Loar Kramsach

(c) Philipp Larch

Das Naturschutzgebiet Kramsacher Loar zählt zu den letzten naturnahen Feuchtgebieten im Tiroler Inntal und stellt eines der wenigen erhaltenen Moorökosysteme dieser Region dar. Es entstand aus einem ehemaligen Altarm des Inns und zeichnet sich durch einen besonderen Wasserhaushalt aus: Während der Sommermonate steht ein Großteil der Loar unter Wasser, von November bis Mai fällt das Gebiet hingegen weitgehend trocken. Diese natürliche Dynamik schafft wertvolle Lebensräume für spezialisierte, feuchtigkeitsliebende Tier- und Pflanzenarten.
Besonders bedeutend ist die Loar als Laichgebiet für Amphibien. Unter anderem nutzen der europaweit geschützte Laubfrosch (Hyla arborea) sowie die Gelbbauchunke (Bombina variegata) die seichten, sonnenexponierten Wasserflächen zur Fortpflanzung. Beide Arten sind in der FFH-Richtlinie gelistet und gelten als stark gefährdet. In den vergangenen Jahren wurde jedoch vor allem beim Laubfrosch ein deutlicher Bestandsrückgang festgestellt. Ein Grund dafür ist die zunehmende Verschilfung und Verbuschung des Gebietes. Durch die fehlende Nutzung breiten sich Schilf und Steifseggen stark aus, offene Wasserflächen gehen verloren und der Nährstoffgehalt steigt. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Amphibien ebenso wie für viele andere seltene Arten, die auf nährstoffarme Feuchtlebensräume angewiesen sind.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden seit 2020 gezielte Pflegemaßnahmen durchgeführt. Teile der Loar werden im Spätherbst gemäht, das Mähgut wird abtransportiert und aufkommende Gehölze werden zurückgeschnitten. Diese Maßnahmen fördern offene, besonnte Flachgewässer, reduzieren den Nährstoffeintrag und tragen dazu bei, die ökologische Vielfalt langfristig zu sichern. Gleichzeitig bleiben wichtige Laichhabitate für Amphibien erhalten.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Kramsacher Loar als einzigartiges Feuchtgebiet und wertvollen Lebensraum innerhalb der Kulturlandschaft des Inntals dauerhaft zu bewahren und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz seltener und gefährdeter Arten zu leisten.

Mach mit!

Bei den Pflegemaßnahmen für den Erhalt dieses einzigartigen Feuchtgebiets werden im Spätherbst 2026 helfende Hände gebraucht! Treffpunkt: Nordost-Seite der Loar (Datum und Uhrzeit werden noch bekanntgegeben). Bei Interesse erfolgt die Aufnahme in die WhatsApp-Gruppe Loarpflege - Schilfmahd

Ausrüstung: Handschuhe, gutes Schuhwerk, Sonnenschutz, Wasser, wenn möglich Heurechen (am Besten aus Eisen); für eine Jause  wird gesorgt

Kontakt

Alexander Huber


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