Insektensommer: lassen wir es brummen!

Ausgeräumte Landschaften, zu häufige Mahd, Überdüngung auch durch Eintrag aus der Luft, große Bewirtschaftungseinheiten, Pestizideinsatz, Bodenversiegelung, schlechter Zustand der Wasserlebensräume, Lichtverschmutzung und eine Vielzahl steriler Gärten ohne Naturvielfalt – den Insekten wird das Überleben seit Jahrzehnten immer schwerer gemacht. Inzwischen ist ein massives Insektensterben offensichtlich, das in der Folge dramatische Auswirkungen auf unser aller Leben haben wird!

Tausende Schmetterlings-, Fliegen- und Käferarten sowie 696 Bienenarten, die Hälfte davon in ihrem Bestand bedroht, sind an der Bestäubung der Blütenpflanzen allein in Österreich beteiligt. Sie alle sorgen dafür, dass Äpfel, Birnen, Beeren und alle übrigen Obstsorten aber auch Raps, Kürbisse, alle Gewürzkräuter und alle Wild- und Gartenblumen sich vermehren können.

Aber die Insekten leiden darunter, dass die Landschaft immer blütenärmer wird und Landschaftsstrukturen verlorengehen. Um hier Abhilfe zu schaffen, müssen wir alle aktiv werden und unser Umfeld insektenfreundlich gestalten! Mit Ihrer Spende möchten wir den Insekten unter die Flügel greifen! Danke, dass Sie uns dabei unterstützen!

Was flattert an der „Haager Lies“?

© Gudrun Fuß


Bei der „Haager Lies“ handelt es sich um die 22 km lange Bahnstrecke von Lambach nach Haag am Hausruck, die von 1901 bis 2009 als Lokalbahn betrieben und danach aus Kostengründen eingestellt wurde. Aufgelassene Bahndämme zählen zu den reichhaltigsten Tagfalter-Lebensräumen. Ihre oft trockenen und nährstoffarmen Böschungen sind vom Blütenangebot, von der Pflanzenvielfalt und vom Mikroklima her geeignet, neben vielen wenig anspruchsvollen Wiesenschmetterlingen auch die auf Halbtrocken- und Trockenrasen spezialisierten Arten zu beherbergen. Tagaktive Schmetterlinge wie zum Beispiel der Große Feuerfalter sind zudem gute Indikatororganismen, da sie oft hohe Ansprüche an ihren Lebensraum haben.

Bitte unterstützen Sie uns mit ihrer Spende, um entlang der Bahnstrecke eine Schmetterlingskartierung durchführen zu können, damit artenreiche Lebensräume erhalten und andere in solche umgewandelt werden können.

Raum für Storchschnabelbläulinge

© Margit Groß


Am östlichen Rand des Waldviertels nahe Maissau liegt die 18 ha große Schleinitzbachniederung, ein artenreicher Feuchtwiesenkomplex. Neben mehreren Feuchtwiesen und Feuchtwiesenbrachen gibt es auch einige alte Kopfweiden, deren mächtige Stämme zahlreichen Baumhöhlenbewohnern wertvollen Lebensraum bieten. Das Gebiet befindet sich in keinem guten Zustand: mangelnde Bewirtschaftung führt teilweise zu Verbrachung und Verbuschung und die Kopfweiden benötigen fachgerechten Schnitt, um nicht auseinanderzubrechen.

Mit Hilfe Ihrer Spende wollen wir Feuchtwiesen wieder herstellen, um den Lebensraum für den Storchschnabelbläuling, den Kiebitz und die Feuchtwiesen- Prachtnelke zu vergrößern und zu verbessern. Den Kopfweiden soll die nötige Pflege angedeiht werden.

 

Totholzbiotope schaffen

© Naturschutzbund Steiermark


Aktuell erfolgt in einzelnen Regionen der Steiermark die Anlage von Totholzbiotopen und die Pflanzung von ausgewählten Biotopbäumen. Die Totholzbiotope dienen auch der Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Wichtigkeit für diesen komplexen Lebensraum. Immerhin sind über 1.300 xylobionte, also holzbwohnende Käferarten aus Mitteleuropa bekannt. Für alle diese Lebewesen gilt: Es liegt ein starker Mangel an geeigneten Biotopholz vor. So existieren meist nur ca. 5m3/ha Totholz in den bewirtschafteten Wäldern, aber erst ab einem Anteil von 30 m3/ha kann von stabilen Populationen ausgegangen werden. Unter den xylobionten Käfern sind Arten wie der Alpenbock (Rosalia alpina), der Gefleckte Pappelbock (Saperda perforata) u. v. m. zu finden.

Diese Maßnahmen können mit Hilfe Ihrer Spenden für weitere Regionen in der Steiermark ausgedehnt werden.

Wiener Nachtpfauenauge

© Frank Weihmann


Der größte europäische Schmetterling, das Wiener Nachtpfauenauge, war in der Steiermark um 1980 landesweit ausgestorben. Um diese Zeit begann ein Nachzuchtprogramm in der Steiermark im Naturpark Pöllauer Tal, das bis heute anhält. Im Frühjahr 2019 wurden erste Wiederfunde der Nachkommen dieser freigelassenen Pfauenspinner festgestellt. Um dieses Wiederaufleben der Population in ehemaligen Vorkommensgebieten zu stärken, wurden vom Naturschutzbund weitere Generationen nachgezüchtet und können jetzt in Vorkommensgebieten zur Verstärkung, der offensichtlich noch schwachen Populationen freigelassen werden.

Dank Ihrer Spende werden wir auch untersuchen, ob sich die Raupen bei der Fütterung mit verschiedenen Futterpflanzen unterschiedlich entwickeln. Die Arbeit soll wichtige Informationen bzgl. der Aufzucht der geschützten Schmetterlingsart geben.