Eurasischer Fischotter (Lutra lutra)

Der Eurasische Fischotter aus der Familie der Marder gehört neben dem Japanischen Otter und dem Haarnasenotter zur Gattung der Altweltotter. Von dem beinahe in ganz Europa lebenden Fischotter gibt es noch größere Vorkommen in Tschechien, im Osten Deutschlands sowie im Bayerischen Wald. Bereits seit 1989 gilt er in der Schweiz als ausgestorben. In Österreich erholen sich seine Bestände nach seiner fast völligen Ausrottung im 20. Jahrhundert langsam wieder.

© Helmut Heimpel

Auengebiete mit klaren, fischreichen Gewässern, entlang dichter Vegetation sind ein bevorzugter Lebensraum des Eurasischen Fischotters. Der Fischotter ist überwiegend nachtaktiv. Den Tag verbringt er meist schlafend in Höhlen oder in oberirdischen Verstecken wie Reisighaufen und Büschen. Er passt seine Lebensweise der Landschaft und den äußeren Bedingungen an. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Fischen, aber auch Krebsen, Wasserinsekten, Fröschen und gelegentlich auch Vögeln ist er nicht abgeneigt. Je nach Größe der Beute wird sie an Land gebracht oder gleich im Wasser gefressen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten gibt es beim Fischotter keine bestimmte Paarungszeit. Die Tiere sind ab dem dritten Lebensjahr das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig. Nach einer Tragzeit von etwa 60 Tagen kommen ein bis vier Junge zur Welt. Die Augen der Jungtiere öffnen sich frühestens nach einem Monat. Bereits sechs Wochen nach der Geburt werden die ersten Schwimmversuche getätigt. Nach 14 Monaten bei der Mutter sollten die Jungtiere in der Lage sein, für sich selbst zu sorgen. Fischotter haben eine Lebenserwartung von acht bis dreizehn Jahren.

Im Mittelalter war die Jagd auf den Fischotter weit verbreitet. Der Fischfresser galt als vermeintlicher Nahrungskonkurrent des Menschen und die Jagd auf ihn als nützliches Vergnügen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war sein Fell bei Kürschnern zur Verarbeitung von Mützen, Kragen und Mänteln begehrt. Das führte zu einer noch intensiveren Bejagung.

Neben Wolf, Luchs und Seeadler ist auch heute immer noch der Mensch der größte Feind des Fischotters. Der auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehende Eurasische Fischotter hat vor allem mit der Zerstörung seines Lebensraumes in Folge von Verschmutzung und Verbauung und vermehrter energetischer Nutzung der Fließgewässer zu kämpfen.

 

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