45. Österreichischer Naturschutztag 14.-15. Oktober 2015

NATUR VERBINDET - Wie kommen wir zu mehr blühenden Landschaften?

Bunte Blumenwiesen, artenreiche Wegränder, strukturreiche Hecken, wilde Gartenecken – die Förderung dieser vielfältigen und artenreichen Lebensräume wollen wir gemeinsam mit vielen Partnern erreichen. Und dabei auch Menschen VERBINDEN im gemeinsamen Einsatz für eine lebendige, naturnahe und artenreiche Kulturlandschaft! Denn jeder der einen Grund besitzt oder bewirtschaftet – von Landwirten über Betriebe, Gemeinden bis hin zum Gartenbesitzer - kann und muss dafür sorgen, dass wir die Vielfalt in unserer Landschaft erhalten können. Was braucht es wirklich, um Artenreichtum und Vielfalt zu fördern? Wo gibt es diese Flächen? Wie können diese geschaffen und richtig gepflegt werden? Vor welchen Anforderungen und Hindernissen stehen Bewirtschafter? Welche Unterstützung und welche Partner braucht es? Im Rahmen des 45. Österreichischen Naturschutztages und der gleichlautenden Kampagne NATUR VERBINDET haben wir diese Fragen von allen Seiten beleuchtet und versucht gemeinsam Antworten zu finden.

Ein kurzer Rückblick auf die Veranstaltung

Wir starteten am Mittwoch den 14. Oktober mit einem Come together im Bildungshaus St. Virgil in der Stadt Salzburg. Offiziell eröffneten den 45. Naturschutztag Naturschutzbund-Präsident Univ. Prof. Dr. Roman Türk und Hausherr Dir. Mag. Peter Braun. Eine Interviewrunde mit den Projektpartnern der Kampagne NATUR VERBINDET gab Gelegenheit, die verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen. In seinem Abendvortrag „Von Baumeistern, Blumenschläfern und Pollensammlern – eine Reise in die faszinierende Welt der Wildbienen“ hielt Dr. Paul Westrich ein Plädoyer für blühende Landschaften.

Nach dieser spannenden Einführung wurde es festlich: Mit musikalischer Umrahmung wurde der ÖSTERREICHISCHE NATURSCHUTZPREIS 2015 an DI Werner Gamerith verliehen.

Am 15. Oktober folgte auf eine kurze Begrüßung das Statement „Was macht eine artenreiche Kulturlandschaft aus?“ von Dr. Thomas Wrbka. Mit dem Statement „Welche Unterstützung braucht es, um eine solche zu erreichen?" ergänzte DI Günter Jaritz den vorangegangenen Vortrag. Danach stellte Mag. Christine Pühringer die Naturschutzbund-Kampagne NATUR VERBINDET detailliert vor.

Good-practise Projekte und -Programme zeigten wie's geht und stellten jeweils vor, welche Möglichkeiten die unterschiedlichen Akteure wie Landwirtschaft, Gemeinden, Großstadt oder Betriebe haben und wie wichtig geeignetes Pflanzmaterial, Saatgut bzw. Gehölze, sind. Maria Hageneder präsentierte mit dem Vortrag "Wiesenmanagement der Vielfalt" den Bereich Landwirtschaft. Dr. Reinhard Witt referierte über "Biodiversität im Betriebsgebiet" und erläuterte Möglichkeiten für die artenreiche Gestaltung von Gewerbegebieten und Firmenarealen. DI Karin Böhmer klärte in ihrem Vortrag "Das perfekte Saatgut" über Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Ansaat geeigneter Pflanzen auf und stellte die Aktivitäten des Vereins Rewisa vor. Klaus Wanninger ergänzte das Thema mit seiner Präsentation"Regionales Gehölz für Hecke und Co" und stellte die Arbeitsschwerpunkte des Vereins "Regionale Gehölzvermehrung" vor. DI Marion Jaros richtete mit ihrer Präsentation "Blühvielfalt in Wien" die Perspektive auf die Großstadt und zeigte auf, dass bunte Artenvielfalt überall ein Zuhause finden kann. Doch nicht nur in Wien werden blühende Flächen geschaffen, so berichtete DI Peter Plaimer über die Initiative "Völkermarkt blüht auf!" die die Kärntner Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen lässt. 

Nach der Vorstellung von Vorzeigebeispielen wurde in vier moderierten Parallel-Arbeitskreisen zu den Bereichen Landwirtschaft, Gemeinden, Betriebe, Gärten diskutiert. Nach Experteninputs boten sie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Auch konkrete Maßnahmen sind erarbeitet worden. Im Arbeitskreis Landwirtschaft wurde sowohl von den guten Fördermöglichkeiten für Brachflächen und Landschaftselementen sowie den standortgerechten Wildpflanzensamenmischungen aus regionaler Produktion berichtet, jedoch auch Schwierigkeiten bei der Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte aufgezeigt. Die Arbeitsgruppe Gemeinden beschäftigte sich mit der Frage, wie mehr bunt blühende Flächen in Gemeindegebieten und auf öffentlichen Flächen geschaffen werden könnten. Auch der Arbeitskreis Betriebe beschäftigte sich mit den bisherigen Möglichkeiten und Hindernissen für Artenvielfalt rund um Betriebe. Sowohl die Anlage von Blühflächen bei neu errichteten Arealen als auch die nachträgliche Umgestaltung von bestehenden Betriebsfreiflächen wurden diskutiert. Die Arbeitsgruppe Garten beriet über die Möglichkeiten der naturnahen Gestaltung von Privatgärten.

Der Nachmittag war ganz dem Zukunftsdialog gewidmet. „Blühende Landschaften – welchen Beitrag kann die Gesellschaft leisten?“ dieser Frage stellten sich Diskutanten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Nach einem Resümee und Ausblick endete die Tagung offiziell.

Noch einige bildhafte Eindrücke

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