Auf den Spuren der Wildkatze

Felis silvestris silvestris ist eine „echte Europäerin“, die schon durch unsere Wälder streifte, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen in unsere Breiten brachten. Die Unterscheidung von Wildkatze und Hauskatze ist überaus schwierig. Insgesamt wirkt die Wildkatze wegen ihres dichteren Fells kräftiger und größer. Ein typisches Merkmal ist der dicke Schwanz mit nicht verbundenen schwarzen Ringen und schwarzem, stumpfem Ende.

Vor über 60 Jahren ist die Wildkatze aus Österreich verschwunden. Nachdem sie nun wieder zurückgekehrt ist – wie etliche Nachweise der letzten Jahre zeigen – bleibt viel zu tun. Der Naturschutzbund sucht Wildkatzen. Je mehr Nachweise uns gelingen, desto mehr Möglichkeiten haben wir die kleine Mäusefängerin zu schützen. 

Bitte unterstützen Sie den Naturschutzbund mit Ihrer Spende auf IBAN: AT74 6000 0501 1014 0425 bei seinen Schutzaktivitäten für die scheue Waldkatze! 

Sie ist wieder da!

© Dieter Manhart

In Österreich sind die Chancen ausgesprochen gering, die scheue Waldkatze bei einem Waldspaziergang zu entdecken. Als „Raubzeug“ verschrien,
wurde sie seit Ende des 19. Jahrhunderts gnadenlos verfolgt – so lange, bis sie schließlich als ausgestorben oder verschollen galt.
Umso erfreulicher ist, dass es in den letzten Jahren – nicht zuletzt aufgrund der intensiven Bemühungen des Naturschutzbundes – vermehrt Hinweise
auf Wildkatzen gibt. Offensichtlich wandert sie aus den Nachbarländern zu, was uns in unserer Hoffnung auf ihre dauerhafte Rückkehr bestärkt. Der Naturschutzbund setzt sich dafür ein, dass der Status der Wildkatze in der Roten Liste der gefährdeten Tiere Österreichs von „ausgestorben“ oder „verschollen“ auf „stark gefährdet“ zurückgesetzt wird – um weitere Möglichkeiten für den Schutz der Wildkatze zu haben. Je mehr Wildkatzen-Nachweise uns also gelingen, desto eher können wir Entscheidungsträger für ihren Schutz gewinnen bzw. diesen auch einfordern.

Auf der Spur

Als „Grenzgängerin“ braucht die Wildkatze große, zusammenhängende Laubmischwälder, aber auch Lichtungen, Waldwiesen und reich strukturierte
Waldränder. Um mehr über ihre aktuelle Verbreitung zu erfahren, kommen Fotofallen zum Einsatz. Fotos liefern dann wertvolle Hinweise über „Wildkatzenbesuche“ in bestimmten Gebieten. Mit dem Kauf von Fotofallen alleine ist es aber nicht getan: Die Apparate müssen installiert und regelmäßig kontrolliert bzw. die gesammelten Daten wissenschaftlich ausgewertet werden. Das ist die Grundlage für die Erarbeitung von Schutzmaßnahmen für den „kleinen Tiger“ unserer Wälder.

© Peter Gerngross

© Nationalpark Thayatal

© Christian Uebl

© Gernot Waiss

Um herauszufinden, wo in Österreich Wildkatzen vorkommen, greift der Naturschutzbund auch auf die Hilfe der Bevölkerung zurück. In Salzburg hat er eine österreichweite Wildkatzen-Meldestelle eingerichtet, die Sichtungen von Wildkatzen entgegennimmt und in einer Datenbank dokumentiert. Auch Jäger, Förster und Straßenmeistereien liefern immer wieder hilfreiche Hinweise.

Leider reichen Sichtungen alleine nicht zum Nachweis von Wildkatzen aus – die Verwechslungsgefahr mit Hauskatzen ist viel zu groß. Es gibt nur eine
Möglichkeit, Wildkatzen eindeutig zu bestimmen: Mit Hilfe genetischer Haar-Analysen. Das wird mit der „Lockstock-Methode“ gemacht: Sägeraue Holzpflöcke werden in den Boden geschlagen und mit Baldrian bestrichen. Durch den Geruch angelockte Wildkatzen reiben sich am Holzstock und hinterlassen dabei Haare. 

Experten sammeln die wertvollen Proben und schicken sie zur Analyse ins Labor. Die Ergebnisse der Gentests erlauben schließlich eine sichere Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze – so lässt sich feststellen, wo Wildkatzen aktuell vorkommen.

Bestandserhebungen schaffen Überblick

Seit einigen Jahren führt der Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit der „Plattform Wildkatze“ Bestandserhebungen in potenziellen Wildkatzengebieten, wie z. B. in Oberösterreich nördlich der Donau, in Niederösterreich um Krems und im Kärntner Gailtal mit Fotofallen und Lockstöcken durch. 
Bisher ist es noch nicht gelungen, die Situation der Wildkatze in Österreich zufriedenstellend zu klären – für eine großflächige, bundesweite Bestandserhebung braucht der Naturschutzbund mehr Mittel.

Bitte unterstützen Sie daher unser Wildkatzenprojekt! Ihre Spende ist auch steuerlich absetzbar.