Insekten

Das Wort „Insekt“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „eingeschnittenes Tier“, was das Aussehen dieser Tiere bereits sehr gut beschreibt. Der Körper von Insekten besteht immer aus drei Teilen: dem Kopf, dem Thorax und dem Abdomen. Insekten haben sechs Beine und meist zwei Flügelpaare. Sowohl ihre Flügel als auch die drei Beinpaare sitzen am mittleren Segment. Die Organe für die Verdauung und die Fortpflanzung liegen im Hinterleib.

Kopf
Am Kopf befinden sich die Augen, die Antennen und die Mundöffnung mit den Mundwerkzeugen. Die Antennen sind oft sehr lang und immer gegliedert. Sie werden zum Tasten, Riechen, Schmecken oder sogar als Temperaturfühler verwendet. Ihr Aussehen ist sehr vielfältig und reicht von fadenförmigen über gefiederte bis hin zu lamellenbesetzten Fühlern. Die beiden Augen liegen seitlich am Kopf, können sich bei manchen Arten aber in der Mitte treffen. Ein Insektenauge wird auch Facettenauge oder Komplexauge genannt, weil es aus vielen kleineren Einzelaugen zusammengesetzt ist. Weil Insekten ihre Augen nicht bewegen können, sitzen die Facettenaugen annähernd halbkugelförmig am Kopf. So blickt jedes Einzelauge in eine andere Richtung und das Insekt kann seine Umwelt rundum wahrnehmen. Bei manchen Libellenarten besteht ein Facettenauge aus bis zu 30 000 Einzelaugen. Darüber hinaus besitzen Insekten meist noch drei Punktaugen (sogenannte Ocellen) zur Hell-Dunkel-Wahrnehmung. Die Mundwerkzeuge der Insekten sind sehr unterschiedlich gestaltet und je nach bevorzugter Nahrung ausgebildet. Neben saugenden, saugend-leckenden und stechend-saugenden Mundwerkzeugen gibt es auch noch beißend-kauende Mundwerkzeuge. Sie helfen maßgeblich beim Erkennen der Insektenordnung – man denke hier nur an Gelsen oder Schmetterlinge!

Thorax
Der Vorderkörper von Insekten ist in drei Abschnitte geteilt. Jedes dieser Segmente besitzt auf der Bauchseite ein Beinpaar. Auch die Beine sind gegliedert, sie können zum Teil rückgebildet oder am Ende mit unterschiedlichen Fortsätzen, wie Klauen, Dornen oder Spornen versehen sein. Bei flugfähigen Insekten findet man die Flügel am zweiten und dritten Segment des Vorderkörpers. Viele Insekten besitzen zwei Paar Flügel, die sehr unterschiedlich geformt sein können. Bei Käfern zum Beispiel sind die Vorderflügel zum Schutz zu harten Decken umgewandelt, während die Hinterflügel, die zum Fliegen benutzt werden, größer und häutig sind. Bei Fliegen wiederum spricht man von Zweiflüglern, da bei ihnen die hinteren Flügel zu kleinen Schwingkölbchen umgewandelt sind, die während des Fluges der Steuerung dienen.

Abdomen
Der Hinterleib besteht aus mehreren gleichförmigen Segmenten. Er kann weich und von den Flügeldecken verborgen oder aber von harten Bauch- und Rückenplatten geschützt sein. Das Körperende ist je nach Insektengruppe unterschiedlich geformt, wobei hier zwei bis drei Schwanzfäden, ein Legebohrer oder Greifzangen vorkommen können. Bei den Stechimmen beispielsweise ist der Legebohrer zu einem Giftstachel umgewandelt.

Skelett
Insekten haben kein knöchernes Skelett, wie wir es von Säugetieren kennen, sondern werden durch eine äußere stabile Hülle gestützt und geschützt. Diesen Chitinpanzer findet man auch bei Spinnentieren und wird Exoskelett genannt. Anders als unsere Knochen kann diese Außenhülle nicht mitwachsen, weshalb sich Insekten häuten müssen, um größer werden zu können. Die abgestreifte Haut wird auch „Exuvie“ genannt. Nach der Häutung ist der „frische“ Körper noch weich und verletzlich. Deshalb verstecken sich die Tiere meist, um keine Verletzungen in dieser sensiblen Phase zu erleiden. Nach wenigen Stunden ist die neue Haut ausgehärtet.

