Auf der Suche nach der Wildkatze: Hunde im Einsatz für den Naturschutz

© Josef Limberger

Das Leben vieler Wildtiere findet häufig im Verborgenen statt. Dadurch ist der sichere Nachweis mancher Arten wie der Wildkatze besonders schwierig bzw. sogar unmöglich. Erstmals veranstaltete der Naturschutzbund im Rahmen der Initiative vielfaltleben einen Suchhundekurs in Kärnten.

Der Einsatz von Hunden in der Wildbiologie zur Suche von Kot seltener und/oder schwer zu beobachtender Tiere ist seit etwa 10 Jahren Standard und wird weltweit angewendet. Wildbiologen trainieren dabei Hunde zur Suche nach Kot, Kadavern und Bauen bestimmter Wildtierarten. Mit Hilfe der Hunde kann man kleinste Teile von Pflanzen finden und sogar Fische und Amphibien in Gewässern nachweisen. Die Zuverlässigkeit der Hunde ist so hoch, dass bei manchen Arten eine genetische Kontrolle der Proben nur in der Anfangsphase nötig ist.

Mit Hilfe der Hunde steht demnach auch Material zur Verfügung, anhand dessen mit modernen biochemischen Methoden das Geschlecht bzw. das Individuum einer bestimmten Art identifiziert werden kann. Der Vorteil dieser Methode liegt weiters darin, dass ein trainierter Hund für die Suche nach einer bestimmten Art flexibel in verschiedenen Gebieten eingesetzt werden kann – zu fast jeder Jahreszeit und auch in schwierigem und unzugänglichem Gelände.

Um sich alle diese Vorteile auf der Suche nach der Wildkatze zunutze zu machen, veranstaltete der Naturschutzbund im März und Mai 2016 an der forstlichen Ausbildungsstätte (FAST) in Ossiach erstmals einen Kurs mit zwei Modulen für Wildkatzensuchhunde. Die Leitung teilten sich Dr. Gabi Sauseng, eine Biologin und erfahrene Hundetrainerin, die sowohl Erfahrung bei der Ausbildung von Hunden zum Auffinden von Quarantäneschädlingen als auch von Trüffeln mitbringt, und Dr. Leopold Slotta-Bachmayr, der als Biologe und Hundetrainer seinen Border Collie Spot bereits zum Wildkatzensuchhund ausgebildet hat und auch Mitglied der Plattform Wildkatze ist. Ziel war die Ausbildung von Hunden zur Suche nach dem Kot der Wildkatze, um daraus weitere Analysen anstellen zu können.

Zehn interessierte und ambitionierte HundebesitzerInnen haben sich dem ersten Modul mit ihren Hunden gestellt, in dem es darum ging, den Hunden die Grundzüge der Suche – d. h. die Prägung auf einen Zielgeruch, die Suche und Anzeige des Geruchs – zu lernen. Neben der praktischen Arbeit mit den Hunden wurden aber auch theoretische Inhalte wie die Trainingsprinzipien für Spürhunde, der Aufbau und die Funktion der Hundenase sowie Einsatzmöglichkeiten für die Spürhunde über die Suche nach der Wildkatze hinaus vermittelt. Mit diesem Wissen, der praktischen Erfahrung und jeder Menge Wildkatzenkot wurden die TeilnehmerInnen ins selbständige Training nach Hause entlassen. Sie kamen Mitte Mai wieder nach Ossiach zurück, um beim zweiten Modul die Suche nach den Hinterlassenschaften der Wildkatze zu festigen. Dabei lernten die TeilnehmerInnen, wie sie die Suche nach der Wildkatze im Gelände aufbauen können. Als „Abschlussprüfung“ mussten Hunde und HalterInnen das Erlernte vorzeigen und in einem unbekannten Gebiet nach Katzenkot suchen. Die TeilnehmerInnen trainieren nun fleißig zuhause weiter, um sich beim nächsten Treffen zum „Wildkatzensuchhundeteam“ zertifizieren zu lassen. Ziel dieser Ausbildungskurse ist letztendlich der Aufbau eines Netzwerks an Wildkatzenenthusiasten, die bei allfälligen Beobachtungen von Wildkatzen mit ihren Hunden helfen diese Beobachtungen so schnell wie möglich zu verifizieren.

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