Von der Blüte zur Frucht

Sensenkurse unter Obstbäumen und „Tag der alten Obstsorten 2017“

© Uli Seufferlein

Wie die alte Kulturtechnik des Sensenmähens angewendet wird, konnten Schneidige heuer bei zwei Kursen erlernen. Im Rahmen des Bienenschutzfonds-Projektes „Streuobstwieseninitiative“ luden der Naturschutzbund Oberösterreich und die Naturparke Mühlviertel sowie Attersee-Traunsee am 9. Juni bzw. am 25. August zu je einem „Sensenkurs unter Obstbäumen" ein. Neben theoretischem Wissen über die Geschichte, die Sensentypen, den Aufbau der Sense und einer kurzen Einführung in die Kunst des Dengelns, gab es in dem Nachmittagskurs vor allem viel Gelegenheit zum praktischen Erlernen und Üben für den richtigen Sensenschwung und „a guade Schneid“. Uli Seufferlein, zertifizierter Sensenlehrer, Zimmermeister und Biobauer, leitete die Kurse.


© Julia Kropfberger

Beim „Tag der alten Obstsorten“ veranstaltet vom Naturschutzbund OÖ gemeinsam mit Bio Austria OÖ am 14. 10. 2017 ging es auch dieses Jahr darum, das Bewusstsein für die Vielfalt in Streuobstwiesen zu stärken. An diesem Tag waren mit Kronprinz Rudolf, Gräfin von Paris und Kaiser Alexander nicht die Mitglieder der europäischen Adelshäuser gemeint. Vielmehr sind das die klingenden Namen dreier alter Obstsorten, welche neben vielen anderen in Streuobstwiesen zu finden sind. Viele unserer Obstbäume wurden von vorangegangenen Generationen gepflanzt und ihre Sortennamen sind längst vergessen. Die Besucher hatten am Biohof Seyrhof in Gutau die Möglichkeit, unbekannte Apfel- und Birnensorten aus dem eigenen Obstgarten mitzubringen und vom Pomologen Dr. Siegfried Bernkopf und seinen Mitarbeitern Gabi und Klaus Strasser bestimmen zu lassen. Ein buntes Rahmenprogramm mit Obstsortenausstellung, Bastelstationen für Kinder und vielem Mehr rundete den „Tag der alten Obstsorten“ ab.

Streuobstwiesen-Management in Oberösterreich

Extensiv genutzte Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Neben diversen Wirbeltieren profitieren gerade auch Blüten besuchende Insekten, wie Wildbienen, Honigbienen und Schmetterlinge vom vielfältigen Nektar- und Pollenangebot der blühenden Obstbäume und Wiesenpflanzen.

© Julia Kropfberger

Umgekehrt sorgt ein vitaler Bestand an Blütenbesuchern für die Bestäubung der Obstbäume: Den Lebensraum Streuobstwiese für Bienen zu erhalten, sichert also auch unsere Obsternte. Die sanfthügelige Landschaft im Naturpark Obst-Hügel-Land in den Gemeinden Scharten und St. Marienkirchen an der Polsenz (Bezirk Eferding) ist geprägt durch Streuobstwiesen und Obstbaumzeilen.

In Kooperation mit Schulen vor Ort werden Obstbäume nachgepflanzt, das Obst verwertet und die nicht maschinentauglichen, aber umso wertvolleren Streuobstwiesen gepflegt.
Selbstverständlich wird über Medien und die beteiligten Schulen Bewusstseinsbildung betrieben, damit möglichst viele Menschen Obstgärten weiter pflegen, neu anlegen und die Produkte konsumieren – für die eigene Gesundheit und das Wohl der Natur.

Sensenkurse unter Obstbäumen in den Naturparken Mühlviertel und Naturpark Attersee-Traunsee

© Julia Kropfberger

Der Naturschutzbund Oberösterreich und die  Naturparke Mühlviertel sowie Attersee-Traunsee luden am 9. Juni bzw. am 25. August zu je einem "Sensenkurs unter Obstbäumen" im Rahmen des Bienenschutzfonds ein:

Die jahrhundertealte Kulturtechnik des Sensenmähens beherrschen heute nur mehr wenige Menschen, dabei verbindet das händische Schneiden des Grases körperliche Arbeit mit meditativer Leichtigkeit. Wenn früher die Schnitter im Morgengrauen zu den feuchten Wiesen zogen, um ihr Tagwerk zu verrichten, hatten sie ein gutes Werkzeug, viel Erfahrung und jahrelange Übung im Gepäck. Das Wissen, um den richtigen Sensenschwung, „a guade Schneid“ und einen exakten Schwad wird vom Sensenverein Österreich bis heute weiter gegeben.

