Eiserner Vorhang und Grünes Band

© Christine Pühringer

Zum Auftakt des European Cultural Heritage Summit im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 fand Mitte Juni in Berlin die Tagung „Eiserner Vorhang und Grünes Band. Netzwerke und Kooperationsmöglichkeiten in einer europäischen Grenzlandschaft“ statt.

Am symbolträchtigen Tagungsort in der Bernauer Straße, wo die Auswirkungen der deutschen Teilung einst kulminierten – heute Gedenkstätte Berliner Mauer – beleuchteten Vertreter unterschiedlicher Disziplinen vielfältige Facetten des Kultur- und Naturerbes, die die Nachkriegsgeschichte des geteilten Europas am ehemaligen Eisernen Vorhangs hinterlassen hat. Dabei wurden insbesondere Chancen einer intensivierten grenzüberschreitenden europäischen Zusammenarbeit der erhaltenen Denkmale, Gedenkorte und historischen Stätten im einstigen Grenzraum sondiert.

Ein weiteres Ziel der Tagung war es, den Dialog zwischen Naturschutz und Denkmalpflege zu intensivieren. Die bereits im Jahre 1989 gestartete Initiative Grünes Band kann hier einen großen Beitrag leisten. Der ehemals todbringende Grenzstreifen hat sich zu einem nicht ersetzbaren Rückzugsraum für viele seltene und gefährdete Arten entwickelt, den es unbedingt zu erhalten gilt. Neben den naturschutzfachlichen Zielsetzungen geht es aber auch darum, das Grüne Band dauerhaft als historisches Monument zu erhalten und in der Grüne-Band-Region eine nachhaltige ökonomische Entwicklung, z. B. getragen durch Tourismus und Erholung, anzuregen. Dieser Ziel-Dreiklang konnte mittlerweile auf den gesamten europäischen Eisernen Vorhang im Rahmen der European Green Belt Initiative übertragen werden.

Diskutiert wurden außerdem die Chancen einer möglichen Nominierung des „Green Belt“ für die Welterbeliste der UNESCO- Das BfN hat hierfür ein „Machbarkeitsstudie Welterbe Grünes Band“ beauftragt, die vorgestellt und diskutiert wurde: Eingebettet in das „Grüne Band Europa“ finden sich zahlreiche Denkmale, Relikte, Stätten, Spuren und Zeugnisse des Eisernen Vorhangs und des Kalten Krieges, die teilweise förmlich in die jeweiligen Denkmallisten eingetragen sind, teilweise denkmalwert oder als Kulturlandschaftselemente des Kalten Krieges erhaltenswert sind. So verbindet der Korridor des Grünen Bandes auf einzigartige Weise junges Naturerbe und zeitgeschichtliches Kulturerbe Europas. Die Konferenzteilnehmer sprachen sich daher dafür aus, die Potentiale einer grenzüberschreitenden Welterbe-Nominierung als gemischtes Kultur- und Naturerbe weiter auszuloten

Hier geht’s zur Pressemitteilung der Veranstalter und dem Programmflyer (9,3 MB)

 

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