Schmetterlinge als Bioindikatoren

Als Bioindikatoren bezeichnet man all jene Pflanzen- und Tierarten, die sehr empfindlich auf bestimmte Umwelteinflüsse reagieren. Das Auftreten bzw. Fehlen solcher Arten oder ihr Verhalten geben Informationen über bestimmte Standort- und Umweltbedingungen, wie zum Beispiel Nährstoffverhältnisse, Wasser- oder Luftverschmutzungen oder den pH-Wert. Mit Hilfe von Bioindikatoren kann die Qualität eines Lebensraums beurteilt werden.
 

Schmetterlinge sind ausgezeichnete Bioindikatoren!

Tagpfauenauge © Wolfgang Schruf
Schmetterlinge gehören zu den artenreichsten Insekten-Ordnungen unseres Planeten. So vielfältig wie die Arten selbst, sind auch die Lebensräume, in denen sie zu finden sind. Auf allen Kontinenten der Erde, mit Ausnahme der Antarktis, sind sie verbreitet und kommen bis in Höhen von 5.000 Metern vor. Möglich ist das durch eine sehr hohe Spezialisierung der einzelnen Arten auf ihre Umwelt.
 
Durch diese Anpassung sind sie unersetzliche Bioindikatoren für Lebensraumqualität, da sie auf Umweltveränderungen sofort reagieren.  Je nach Schmetterlingsart und Populationsgröße können somit Rückschlüsse auf das Funktionieren des betreffenden Ökosystems gezogen werden.
So lassen sich Klimaveränderungen beispielsweise an einem geänderten Flugverhalten oder der Besiedelung von Gebieten, in denen es den Faltern vorher zu kalt war, ablesen.
 

Schmetterlinge geben Auskunft über die Lebensraumqualität unserer Städte!

Randring Perlmutterfalter © Gutram Hufler
Auch für die Beurteilung der Qualität unseres Siedlungsraums sind Schmetterlinge sehr wichtig. Ob sie in Gärten, Parks oder auf anderen Grünflächen vorkommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier ist nicht nur der Umfang des vorhandenen Naturraums maßgeblich, der durch die Verbauungen in städtischen Gebieten meist sehr eingeschränkt ist. Entscheidend sind auch das Vorhandensein und die Zusammensetzung der Nektar- und Raupenfutterpflanzen. Häufig dominieren auf den Grünflächen nicht heimische Pflanzen, die unseren Faltern keine optimale Lebensgrundlage bieten. Nicht zuletzt ist auch die Mobilität des Schmetterlings selbst ausschlaggebend für das Vorkommen im Siedlungsraum.
 
Die Sammlung von Verbreitungsdaten verschafft einen Überblick über die Situation unserer Falter im Siedlungsraum. Je mehr Informationen über die einzelnen Arten vorhanden sind, desto besser können sie geschützt werden. Außerdem bekommt man so ein Bild von der Vernetzung der vorhandenen Naturräume, was Rückschlüsse auf die Lebensraumqualität unserer Städte zulässt.
 

Die Situation der Schmetterlinge ist beunruhigend

Einerseits ermöglicht die Fähigkeit der hohen Spezialisierung die Besiedelung der unterschiedlichsten Lebensräume. Andererseits wird ihnen diese Eigenschaft, in einer vom Menschen sehr stark beeinflussten Welt, immer mehr zum Verhängnis. Da sie bereits auf geringe Veränderungen sehr sensibel reagieren, bedrohen die globalen Umweltveränderungen, die durch die Aktivität des Menschen verstärkt werden, viele Schmetterlingsarten. Eingriffe in ihren Lebensraum, Umweltgifte, Klimaveränderungen und Monokulturen führen häufig zum Verschwinden von Arten und haben dazu beigetragen, dass viele heimische Schmetterlingsarten auf der Roten Liste der bedrohten Arten aufscheinen. 
 
 
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