Schwarzstorch (Ciconia nigra)

Auen sind der perfekte Lebensraum des metallisch schimmernden Schwarzstorchs. Er braucht zum Überleben dichte, reich strukturierte Laub(misch)wälder mit alten Baumriesen, Lichtungen, Flüssen, Tümpeln und Teichen, wo der extrem störungsanfällige Vogel ausreichend Nahrung findet.

© Franz Kovacs OENBf

Für den Schwarzstorch, der im Vergleich zu seinem nahen Verwandten, dem Weißstorch, fernab der Zivilisation seine Heimat sucht, stellen Auengebiete ideale Lebensräume dar. In reich strukturierten Wäldern mit Still- und Fließgewässern findet der äußerst scheue Vogel Platz, um ungestört sein umfangreiches Nest zu bauen und seinen Nachwuchs großzuziehen. Die Nester werden bevorzugt auf Bäumen oder Felsen gebaut, über viele Jahre benützt und dabei immer wieder erweitert. Diese Storchenart reagiert äußerst sensibel auf Störungen, besonders kurz nach der Ankunft im Brutgebiet.

Der Schwarzstorch ernährt sich von Amphibien und Wirbellosen, aber auch Fische sind Teil seines Speiseplans. Säugetiere hingegen werden nur selten erbeutet. Wasserpflanzen und Moose stehen auch am abwechslungsreichen Speiseplan des Stelzvogels. Beim Jagen im seichten Wasser wird die Beute mit dem Schnabel erfasst. Um größere Tiere verschlingen zu können, werden sie mit diesem noch weichgeknetet.

Charakteristisch für die erwachsenen Tiere ist das schwarz schillernde Gefieder, lediglich Brust, Bauch, der rumpfnahe Teil des Unterflügels und die Unterschwanzdecken sind weiß. Bei der regelmäßigen Gefiederpflege sind die Schwarzstörche besonders gründlich. Sie tauchen dabei mit dem gesamten Körper ins Wasser ein. Außerdem erwähnenswert ist die gegenseitige Pflege von Alt- und Jungvögeln. Dem Federkleid der Jungstörche fehlt anfangs noch der metallische Glanz. Aus Gründen der besseren Tarnung ist es noch stumpfer und von braun-schwarzer Farbe. Ein erwachsener Vogel erreicht eine Gesamtlänge von durchschnittlich 100 cm, ein Gewicht von knapp drei Kilogramm und eine Flügelspannweite von fast zwei Metern. 

Von Mitte August bis Ende September brechen die Störche ins Überwinterungsgebiet in Zentralafrika auf, dabei legen sie täglich Distanzen von 100 bis 250 km zurück. Ab Mitte März sind die ersten Störche wieder im Brutgebiet anzutreffen. Seit etwa 25 Jahren nehmen vor allem im westlichen Mitteleuropa die Schwarzstorchbestände leicht zu. Die Hälfte des Weltbestandes an Brutpaaren ist in Europa zu finden, schätzungsweise sind dies ca. 6.000 bis 8.000 Brutpaare.

Derzeit hat die IUCN den Schwarzstorch als selten eingestuft. Da die weltweite Anzahl an Individuen mit maximal 40.000 sehr gering ist, sind Ausfälle beim Vogelzug durch Abschüsse und verunglückte Jungtiere, mangelnder genetischer Austausch und Störungen im Brutgebiet weiterhin als Gefährdungen für die Weiterentwicklung anzusehen.

 

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