaturierungen und Anlage von Trittsteinbiotopen sind nur einige der Gründe, warum der Naturschutzbund Naturflächen freikauft. Hier finden Sie, wofür wir aktuell am dringendsten Ihre Spende benötigen.

Blaurackenwiese bei Stainz | STMK

© Robert Hofrichter

Die Blauracke ist der bedrohteste EU-geschütze Vogel Österreichs. Es gibt nur noch einzelne Nachkommen im einzigen Vorkommensgebiet Österreichs in Stainz bei Straden. Schon bisher hat die lokale Blauracken-Schutzorganisation und der Naturschutzbund mit Hilfe des Landes Steiermark etliche Wiesen erworben bzw. mit Bauern Pachtverträge ausverhandelt, wonach die Wiesen ungedüngt und möglichst spät gemäht werden. Mit Ihrer Spende können wir eine weitere Wiese ankaufen, zusätzliche Nistkästen aufstellen und auch Sitzjoulen errichten. Eine Blauracken-gerechte Wiese bedeutet, Lebensraum für möglichst viele Großinsekten anzubieten, die den Blauracken als Nahrung dienen. Dementsprechend wird die Umsetzung dieser Zukunftsstrategie mehrere Jahre benötigen, Voraussetzung ist aber der Erwerb der Fläche.

Halbtrockenrasen am Kühberg | NÖ

© Margit Groß

Der Kühberg ist eine Erhebung westlich der Ortschaft Wieselsfeld (Gemeinde Hollabrunn) im nordwestlichen Weinviertel. Am Rande des intensiv ackerbaulich bewirtschafteten Wullersdorfer Beckens befindet sich hier eine kleinstrukturierte Wiesenlandschaft. Die artenreiche Trockenwiese, die wir dort ankaufen möchten, ist rund 1,15 ha groß. Da es Pläne gibt, sie im Frühling umzubrechen und wirtschaftlich zu nutzen, drängt der Ankauf! Die Bergaster, das Steppen-Buschwindröschen, der Feldhmannstreu und zahlreiche andere in der Region inzwischen selten gewordene Arten finden hier einen Lebensraum. Die Mosaiklandschaft aus Wiesen, Gebüschsäumen und kleinen Waldbeständen sind ein idealer Lebensraum für viele Vogelarten wie Goldammer, Neuntöter und Baumpieper. Auch der Schachbrettfalter und die Knautien-Sandbiene sind dort zu finden.


Feuchtwiesen Stremtal | BGL

© Klaus Michalek

Der Feuchtgebietskomplex in der Gemeinde Rauchwart liegt entlang eines Grabens im Stremtal und wurde vor einem Jahr als Gemeindeschutzgebiet ausgewiesen. Damit werden naturnahe Flächen als etwas Besonderes hervorgehoben. Die fünf Flächen, im Ausmaß von 8.018 m², die wir jetzt mithilfe Ihrer Spende ankaufen wollen, liegen als Biotopverbund zwischen Feuchtlebensräumen beim Stausee im Norden von Rauchwart und den Langen Wiesen in der Gemeinde St. Michael im Burgenland. Sie bestehen aus Wiesen- und Ackerbrachen, Hochstaudenfluren und Weidengebüschen. Die lehmigen, staunassen Standorte werden in niederschlagsreichen Perioden regelmäßig überschwemmt. Im Pflanzenbestand dominieren Ufer-Segge und Sumpf-Segge. Zusätzlich kommen Wiesen-Fuchsschwanzgras, Gewöhnlich-Waldbinse und Gewöhnlich-Schilf häufig vor. Die Bestände der Riesen-Goldrute sollen in den nächsten Jahren durch ein gezieltes Mähmanagement zurückgedrängt werden. Vereinzelt sind auch Bach-Kratzdistel, Groß-Mädesüß, Wasser-Schwertlilie und Sibirien-Schwertlilie (Bild) auf der Fläche anzutreffen. Auf dem Feuchtgebietskomplex kommen zahlreiche Tagfalterarten wie z. B. Kaisermantel (Bild), Wachtelweizen-Scheckenfalter, Landkärtchen, Kleiner Feuerfalter, Faulbaumbläuling und Rotbraunes Wiesenvögelchen vor. Unter den Vögeln sind Schwarzkehlchen, Neuntöter, Sumpfrohrsänger und Wachtel typische Arten einer noch intakten Kulturlandschaft. Im Rahmen einer Erstpflegeaktion werden wir die Brachen wieder in Mähwiesen überführen. Bei einer angepassten Bewirtschaftung werden sich schnell wieder artenreiche Feuchtwiesengesellschaften entwickeln!

