2011: Gartenrotschwanz

(Phoenicurus phoenicurus)

Der früher weit verbreitete und häufige "Gartenvogel" ist mit seinem namengebenden ziegelroten Schwanz selten geworden. Immer weniger Gärten genügen heute noch seinen Ansprüchen, weshalb BirdLife Österreich sowie die Partnerorganisationen Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern den Gartenrotschwanz zum Jahresvogel 2011 kürten.

Gartenrotschwanz © Josef Limberger
Gartenrotschwanz © Josef Limberger
Alte Obstbäume wichtig für Brutplätze
"Gartenrotschwänze brauchen Nisthöhlen, wie sie vor allem in alten Obstbäumen zu finden sind – nur leider sind alte Obstbäume nicht rentabel und stehen Bauvorhaben am Stadt – oder Ortsrand nur im Weg", so Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Die klassische Streuobstwiese ist selbst im ländlichen Raum so selten geworden wie der Gartenrotschwanz im Garten.
Streuobstwiesen zählen aber zu den typischen Gartenrotschwanz- Lebensräumen. Mit ihren hochstämmigen Obstbäumen, die sehr alt werden können, bieten diese alten Bäume sowohl geeignete Brutplätze als auch die notwendigen Sitzwarten, von denen die Vögel nach Insekten jagen.
 
Mit diesem farbenprächtigen Vogel des Jahres 2011 wollen die Natur- und Vogelschutzorganisationen nicht nur auf seinen stark rückläufigen Bestand und Lebensraum aufmerksam machen. Im Jahr des Gartenrotschwanzes soll vor allem auch mit Bewusstseinbildung aufgezeigt werden, wie mit geringen Mitteln Lebensräume erhalten aber auch neu geschaffen werden können.
 
Naturnahe Gärten sind wichtig
Neben Obstwiesen sind strukturreiche Kleingartenanlagen mit altem Baumbestand zunehmend von Bedeutung. Hier findet der Gartenrotschwanz oftmals letzte Rückzugsräume. Zum Schutz des schlanken, etwa 14 Zentimeter großen Singvogels fordert BirdLife auch ein Umdenken bei der Gestaltung von Gärten und Parks, denn der Gartenrotschwanz braucht abwechslungsreiche Landschaften. Auf sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse zugunsten von natürlicher Vielfalt verzichtet werden. In passender Umgebung kann dem Gartenrotschwanz auch mit speziellen Nistkästen geholfen werden.
 
6.000-12.000 Brutpaare in Österreich
Der Bestand des Gartenrotschwanzes in Österreich wird auf 6.000 bis 12.000 Brutpaare geschätzt. Als Insektenfresser lebt der Gartenrotschwanz nur im Sommerhalbjahr bei uns. Den Winter verbringt er in den afrikanischen Savannen südlich der Sahara. Auch dort und entlang seiner Zugwege ist er etlichen Gefahren ausgesetzt. Großflächige Monokulturen verdrängen mehr und mehr die natürliche Baumsavanne und nicht wenige der Vögel werden Opfer der in manchen Ländern noch üblichen Singvogeljagd
 
Klimawandel könnte ihn treffen
Langfristig könnten allerdings die Folgen des Klimawandels schwerwiegender sein. Dürreperioden im Mittelmeerraum und in der Sahelzone nehmen zu, die von den Vögeln zu überwindenden Wüsten dehnen sich von Jahr zu Jahr weiter aus.
 
Nicht verwechseln mit dem Hausrotschwanz
Weitaus bekannter und häufiger als der Gartenrotschwanz ist sein naher Verwandter, der schlichter gefärbte Hausrotschwanz. Dieser stammt ursprünglich aus felsigen Bergregionen. Als Kulturfolger hat er sich unsere Städte als „Ersatzfelsen“ erobert. Garten- und Hausrotschwanz werden daher leicht miteinander verwechselt.
 
  Pressefoto: © Josef Limberger

 

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