Natur des Jahres
Mit der Ernennung von verschiedenen Organismen möchte man Bewusstsein für eine bestimmte Art oder einen Lebensraum schaffen und unter anderem auf Gefährdungen aufmerksam machen. Dabei kommt es vor, dass Arten für den deutschen Sprachraum gewählt werden oder sich einzelne Arten - je nach vorherrschender Thematik - auch zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden.
An der Wahl zur Art des Jahres sind je nach Organismengruppe unterschiedliche Organisationen beteiligt. Die Nominierung einer Art erfolgt nicht zwangsläufig zu Jahresbeginn.
Baum des Jahres
2013: Eibe
Die Eibe ist der "Baum des Jahres 2013" für Österreich. Sie ist in Österreich gefährdet und kommt nur noch relativ selten vor. Abgesehen vom roten fleischigen Samen ist die Pflanze für die meisten Tiere giftig, aber nicht für Rehwild. Dadurch kommt es zu starkem Verbiss.
Fisch des Jahres
2013: Seeforelle (Salmo trutta)
In den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts war die Seeforelle in Österreichs Seen fischereiwirtschaftlich noch von Bedeutung. Heute sind die Bestände dieser wandernden Form der Art Salmo trutta, der übrigens auch Bach- und Meerforelle angehören, gefährdet. Die Seeforelloe wurde deshalb zum Österreichischen "Fisch des Jahres 2013" erklärt, um auf ihre Gefährdung aufmerksam zu machen.
Flechte des Jahres
2013: Hundsflechte Peltigera didactyla
Peltigera didactyla ist eine Art aus der Gattung der "Hundsflechten", für die kein gebräuchlicher deutscher Name existiert. Innerhalb der Gattung, aus der einzelne Vertreter beachtliche Größen von mehreren Dezimetern Durchmesser erreichen können, gehört sie zu den eher kleinen Vertretern.
Insekt des Jahres
2013: Gebänderte Flussköcherfliege
Unscheinbar sind sie und kaum Jemand kennt die erwachsenen Tiere. Bei den Larven schaut das schon anders aus, obwohl auch diese nur wenige von uns bereits gesehen haben. Was aber viele kennen, sind die kleinen länglichen Röhren, die sich im Wasser hin und her bewegen und den Larven der Köcherfliegen Schutz bieten. Naturschutzbund und Entomologische Gesellschaft finden, dass diese Tierchen mehr Aufmerksamkeit verdienen und haben die Gebänderte Flussköcherfliege deshalb zum Österreichischen "Insekt des Jahres 2013" erklärt.
Lurch / Reptil des Jahres
2013: Schlingnatter (Coronella austriaca)
Der Name „Schlingnatter“ geht auf ihr Verhalten zurück, größere Beutetiere zu umschlingen und damit zu ersticken, und danach zu fressen. Ihre glatte Schuppenstruktur ist wohl die Ursache für ihren Zweitnamen „Glattnatter“. Warum sie aber auch "Österreichnatter" heißt, gibt Vielen Rätsel auf. Dabei muss man sich nur ihren Kopf ansehen: Auf ihm befindet sich ein dunkles Mal, das eine Ähnlichkeit mit der Gestalt des Staates Österreich aufweist. Welche Schlange könnte es also mehr verdienen, zum "Österreichischen Reptil des Jahres" gekürt zu werden?
Moos des Jahres
2013: Brunnenlebermoos
Das Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha) ist eine unserer auffälligsten Lebermoosarten. Mit seinem bandförmigen, nicht in Stamm und Blättchen gegliederten Lager (=Thallus) kann es große Flächen an feuchten Standorten, etwa am Grund von Mauern oder an Bachrändern, überziehen.
Vogel des Jahres
2013: Bekassine
Die Bekassine (Gallinago gallinago) wurde zum "Vogel des Jahres 2013" von BirdLife Österreich sowie den Partnerorganisationen Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern gekürt. Das "Meckern" beherrscht die Schnepfenart nicht erst seit ihr der Lebensraum mit Feuchtwiesen und Mooren zusehends abhanden gekommen ist und die Bestandsgröße sich auf wenige Brutpaare reduziert hat.
Weichtier des Jahres
2012+2013: Flussmuschel (Unio crassus)
Aufgrund ihrer Sensibilität gegenüber Gewässerverunreinigungen eignet sich die Flussmu-schel (Unio crassus) sehr gut als Bioindikator zur Prüfung der Wasserqualität. Außerdem zeigt sie durch ihre enge Bindung an Wirtsfische Fischsterben bzw. Rückgänge in Wirtsfisch-beständen an. Mit der Wahl zum „Weichtier des Jahres 2012“ soll auf die Situation der vom Aussterben bedrohten Muschel sowie auf die Bedeutung sauberer Gewässer hingewiesen werden.


