Hummeln kennen, erforschen und schützen

In Kooperation mit HOFER greift der Naturschutzbund „den Hummeln unter die Flügel" und setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Menschen Hummeln und andere Wildbienen kennenlernen. Auf der Meldeplattform www.naturbeobachtung.at kann man seine Beobachtung eintragen und alles über die 45 Hummelarten Österreichs erfahren. Im Forum hilft ein Hummel-Team bei Bestimmungsanfragen weiter. Besonderes Interesse galt heuer Hinweisen von Kuckuckshummeln, und zwar der Bärtigen und der Felsenkuckuckshummel. Als natürliche „Gegenspielerinnen“ ihrer Wirtshummeln sind sie besonders interessante Arten.

In vier Hummelbestimmungskursen in ganz Österreich und zwei Hummelvermehrungsseminaren mit Hummelbauer Schmidlechner in der Südsteiermark konnten rund 100 Interessierte ihr Wissen über die pelzigen Brummer erweitern und lernen, ein Hummelvolk zu züchten. Die Kurse für 2018 finden Sie hier

Gezielte Beobachtung, die auch der Forschung hilft...

696 Bienenarten kommen in Österreich vor, davon immerhin 43 Hummelarten. Hummeln zählen zu den wenigen Sympathieträgern in der Insektenwelt. Sie sind aber auch essenzielle Bestäuber für viele Pflanzenarten und leiden unter dem stark verminderten Blütenangebot durch intensive Landwirtschaft und naturferne Gärten. Wie so oft in der Natur will das Hinschauen aber gelernt sein. Und der Wunsch zu schützen folgt, wenn man diese faszinierenden Lebewesen erst einmal kennen und schätzen gelernt hat.

Die Möglichkeit, einen Großteil der Individuen nach Farbmustern zu bestimmen, ermöglicht es Laien, einen Einblick in die Artenvielfalt und Komplexität von Bestäubungs-Beziehungen zu bekommen. Dieser Anreiz zu gezielter Beobachtung soll das Verständnis für die Biodiversität ebenso wecken wie die interaktive Vermittlung von Artenkenntnissen - hier geht's zur Nachlese der Hummelbestimmungskurse.

Zum gezielten Bestimmen der Hummeln hat der Naturschutzbund im Rahmen des Bienenschutzfonds jetzt eine eigene Melde-Plattform eingerichtet. Unter www.naturbeobachtung.at kann man die heimischen Hummelarten kennenlernen, Beobachtungen melden und bei Experten nachfragen. Ganz nebenbei können aktuelle Verbreitungsdaten erhoben und Bewusstseinsbildung für naturnahe Gartengestaltung geleistet werden. Auch ein Hummel-Bestimmungsfolder steht zum Download bereit.
 

Das war das Hummeljahr 2017

Nach dem Motto "Wer brummt denn da in Garten, Wald und Wiese" machten viele Hummelbeobachter Meldungen, sodass das Hummeljahr 2017 im Rahmen des Bienenschutzfonds in Kooperation mit Hofer so erfolgreich wie noch nie war: Fast 5.537 Hummelmeldungen von 37 verschiedenen Hummelarten gingen heuer ein.

Am häufigsten gemeldet wurde die Ackerhummel (B. pascuorum), gefolgt von den Erdhummelarten (Bombus terrestris s.l.) und der Wiesenhummel (B. pratorum). Besonders gesucht waren dieses Jahr die Felsen- und die Bärtige Kuckuckshummel. Die Felsenkuckuckshummel wurde 56x, die Bärtige Kuckuckshummel 38x gemeldet. Auch Meldungen von besonders seltenen Arten waren dieses Jahr dabei: Alpenhummel, Samthummel (Erstfund in Kärnten seit 53 Jahren!), Eisenhuthummel und Mooshummel.

An dieser Stelle ergeht ein herzliches Dankeschön an alle Hummelbeobachterinnen und -beobachter für die vielen Meldungen! Dank eurer Hilfe gehören wir mittlerweile zu den größten Hummelmeldeplattformen weltweit! Wir freuen uns schon auf ein ebenso erfolgreiches Hummeljahr 2018!

 Hummelsauswertung 2017 (1 MB)
 
Außerdem wurden die bisherigen Ergebnisse der Hummelmeldeplattform auf der Citizen Science Konferenz 2018 in Salzburg mit einem wissenschaftlichen Poster präsentiert. Dieses gibt´s hier zum Download.

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