Interreg-Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion - Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung“

Projektpartner bei der Auftaktveranstaltung © Bianca Burtscher

Tümpel, Teiche und Co sind voller Leben und spielen eine wichtige Rolle für die biologische Vielfalt in der Bodenseeregion. Denn zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind auf Kleingewässer angewiesen.
Der | naturschutzbund | Vorarlberg und der Naturschutzverein Rheindelta haben deshalb gemeinsam mit Partnern aus Deutschland und der Schweiz unter der Koordination der Bodensee-Stiftung das Interreg-Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion“ gestartet.

Einst entstanden Kleingewässer durch dynamische Prozesse immer wieder neu. In den heutigen Kulturlandschaften am Bodensee fehlt diese Dynamik weitgehend, sodass verlandende Kleingewässer durch regelmäßige Pflege erhalten oder durch Neuanlage immer wieder ersetzt werden müssen. Zudem wird ihr Vorkommen durch landwirtschaftliche Intensivierung und Siedlungsentwicklung stark dezimiert. Viele gefährdete Amphibien-, Wasserkäfer- und Libellenarten, wie Gelbbauchunke, Laubfrosch, Moosjungfer, Binsenjungfer oder Winterlibellen sind auf Kleingewässer angewiesen. Auch die seltenen Wiesenbrüter wie Kiebitz, Brachvogel und Bekassine profitieren von ihnen als Bereicherung in ihren Brut- und Rastgebieten.

Im Interreg-Projekt "Kleingewässer" (2015-2019) wurden von allen Projektpartner insgesamt über 100 neue Kleingewässer in der Bodenseeregion neu geschaffen oder renaturiert, ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Experten und Aktiven aufgebaut sowie über 1200 Menschen für Kleingewässer durch Exkursionen und Veranstaltungen begeistert. Spannende Einblicke bietet der Abschlussfilm des Interreg-Projektes „Kleingewässer“, den Dominic Tinner produziert hat: https://www.youtube.com

Im Interreg-Projekt „Kleingewässer“ konnte der | naturschutzbund | Vorarlberg gemeinsam mit Grundbesitzern, Bewirtschaftern und weiteren Partner folgende Maßnahmen planen und umsetzen:

Pflege, Neugestaltung, Anlage von Kleingewässern

  • Auer und Lustenauer Ried

Im Auer Ried wurden vier verlandete Flachteiche durch vorsichtiges Abgraben eines Teils des Verlandungsbereichs reaktiviert. Zudem konnten im Kiebitz-Brutgebiet an drei Abschnitten die steilen Böschungen der Entwässerungsgräben abgeflacht und dadurch naturnahe Gewässerbereiche geschaffen werden (Kurzbericht).

Am Rande des Gsieg unterstützte der Naturschutzbund Reinhard Köck bei der Anlage von Teichen, die auch ein bei Führungen mit Schulklassen genutzt werden (Kurzbericht).

  • Hohenemser Ried

Im Hohenemser Ried konnten im Interreg-Projekt "Kleingewässer" Flachteiche auf einem Grundstück im Hohenemser Ried geplant werden, die Umsetzung wird mit finanzieller Unterstützung der Stadt Hohenems erfolgen.

  • Bregenzerachschlucht

Die Bregenzerachschlucht ist ein bedeutender Lebensraum der Gelbbauchunke. Ihr Bestand und ihre Laichgewässer wurden erfasst und Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet. Gemeinsam mit dem Regionsmanager für die Europaschutzgebiete im Bregenzerwald-Kleinwalsertal und der Pfadfindergruppe Wolfurt konnten in zwei Pflegeeinsätzen ausgewählte Maßnahmen umgesetzt werden (Kurzbericht).

  • Tümpel nahe des Oberrieds, Bludesch

Ein kleiner Tümpel nahe des Oberrieds (=Holzried) in Bludesch konnte durch die Schaffung von Flachufern und besonnten Bereichen aufgewertet werden (Kurzbericht).

  • Turbastall, Schlins

Der aufgestaute Torfstich im Turbastall in Schlins hat durch Verlandung zunehmend seine Bedeutung als Amphibienlaichgewässer verloren. Ein Teil des Torfstichs wurde flach abgegraben und dadurch als Laichgewässer reaktiviert. Erfreulicherweise wird die Gemeinde Schlins – angeregt durch das Interreg-Projekt – darüber hinaus durch weitere Maßnahmen das Gebiet Turbastall landschaftlich und ökologisch aufwerten (Kurzbericht). 

Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung

Der | naturschutzbund | Vorarlberg und der BUND Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Lindau konzipierten gemeinsam mit der Umweltpädagogin Mag. Agnes Steininger eine Gewässerrallye, bei der Kinder und Familien die Kleingewässer an verschiedenen Stationen spielerisch erforschen und erleben können. In Form einer Broschüre steht die Gewässerrallye nun allen in der Umweltbildung Engagierten zur Verfügung. Aus der bunten Palette an Stationen können sich LehrerInnen, FreizeitpädagogInnen, Eltern etc. ihr Programm zusammenstellen. In der Broschüre sind zudem Artensteckbriefe ausgewählter Tier- und Pflanzenarten der Kleingewässer, die von den beiden Umweltorganisationen und der Biologin Dipl. Biol. Anne Puchta im Interreg-Projekt erstellt wurden (Genauere Infos zur Gewässerrallye und Broschüre zum Download).

Bei Familiennachmittagen in Schlins, Lustenau und Bregenz konnten Kinder und Familien die Gewässerrallye selbst erleben. In die Welt der Schwebfliegen und Teichbewohner führte eine Exkursion ins Rheinholz (Kurzbericht).
Durch diese  Veranstaltungen und Artikel in der Vereinszeitung und in verschiedenen Vorarlberger Medien konnte der Naturschutzbund Menschen für die Kleingewässer und ihre Lebewelt begeistern.

        Weitere Infos: www.kleingewaesser-netzwerk.org

Das Interreg V -Projekt „Kleingewässer“ wird mit Fördergeldern der Europäischen Union und der beteiligten Schweizer Kantone, durch das Land Vorarlberg, Stiftungen und Gemeinden finanziell unterstützt.

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