vielfaltleben-Kiebitzprojekt 2009-2010

© G. Paldan

Der Naturschutzbund Vorarlberg fördert gemeinsam mit der Marktgemeinde Lustenau den Kiebitz in den Lustenauer Riedgebieten. Dies ist eines von zahlreichen Schutzprojekten im Rahmen der Kampagne vielfaltleben vom MInisterium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserweirtschaft, Naturschutzbund, WWF und Birdlife, die den Verlust der Biologischen Vielfalt in Österreich bis 2010 reduzieren sollen.

An seiner langen Federholle und der schwarz-weißen Färbung ist der etwa taubengroße Kiebitz leicht zu erkennen. Im Sonnenlicht glänzt sein Gefieder metallisch grün-violett. Seine auffälligen Abwehrflüge und sein unverkennbarer Ruf „Tiuiii - Tiuiii" kann man in der Brutzeit in einigen Riedgebieten des nördlichen Rheintals bewundern. Sein Nest legt der Bodenbrüter in Streuwiesen und vermehrt auch in Äckern an.

Die Bestände des Kiebitzes gehen in Österreich und vielen anderen Ländern Europas stark zurück. Auch in Vorarlberg ist der Kiebitz selten und gilt nach der Roten Liste als vom Aussterben bedroht. Der Naturschutzbund Vorarlberg und die Marktgemeinde Lustenau werten deshalb das Natura 2000-Gebiet Gsieg mit Zustimmung der Grundbesitzer, den Ortsgemeinden Widnau und Schmitter, für den Kiebitz und andere typische Streuwiesenarten auf. Ein regulierbares Stauwehr wurde am Hauptgraben eingebaut, mit dem nun der Wasserstand in der Vegetationsperiode gehoben werden kann. Im Spätsommer wird der Stau geöffnet, sodass die Streuwiesen vor der Mahd im Herbst abtrocknen können. Zudem errichtete das Naturschutzbund-Projektteam am Hauptgraben eine Grünbrücke und setzte eine alte Grünbrücke instand, über welche die flugunfähigen Küken verschiedene Nahrungsgebiete gefahrlos erreichen können. 

In den Lustenauer Riedgebieten werden auch gemeinsam mit den Landwirten Lösungen gefunden, dass bei der Bewirtschaftung von „Kiebitzäckern“ auf Gelege Rücksicht genommen wird und die Äcker „kiebitzfreundlich“ gestalten werden. Wichtig ist, dass Äcker zu Beginn der Brutzeit vegetationsarm und nicht begrünt sind, für den Kiebitz günstige Kulturen angebaut und Vernässungsstellen im Acker belassen werden. In den Brutsaisonen 2009 und 2010 wurden Nester markiert und die Landwirte informiert, damit sie die Nester bei der Bewirtschaftung schonen konnten. Die Bemühungen wurden mit einem sensationellen Bruterfolg im Jahr 2010 belohnt. Mindestens 189 Kiebitz-Junge wurden dieses Jahr im Vorarlberger Rheintal flügge, rund vier Mal so viele wie im Vorjahr. Fast alle dieser flüggen Jungen stammen aus Riedgebieten der Schweizer Ortsgemeinden in Lustenau. 

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