Höchst. Erfreulich!

Mesner Hubert Egger © Ingo Schobel

Hinter dem Ziffernblatt der Höchster Pfarrkirchen-Turmuhr lebt eine Kolonie Alpenfledermäuse. Es ist die erste und bisher einzige bekannte Kolonie in ganz Vorarlberg. Sie wurde erst im August 2025 nachgewiesen.

In unmittelbarer Nachbarschaft hinter dem Ziffernblatt lebt eine Kolonie Zweifarbfledermäuse. Im und um den Kirchturm herum jagen außerdem Zwergfledermäuse, Rauhautfledermäuse, Abendsegler und Kleinabendsegler. Turmfalken nutzen die Nistkästen in den Erkern des Turms für die Brut.

Weiter unten, im Friedhofsgrün der Kirche, bringt eine Häsin jedes Jahr ihre Jungen zur Welt. Pillenwespen bauen ihre Lehmnester an der Friedhofsmauer und Stieglitze brüten auf den Bäumen des Friedhofareals.

Das alles ist keine Selbstverständlichkeit. So viele seltene und scheue Arten finden nur dann Schutz und Lebensraum in Kirchen und auf Friedhöfen, wenn sich viele Menschen dafür einsetzen.

In Höchst ist das vor allem dem Pfarrkirchenrat zu verdanken – und dem engagierten Mesner Hubert Egger. Wenn Hubert eine Sache in die Hand nimmt, dann geht etwas weiter. Dann baut er eigenhändig zwei Turmfalken-Nistkästen und schleppt sie auf die Turmbalkone. Dann sorgt er dafür, dass die Fledermäuse aus- und einfliegen können. Dann pflanzt und pflegt er mit seinem erstaunlich grünen Daumen Büsche und Bäume am ganzen Kirchengelände. Hubert, vielen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz.

Weiterer großer Dank gebührt dem Fledermausexperten Georg Amann, der in minutiöser Arbeit Rufmuster, Haare und Kotproben analysiert hat und dadurch die verschiedenen Fledermausarten nachweisen konnte. Johanna Kronberger, ihres Zeichens Obfrau von BirdLife Vorarlberg, lieferte die Baupläne für die Turmfalkenkästen und suchte die richtigen Stellen am Kirchturm aus.

Als treibende Kraft hinter all diesen Entwicklungen ist Ingo Schobel vom Pfarrkirchenrat zu nennen. Er hält Kontakt zu den Expertinnen und Experten, unterstützt Hubert Egger bei seiner Arbeit und sorgt durch unzählige Gespräche dafür, dass die Maßnahmen auf ein breites Verständnis in der Gemeinde stoßen.

In seiner Enzyklika „Laudato si“ beschreibt Papst Franziskus unsere große Aufgabe der Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie. Hier ist ein Beispiel, dem viele folgen mögen. Höchst. Erfreulich!

Günther Ladstätter, 2. Obmann des Naturschutzbundes

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