Wiesenbrüterschutz in Vorarlberg

Großer Brachvogel  © Manfred Waldinger
Großer Brachvogel © Manfred Waldinger

Die Riedgebiete im unteren Vorarlberger Rheintal sind das wichtigste Wiesenbrütergebiet im Bodenseeraum. Der | naturschutzbund |  Vorarlberg setzt sich seit vielen Jahren für ihre Erhaltung ein. Im Jahr 2006 startete der Naturschutzbund  Vorarlberg gemeinsam mit den Niederwildrevieren Auer Ried, Lustenau und Dornbirn Nord das Projekt "Wiesenbrüterschutz in Vorarlberg". Im Laufe des Projektes konnten die Niederwildreviere Lauterach, Wolfurt, Dornbirn Süd und Hohenems als zusätzliche Partner gewonnen werden. Durch Entbuschungen, die Anlage von Flachteichen und andere Maßnahmen werden die Wiesenbrütergebiete aufgewertet. Zudem werden im Projekt Methoden zur Verringerung der Gelege- und Kükenverluste getestet.

 

Brachvogel, Kiebitz und Bekassine - in Vorarlberg vom Aussterben bedroht

Kiebitze © Dietmar Fuchs
Kiebitze © Dietmar Fuchs

Die Riedgebiete im unteren Vorarlberger Rheintal sind das wichtigste Wiesenbrütergebiet im Bodenseeraum. Die hier vorkommenden Arten Großer Brachvogel, Kiebitz und Bekassine sind in Vorarlberg vom Aussterben bedroht.  
Die Gründe für die schlechte Situation der Wiesenbrüter lassen sich direkt oder indirekt auf die Veränderung der Landschaft in den letzten 40 Jahren zurückführen. Gebiete mit guter Habitatqualität für Wiesenvögel – d.h. gehölzarme, extensiv genutzte Riedgebiete mit einem hohen Anteil an Streuwiesen und 2-mähdigen Wiesen und einem hohen Grundwasserspiegel - sind in Vorarlberg auf kleine Inseln im intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet zusammengeschmolzen. 

 

 

Für Wiesenbrüter zu gehölzreich, zu trocken,... © Reinhard Büchele

Auch die verbliebenen Wiesenbrütergebiete sind – trotz zahlreicher Aufwertungsmaßnahmen - großteils noch zu gehölzreich, mit Intensivlandwirtschaftsflächen durchsetzt und der Grundwasserspiegel ist oft zu niedrig. Während all dies die Habitatqualität für die typischen Riedarten wie Großer Brachvogel verschlechtert, profitieren Generalisten, zu denen auch Prädatoren der Wiesenvögel (Fuchs, Dachs, etc.) zählen. So zeigen Untersuchungen des Naturschutzbundes Vorarlberg mit Thermologgern, dass für mindestens 88% der Gelegeverluste beim Großen Brachvogel dämmerungs- und nachtaktive Beutegreifer verantwortlich sind.

 

 

Maßnahmen für die Wiesenbrüter

Freiwillige HelferInnen in Aktion © Manfred Waldinger

Im Projekt setzt das Projektteam des Naturschutzbundes Vorarlberg Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums und der Brutbedingungen der Wiesenvögel gemeinsam mit den Niederwildrevieren, Grundbesitzern, Gebietsbetreuern, dem Natura 2000-Regionsmanagement, Gemeinden, Bewirtschaftern und den Behörden um.

Neben der Anlage von Flachteichen und der kleinräumigen Verbesserung des Wasserhaushalts durch regulierbare Stauwehre sind dies v.a. Entbuschungen und die Anpassung der Nutzung auf Landwirtschaftsflächen im Einvernehmen mit den Bewirtschaftern. Denn mittel- und langfristig kommt der Lebensraumaufwertung höchste Priorität zu.

 

Kiebitzgelege werden bei der Ackerbewirtschaftung ausgespart © Reinhard Hellmair

Da zudem auch bestandesstützende Maßnahmen notwendig sind, werden Methoden zur Minimierung der Gelege- und Kükenverluste erprobt. Hierzu zählen der Schutz von Gelegen durch elektrische Zäune, das Aussparen von Kiebitzgelegen bei der Bewirtschaftung und die von den Niederwildrevieren durchgeführte Schwerpunktbejagung auf Fuchs, Dachs, Steinmarder und Hermelin. 

 
 
 
 
 
 
 
Kiebitz-Küken © Reinhard Hellmair
Das Projekt wird dankenswerterweise unterstützt von: 
Land Vorarlberg (Naturschutzfonds), Marktgemeinde Lauterach, Marktgemeinde Lustenau, Marktgemeinde Wolfurt, Stadt Dornbirn, Stadt Hohenems, Schweizer Ortsgemeinden Au, Widnau und Schmitter, Vorarlberger Jägerschaft – Landesjagdschutzverband und Bezirksgruppen Bregenz und Dornbirn sowie Vogelwarte Sempach und Naturschutzbund Österreich
 
 

 

          Vertiefende Infos zu Brachvogel, Bekassine und Kiebitz finden Sie in den Artenschutzkonzepten

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