Karstweißling gesucht

© August Falkner

Den Karstweißling (Pieris mannii) findet man in erster Linie in Wohnvierteln, in denen in Steingärten oder auf Gartenmäuerchen Schleifenblumen, wie die Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens), angepflanzt wird. Denn an deren Blättern leben die Raupen hauptsächlich. Sehr gute Beobachtungschancen hat man auch am blühenden Lavendel.

Pieris mannii ist insofern ein interessantes „Forschungsobjekt“, als dieser Tagfalter sich in Europa aktuell mit großer Geschwindigkeit von West nach Ost ausbreitet. Während in Deutschland das aktuelle Verbreitungsgebiet relativ gut erforscht ist, hinken wir in Österreich etwas hinterher. So ist z. B. noch relativ unklar, auf welcher Route (Steiermark entlang des Alpenrands?) sich der Falter ostwärts ausbreitet. Während die ersten Beobachtungen des Karstweißlings in Vorarlberg bereits 2011 und in Tirol 2012 gelangen, dauerten Nachweise in der Steiermark bis 2016, in Salzburg und Oberösterreich bis 2017 und in Niederösterreich bis 2018. Große Verbreitungslücken im Großraum Wien und im Burgenland liegen wohl hauptsächlich daran, dass hier bis dato keine nennenswerten Erhebungen stattgefunden haben.

Deshalb versucht der Naturschutzbund nun gemeinsam mit Schmetterlingsforschern aus der Schweiz (Uni Basel) und Deutschland (DFZS, Lepiforum, science4you) mehr über die Verbreitung dieses faszinierenden Schmetterlings in Österreich zu erfahren. Das möchte er Mithilfe der „Citizen Scientists“ auf www.naturbeobachtung.at erreichen.

Die allermeisten Naturbeobachter werden den Karstweißling wohl kaum von einem Kohlweißling (oder anderen Weißlingen) unterscheiden können. Das macht aber nichts: Am besten fotografiert man möglichst viele (Kohl)Weißlinge, und zwar unbedingt immer die FlügelOBERseite, und meldet diese via App oder Web auf naturbeobachtung.at. Dort kontrollieren dann Expert/innen, ob sich unter den Belegfotos tatsächlich ein Karstweißling befindet. Immerhin 28 eindeutig bestätigte Fotobelege von Pieris mannii gingen bisher auf der Meldeplattform ein. Wir hoffen aber auf noch viele mehr – und bitten deshalb um Mithilfe bei der Suche nach dem Karstweißling!

 

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