Innerer Aufbau
Insekten haben keine Lunge wie Säugetieren, sondern atmen über das Tracheensystem. Es besteht aus starren Röhren, die den gesamten Körper durchziehen und sich in immer feinere Röhren verzweigen und bis an die Organe reichen. An der Körperoberfläche mündet dieses Tracheensystem in sogenannte Stigmen. Über diese Öffnungen gelangt die Luft primär passiv in das Insekt. Allerdings ist die Atmung der Insekten so vielfältig wie die Klasse selber. Wasserinsekten haben sich an das Leben im Wasser angepasst. So können manche durch eine Oberflächenstrukturänderung der Cuticula (Außenhaut) Luftblasen festhalten. Bei anderen wird Sauerstoff über Tracheenkiemen oder die Haut aufgenommen. Insekten verfügen über einen offenen Blutkreislauf, das heißt alle inneren Organe schwimmen im Blut (Hämolymphe) und werden so mit Nährstoffen versorgt. Einzig ein unverzweigtes Rückengefäß besitzt einen kontraktilen Teil, das die Hämolymphe durch den Körper pumpt wie ein Herz.

Fortpflanzung & Entwicklung (eventuell Abb. Zyklus Ei-Larve-Puppe-Insekt)
Die meisten Arten sind getrenntgeschlechtlich, allerdings gibt es auch Zwitter-Arten bzw. Arten, die sich durch Parthenogenese (Jungfernzeugung) fortpflanzen. Bei der getrenntgeschlechtlichen Fortpflanzung begattet das Männchen das Weibchen, wobei die Spermien meist direkt übertragen werden und das Weibchen befruchtet wird. Bei (Silber-) Fischchen legen die Männchen Samenpakete ab, die die Weibchen dann aufnehmen. Nach der Begattung legen die meisten Insekten-Weibchen Eier ab. Es gibt aber auch Arten, die ovovivipar sind: Die Eier werden dabei im Körper bis zur Schlupfreife ausgebrütet. Sehr wenige Insektenarten bringen sogar fertig entwickelte Larven oder Puppen zur Welt.

Bei der Entwicklung unterteilt man in die unvollständige und die vollständige Metamorphose (hemimetabole Entwicklung). Diese beiden Entwicklungsformen unterscheiden sich durch ein Puppenstadium. Bei der unvollständigen Verwandlung schlüpft die Larve aus dem Ei und sieht den Adulttieren bereits ähnlich. Über mehrere Häutungen entwickelt sich die Larve schließlich zum fertigen Insekt, indem es an Größe zunimmt sowie Flügel und Geschlechtsorgane ausbildet. Die Anzahl der Häutungen ist von Art zu Art verschieden.

Bei der vollständigen Metamorphose schlüpft eine Larve, die sich mehrmals häutet und dabei immer an Größe zunimmt, bis sie ausgewachsen ist. Sobald sie sich verpuppt hat, werden die Organe der Larve, die das ausgewachsene Tier nicht braucht, umgebaut oder zurückgebildet und neue Organe wie die Geschlechtsorgane aufgebaut. Sobald dieser Prozess beendet ist, häutet sich das Insekt ein letztes Mal und das nun adulte Tier schlüpft dabei aus der Puppe.

Was machen Insekten im Winter?
Im Winter kommt es in unseren Breitengraden zu einer Ruhepause, da die Körpertemperatur der Insekten und damit alle Lebensvorgänge von der Außentemperatur abhängig sind. In welchem Stadium eine Insektenart überwintert, ist genetisch festgelegt. Der Startschuss für die Überwinterung ist zum einen die fallenden Temperaturen im Herbst und zum anderen die abnehmende Tageslänge. Insekten erwachen durch steigende Temperaturen im Frühling oder durch kurzzeitige Temperaturanstiege, die Frostperioden ablösen.

 

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