Bienenschutz in Gemeinden

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Um Bienen zu schützen, braucht es intakte Naturflächen. Der Naturschutzbund hat im Rahmen des Bienenschutzfonds mit Hofer einen Info-Folder herausgegeben mit Tipps, was Gemeinden für Hummel & Co. tun können. Auch spezielle Blühstreifen-Tafeln werden zur Verfügung gestellt.
 
Blütenreiche Raine, Wege- und Uferränder bieten Bienen und anderen "nützlichen" Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Im Gegenzug dazu leisten die Insekten für diesen Service wichtige Bestäubungsarbeit, die den Ernteertrag steigert. Gemeinden können die Artenvielfalt fördern, indem sie ihre Böschungsmahd und Wegrandpflege kritisch überdenken und der Natur den nötigen Raum geben - denn weniger ist mehr!
Blühstreifen nützen nicht nur der Landwirtschaft und dem Naturhaushalt, sie verschönern auch das Landschaftsbild und erfreuen Ihre Gemeindebürger.
 
Erhalten und fördern Sie Blühstreifen in Ihrer Gemeinde: Dafür müssen Sie nicht einmal viel tun! Denn die Natur am Weg- und Ackerrand ist bunt und vielfältig - wenn wir sie lassen...
 
 

Naturschonende Pflege von Gemeindeflächen

Die Akteure schulen – dann klappt´s auch mit der Blumenwiese!

© | naturschutzbund | Österreich
Was nützt es, mit dem Bürgermeister eine naturfreundliche Pflege der Gemeindeflächen zu vereinbaren, wenn Gärtner oder Bauhofmitarbeiter nicht wissen, worauf sie achten sollen? Nun initiierte der Naturschutzbund gemeinsam mit dem Lebensmittelhändler Hofer zwei Pilotseminare in Tirol, die den Praktikern zeigten, wie man bei der Grünflächenpflege auch Bienen, Schmetterlingen & Co etwas Gutes tun kann. Immer wieder gab es deshalb in der Vergangenheit enttäuschend verlaufene Projekte, denn die Pflege öffentlicher Blühflächen und das naturnahe Gärtnern in den Gemeinden ist eine Herausforderung. Zahlreiche Menschen wünschen sich aber mehr Blühflächen in ihrer Gemeinde: blühende Straßenränder und Böschungen, Wildblumeninseln an Straßen und Gehwegen sowie den Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide. Doch die Umsetzung ist eine große Herausforderung. Deshalb hat sich nun in Tirol ein breites Netzwerk verschiedenster Institutionen mit dem Ziel gebildet, Praktikern, die tagtäglich in diesem Bereich aktiv sind, mögliche Wege zu mehr Natur im öffentlichen Bereich der Gemeinden aufzuzeigen.
 
© | naturschutzbund | Österreich
Naturschutzbund und Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM) veranstalteten im April 2016 zwei Seminare im Rahmen des Bienenschutzfonds. Ziel war es, den Blick der Teilnehmenden für die Tier- und Pflanzenwelt und deren Bedürfnisse zu schärfen, damit die gewonnenen Kenntnisse in die tägliche Arbeit einfließen können. An die 70 Personen kamen der Einladung nach und erfuhren in den einzelnen Vorträgen Wichtiges für ihre Arbeit: „Informativ, kurzweilig und praxisnah“, „Freu mich schon darauf möglichst viel davon auszuprobieren“, waren einige der Reaktionen, die die Referenten – Wildbienenexperte Johann Neumayer, Biogärtner Erwin Seidemann, Wilfried Amann, Bauhofleiter von Rankweil und Matthias Karadar, Biologe des Tiroler Bildungsforums – bestärkten. Diese „Pilotseminare“ von Praktikern für Praktiker sollen als Vorbild für ähnliche Seminare und weitere Aktivitäten und Maßnahmen auch in anderen Bundesländern dienen. All diese Bemühungen haben das Ziel mehr Natur-Vielfalt in unseren Gemeinden zu schaffen.
www.naturschutzbund.at (Bienenschutzfonds)
Weitere Fotos auf www.facebook.com/abfallwirtschaft.tirolmitte
 
 

Bienenschutzfonds Gemeindeworkshop

Warum gibt es in Gemeinden so wenige Blühflächen?

