Rückblick auf die Biotopexkursion in den Streuwiesen Schubbas

Biotopexkursion Schubbas 2020 @ Bianca Burtscher

„Wiesenknopf, Ameisenbläuling und Co“

Die Tier- und Pflanzenvielfalt der Streuwiesen Schubbas fasziniert auch bei Regenwetter. Davon konnten sich zwölf wetterfeste BesucherInnen selbst überzeugen, die Mag. Bianca Burtscher und Gemeinderat Mag. Walter Heinzle bei der Biotopexkursion von Marktgemeinde Götzis, | naturschutzbund | Vorarlberg, und Abteilung Umwelt- und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Lan-desregierung begrüßen konnten. In den Streuwiesen gab es zwischen dem Hohen Pfeifengras Spätblüher wie den Teufelsabbiss, die Färberscharte und den Großen Wiesenknopf zu entdecken. Letzterer spielt eine wichtige Rolle im Leben des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, wie Bianca Burtscher den Exkursionsteilnehmenden erklärte. Die Raupen dieser Schmetterlingsart ernähren sich zuerst ausschließlich von den Blüten des Großen Wiesenknopfs. Dann lassen sie sich fallen und werden von bestimmten Ameisenarten, z.B. der Rotgelben Knotenameise in ihr Nest getragen. Dort ernähren sie sich von den Ameisenlarven und überwintern auch. Aber warum fressen die Ameisen die Raupen nicht? Mit ihren Honigdrüsen produzieren die Raupen ein zuckerhaltiges Sekret, das die Ameisen gerne fressen. Und sie strömen einen Duft aus, der die Ameisen besänftigt. Allerdings können sie das nach ihrer Verwandlung nicht mehr. Deshalb müssen die frisch geschlüpften Falter so schnell wie möglich das Ameisennest verlassen. Nach dem spannenden Einblick in das Leben dieser europaweit geschützten Art machten sich alle auf die Suche nach Insekten. Einmal den Blick dafür entwickelt, sahen die Teilnehmenden zahlreiche Lauchschrecken. Diese Heuschreckenart kommt vorwiegend in Feuchtwiesen tieferer Lagen vor. In einer Regenpause ließ sich ein Blaukernauge zu einem kurzen Flug hinreißen. Diese stark gefährdete Schmetterlingsart ist wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf einen späten Schnitt der Streuwiesen angewiesen. Wie faszinierend die Welt der Streuwiesen und ihrer sechsbeinigen Bewohner ist, konnten die Teilnehmenden bei dieser Biotopexkursion erleben, die auch Teil der Initiative „Insektenvielfalt – Kleine Tiere, große Leistung“ ist.

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