Oichtenriede | SBG

© Hannes Augustin

Das Naturschutz- und Europaschutzgebiet Oichtenriede im nördlichen Flachgau ist ein seltener strukturreicher Landschaftskomplex aus Niedermooren, Feuchtwiesen und Bruchwäldern. Im Schutzgebiet wollen wir einige Feuchtwiesen erwerben und als wertvolle Entwicklungsräume für ein im Managementplan des Landes vorgesehenes Renaturierungsprojekt bereit halten. Die Feuchtbiotoptypen der Oichtenriede, darunter Pfeifengras- und Kohldistelwiesen sowie Schwarzerlenhochwald beherbergen viele sensible Arten wie das gefleckte Knabenkraut und Enziane. Die ausgedehnte, mit Gehölzen durchsetzte Feuchtwiesenlandschaft bietet zudem den gefährdeten Vogelarten Wachtelkönig, Kiebitz, Bekassine und Brachvogel einen geeigneten Lebensraum.
Mit Ihrer Spende können Sie einen wichtigen Beitrag zum Erwerb des insgesamt ca. 7.000 m² großen Gebietes leisten.


Schluchtwald im Aschachtal | OÖ

© Schwarz

In einem kleinen Seitental des Aschachtales (Bezirk Eferding, Gemeinde Stroheim) befindet sich dieser naturschutzfachlich äußerst wertvolle Schluchtwald.
Der über fünf Hektar große, angrenzende  „Dopplerwald“ (Teil des Europaschutzgebietes Oberes Donau- und Aschachtal) befindet sich bereits im Besitz des Naturschutzbundes.Der Schluchtwald stellt daher eine wichtige und sinnvolle Erweiterung dar, die wir nun mit Ihrer Hilfe retten wollen. Dank der letztjährigen Naturfreikauf-Aktion konnte bereits ein Teil dieses  Schluchtwaldes freikauft werden. Ein weiterer, 6.120 m² großer, soll nun folgen. Im steilen, zum Teil blockigen und felsigen, totholzreichen Schluchtwald wachsen Hainbuche, Birke, Tanne, Berg- und Spitzahorn, Winter-Linde und andere Baumarten. Neben dem Prozessschutz – der Wald darf sich in Zukunft soweit wie möglich unbeeinflusst vom Menschen entwickeln – ist Totholz ein besonderes Schutzgut. Es ist der Lebensraum für zahlreiche daran angepasste Tiere und Pilze. Im Wald kommen auch Siebenschläfer und andere Kleinsäuger wie Waldmaus, Rötelmaus, Waldspitzmaus und Zwergspitzmaus vor. Nach dem Ankauf sollen die hier standortfremden Fichten entfernt und die Fläche außer Nutzung gestellt werden. Die Wiederbewaldung der dadurch geschaffenen Lichtungen erfolgt ausschließlich über Naturverjüngung. Nur zur Vermeidung von Personenschäden, die durch umstürzende Bäume entstehen könnten, werden künftig Eingriffe gemacht.

Mit dem Ankauf einer Fläche ist es nicht getan

Oft braucht es mühsame Pflegearbeiten, um Naturparadiese als solche zu erhalten. Jeden Tag gehen in Österreich ca. 20 Hektar Boden verloren – durch den Bau von Verkehrswegen, Parkplätzen oder Gebäuden. Pro Jahr entspricht das einer Fläche der Stadt Salzburg! Die Natur muss sich vielerorts auf Restflächen zurückziehen, die damit zu Überlebensinseln für Tiere und Pflanzen werden. Der „sicherste“ Weg, diese dauerhaft zu erhalten ist, sie „freizukaufen“.
Der Erwerb einer Wiese, eines Waldes oder eines Moores bringt aber auch eine große Verantwortung mit sich: Die Naturparadiese müssen regelmäßig gepflegt werden! Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen den Naturschutzbund beim mühsamen Entbuschen von Mooren, beim Anlegen von Amphibientümpeln oder beim insektenschonenden Mähen von Streuwiesen. Dort, wo ein Ankauf eines wertvollen Lebensraumes nicht möglich ist, versucht der Naturschutzbund zumindest über einen langjährigen Pachtvertrag das Gebiet zu erhalten und naturschutzfachlich optimal zu bewirtschaften.

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