Beim Naturschutzbund stehen die Zeichen ganz auf NATUR VERBINDET. Deshalb fand im Vorfeld des 45. Naturschutztages auch ein Workshop zum Thema „Wie kommen Gemeinden zu mehr Blühflächen?“ statt. Hintergrund ist die Tatsache, dass nur in den wenigsten Gemeinden Blühflächen entlang von Straßen oder auf gemeindeeigenem Grund zu finden sind. Dem sollte im Rahmen des Bienenschutzfonds, der von der Nachhaltigkeitsinitiative „Projekt 2020“ des Lebensmittelhändlers Hofer gegründet wurde, auf den Grund gegangen werden.

© Manfred Strobl
Eingeladen waren engagierte Personen, die Blühinitiativen in den Gemeinden Ainring (Bayern), Völkermarkt (Kärnten), Seeham (Salzburg), Pöchlarn (NÖ) und Gallneukirchen (OÖ) setzen. Der Themenbogen spannte sich um Projekte mit Gemeinden und Schulen, vom Bienenerlebnisweg bis zu bunten Blütenflächen. Der Leiter der Straßenmeisterei Pinzgau legte die rechtliche Situation für die Pflege und Betreuung von Straßenrändern in Österreich dar. Seine Schilderungen aus der Praxis im Pinzgau zeigten in Wort und Bild einen sehr bedachten Umgang mit der Natur und das Bemühen, die Vorgaben der Richtlinie für die Straßenrandpflege auch umzusetzen.
 
Drei Hauptgründe für zu wenige Blühflächen kristallisierten sich in der regen Diskussion heraus: Ästhetische, betriebswirtschaftliche und Sicherheits-Gründe. Laut den gesetzlichen Vorgaben für die Pflege von Straßenrändern – hier gilt die Richtlinie „Verkehr und Straße, RVS 12.05.11“ – wird darin Wert auf eine möglichst naturnahe, angepasste Bewirtschaftung von Straßenrändern gelegt. Die RVS gibt auch genau an, wo und wie breit an Straßenrändern gemäht werden muss, um die Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen. Dies sind Mindestanforderungen, die verbindlich für alle Straßen-Erhalter gelten. Es steht also nirgendwo geschrieben, dass die Pflegemaßnahmen maximiert werden müssten. Es sieht ganz danach aus, als ob Gemeinden bei ihrer Pflegepraxis fast immer nach eigenem Gutdünken verfahren, was die Häufigkeit des Mähens, aber auch den Pflegezeitpunkt und die Gründlichkeit betrifft. Kurz gesagt, wird die RVS in der Praxis zu wenig befolgt. Auf Fragen, wer nun eigentlich auf die Einhaltung der verbindlichen Vorgaben schaut und wohin sich Bürger wenden können, wenn sie dies beobachten, konnte vorerst keine Antwort gefunden werden.
 
Auf gemeindeeigenen Flächen stellen fragwürdige, ästhetische Ideale von Bürgern und Politikern noch mehr das Haupthindernis für fehlende Blühflächen dar. Dagegen gilt es mit einem breiten Mix an Maßnahmen und Methoden gegenzusteuern.
 

Lösungsansätze für Gemeinden:

Kostenvergleich und Gegenüberstellung für die gegenwärtige Praxis versus längerer Mährhythmen (mit Mähgutentfernung) und Überdenken der Mähzeitpunkte.

  • Kontakt zu EntscheidungsträgerInnen: Einfaches Merkblatt, auf dem die Richtlinie verständlich erklärt und die verpflichtende Umsetzung klar gemacht wird.
  • Schulungen für Gemeindemitarbeiter anbieten. Hier hat der Naturschutzbund bereits zwei Schulungen in den nächsten beiden Jahren geplant. Im Schneeballsystem könnte dieses Wissen weitergegeben werden.
  • Information für BürgerInnen anbieten (Methodenvielfalt: Tafeln, Gemeindezeitungen, Medienberichte, Rundfunk, Fernsehen, …)
  • Saatgutmischungen mit einjährigen, heimischen Blumen schaffen im Siedlungsraum schnelle, erste Eindrücke, die für die Akzeptanz enorm wichtig sind.
  • Rasenflächen zu Blumenwiesen umwandeln

Text: Ingrid Hagenstein & Dr. Johann Neumayer

Blühstreifen-Tafel

Wenn Sie Ihr Engagement als Gemeinde für blühende, artenreiche Wegränder zeigen wollen, können Sie das mit der Blühstreifen-Tafel tun: Dank des von Hofer unterstützten Bienenschutzfonds geben wir an Gemeinden Tafeln in A2-Größe ab, für die lediglich die Versandkosten  von 15,- zu bezahlen sind (begrenztes Kontingent). Die Tafeln können per Mail an bundesverband@naturschutzbund.at bestellt werden.

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