Europäischer Biber (Castor fiber)

Der Europäische Biber zählt zu den typischen Auenbewohnern. Das dämmerungs- und nachtaktive Nagetier ist dafür bekannt, dass es sich seinen Lebensraum selbst gestaltet. Mit seinen orangebraunen, selbst schärfenden, ständig nachwachsenden Schneidezähnen kann er ohne Probleme Pappeln und Weiden zu Fall bringen. Von deren Rinde und Zweigen ernährt er sich im Winter. Während des Sommers dienen ihm junge Baumtriebe sowie Ufer- und Wasserpflanzen als Hauptnahrungsquelle.

© Hannes Augustin
Der Biber ist mit seinem speziell gestalteten Schwanz und den Schwimmhäuten an den Hinterfüßen perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Der abgeplattete, mit lederartiger Haut überzogene Schwanz, auch Kelle genannt, dient nicht nur als Steuer beim Abtauchen, sondern auch zur Temperaturregulation und als Fettdepot. Die Augen des Bibers sind beim Tauchgang durch eine dünne und transparente „Nickhaut“ geschützt. Ebenso kann er Nase und Ohren unter Wasser verschließen. An Land bewegt er sich aufgrund seines Körperbaus nur langsam und schwerfällig.
 
Ein Biberdamm besteht aus einem Grundgerüst aus miteinander verkeilten Ästen und Zweigen, das mit Schlamm, Steinen und Pflanzenteilen abgedichtet wird. Mit Hilfe der Dämme ist der Biber in der Lage, aktiv den Wasserstand in seinem Revier zu regulieren. Sind im Umkreis zum Biberdamm keine geeigneten Baumaterialien mehr vorhanden, gräbt der Biber bis zu 50 cm tiefe und oftmals über 100 m lange Gräben (Wasserstraßen), um weiteres Holz herantransportieren zu können. Dadurch werden manchmal sogar ganze Flussläufe in ihrer Lage und Wasserführung verändert. Durch seine Aktivitäten trägt der Biber so aber auch wesentlich zu einer Vergrößerung der Artenvielfalt in den Feuchtgebieten bei, da viele andere Tierarten die neu geschaffenen Strukturen gerne nutzen.
 
Der Biber benötigt die unmittelbare Nähe zum Gewässer. Eine ganzjährige Wasserführung, grabbare Ufer und ausreichend Pflanzennahrung sind Grundvoraussetzung, dass sich der Biber dauerhaft ansiedelt.
Mehr als 100 Jahre lang war der Biber bei uns ausgestorben. Sowohl das Fell als auch der Duftstoff, das "Bibergeil", mit dem das Tier sein Revier markiert, führten zur übermäßigen Bejagung. Strenge Schutzmaßnahmen und Wiederansiedelungen waren notwendig, um ihn wieder heimisch zu machen. Neben Österreich findet man ihn heute auch wieder in Deutschland, Schweiz, Ungarn, Frankreich, Kroatien, Polen, Rumänien und Skandinavien. Mehr Informationen zum Biber gibt's hier.

 

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