Neben theoretischem Wissen über die Geschichte, Sensentypen,  Aufbau der Sense und kurze Einführung in die Kunst des Dengelns gibt es in dem Nachmittagskurs vor allem viel Gelegenheit zum praktischen Erlernen und Üben.

 

Weitere Informationen:

Naturschutzbund Oberösterreich

Telefon: 0732 779279

oder Julia Kropfberger, Naturschutzbund OÖ.: 0676 3674213

Email: oberoesterreich@naturschutzbund.at

 

„Obstklaubm“ im Naturpark Obst-Hügel-Land im Rahmen von 72h ohne Kompromiss:

© Julia Kropfberger

Zwölf Jugendliche vom Werkschulheim Felbertal  und ihre Lehrerin setzten sich von 20. bis 22. Oktober 2016 im Rahmen von "72h ohne Kompromiss" - Österreichs größten Jugendaktion, organisiert von der Katholischen Jugend Österreich in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3 - im Naturpark Obst-Hügel-Land ein - mit viel Engagement und Elan: Die ersten zwei Tage renovierten sie den Kursraum des Flüchtlingsheimes in Leppersdorf.

Am dritten und letzten Tag ging es hinaus in die Streuobstwiese: Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Naturschutzbundes OÖ. wurde eifrig Obst gesammelt. Ein kleiner Teil wurde gleich selbst von den Jugendlichen zu Apfelsaft verarbeitet und verkostet. Der Streuobstwiesen-Tag fand mit Unterstützung des Bienenschutzfonds von Hofer und Naturschutzbund statt.

Tag der alten Obstsorten

Das war der "Tag der alten Obstsorten" 2016

Streuobstwiesen zählen nicht nur zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs, sie beherbergen auch einen großen Schatz an Obstsorten. Über 3.000 verschiedene Apfelsorten gibt es in Mitteleuropa, viele von ihnen findet man nur in Streuobstwiesen. Nur eine Handvoll davon gelangen in den Handel.

Anfang Oktober 2016 veranstaltete Bio Austria Oberösterreich, der Naturpark Obst-Hügel-Land und der Naturschutzbund einen „Tag der alten Obstsorten“ in Scharten, um das Bewusstsein für die Vielfalt an Obstsorten zu stärken.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, ihnen unbekannte Apfel- und Birnensorten aus dem eigenen Obstgarten mitzubringen und von dem bekannten Pomologen Dr. Siegfried Bernkopf und seinen Mitarbeitern Gabi und Klaus Strasser bestimmen zu lassen. Die Früchte wurden anschließend in einer Sortenschau präsentiert und konnten auch verkostet werden. In nur wenigen Stunden kamen so über hundert verschiedene Apfel- und Birnensorten zusammen.

Das Rahmenprogramm bot viel Interessantes rund um Streuobstwiesen, etwa Informationen zur Anlage und Erhaltung von Streuobstanlagen mit Sammelbestellung von Bio Austria Oberösterreich. Eine Seminarbäuerin bereitete köstliches Chutney aus Fallobst zu und beim Bio–Glücksrad gab es schöne Preise zu gewinnen. Ernst Junger von der Bio-Baumschule Junger in Dorf an der Pram zeigte die richtige Obstbaum-Schnitttechnik vor. Auch wurde das Projekt „Obstklaubm - nix vawiastn“, bei dem Asylwerber und freiwillige Helfer aus Scharten dafür sorgen, dass liegengebliebenes Streuobst einer sinnvollen Verwertung zugeführt wird, vorgestellt.

Kinder konnten frischen Apfelsaft pressen, Nützlingsunterkünfte und Nistkästen bauen sowie Kräutersackerl füllen.Der Obstbauverein Scharten verwöhnte die Besucher mit Naturpark-Spezialitäten wie Schartner Most, Obstsäften, frischem Süßmost, Broten, Obstmehlspeisen und Kaffee. Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung von Bund, Land Oberösterreich und der Europäischen Union sowie dem Bienenschutzfonds von Hofer und Naturschutzbund durchgeführt.

Zurück

.