Offener Brief an LH Wallner und LR Gantner
Die Vorarlberger Landesregierung hat am 25. Juni 2026 die Öffentlichkeit über die geplante Novellierung des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftsentwicklung (GNL) informiert.
Eine Allianz von Naturschutzorganisationen vermisst die dazu angekündigte breite Einbindung und fordert ein Mitspracherecht. „Die Wirtschaftskammer, die Landwirtschaftskammer, die Industriellenvereinigung und den Wirtschaftslandesrat bei der Formulierung der Novelle einzubinden, und die Naturschutzanwaltschaft als Vertreterin der Naturschutzorganisationen außen vor zu lassen, weist auf eine Schieflage in diesem Prozess hin“, so Manfred Vith (BirdLife) als Unterstützer der Allianz.
Das inzwischen 30 Jahre alte Gesetz zu novellieren, stellt die Allianz nicht in Frage. Aber, so Rainer Siegele (Naturschutzbund): „Klima und Biodiversität haben sich in den letzten 30 Jahren drastisch verändert. Die Novelle muss daher diese Veränderungen berücksichtigen und die lebenswichtigen Ökosystemleistungen schützen. Allein den Wunschzettel der Wirtschaft abzuarbeiten, ist zu wenig.“
In der Allianz für eine breite Einbindung bei der Novelle des Naturschutzgesetzes haben sich anerkannten Naturschutzorganisationen zusammengefunden.
Gemeinsam bedauern die Mitglieder der Allianz, dass der Politik offenbar zu wenig bewusst ist, welchen Wert Natur und Biodiversität liefern. „Von sauberem Wasser über saubere Luft bis hin zu Hitzeschutz, Hochwasserschutz und gesunden Böden kommt eine intakte Natur sowohl den Menschen als auch der Wirtschaft zugute. Die Hitzewelle hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass wir mit technischen Lösungen schnell an unsere Grenzen stoßen“, so Rainer Siegele abschließend.
Es geht um einen fachlich fundierten und ausgewogenen Aushandlungsprozess, bei dem jeweils jene Lösung gefunden werden muss, die von einem Gleichgewicht geprägt ist. Dieses entsteht nicht dadurch, dass ökologische Erfordernisse wirtschaftlichen Interessen gegenübergestellt werden, sondern in dem alle legitimen Interessen – wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche – von den jeweils Betroffenen und ihren Vertretungen eingebracht werden können.
Die Natur, die geschützt werden soll, und ihre Ökosystemleistungen, sind unsere Lebensgrundlage und wir alle sind Teil davon.
Die Allianz fordert daher nachdrücklich, dass die Expertise der Vorarlberger Naturschutzanwaltschaft mit an den Verhandlungstisch kommt, bevor die Novellierung des Gesetzes in die Begutachtung geht.
Allianz:
Naturschutzbund Vorarlberg, BirdLife Vorarlberg, Bodenfreiheit – Verein zur Erhaltung von Freiräumen, Vorarlberger Naturwacht, Alpenverein Vorarlberg, Imkereiverband Vorarlberg, Fischereiverband Vorarlberg, Naturfreunde Vorarlberg