Erstmals wurden zwei benachbarte Gemeinden über Staatsgrenzen hinweg gemeinsam als Model Municipalities of the European Green Belt ausgezeichnet. Die Gemeinden Kvilda (Tschechien) und Mauth (Deutschland) erhielten die Ehrung für ihr beispielhaftes Engagement im grenzüberschreitenden Natur- und Kulturschutz entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs.
Die Auszeichnung würdigt die enge Zusammenarbeit der beiden Kommunen im Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald und des Šumava-Nationalparks, einer ökologisch besonders wertvollen Kernregion des Europäischen Grünen Bands. Zu den gemeinsamen Aktivitäten zählen die Renaturierung von Hochmooren, der Erhalt historischer Grenzorte wie Bučina/Buchwald sowie die Entwicklung grenzüberschreitender Rad- und Wanderwege, die Naturschutz mit nachhaltiger Regionalentwicklung verbinden.
Österreichs Vorzeigegemeinde
Die Auszeichnung für die zwei Nachbargemeinden knüpft an frühe Vorreiter in Österreich an. Leopoldschlag im Mühlviertel, an der Grenze von Oberösterreich mit Tschechien, war eine der der ersten Gemeinden, die bereits 2017 für herausragendes Engagement ausgezeichnet wurde. Die Marktgemeinde setzt sich in Kooperation mit dem Naturschutzbund Oberösterreich seit Jahren für den Schutz und die Entwicklung des Natura-2000-Gebietes Maltsch ein, einem 348 Hektar großen Schutzgebiet am Grenzfluss Maltsch/Malše mit zahlreichen seltenen Lebensraumtypen und gefährdeten Arten. In Leopoldschlag wurde 2006 das erste Natura 2000 Grünes Band Europa-Informationszentrum eingerichtet. Darüber hinaus fördert die Gemeinde internationale Green Belt Camps zur Landschaftspflege und grenzübergreifenden Bildung und betreibt innovative Projekte wie die Beweidung von Feuchtgebieten mit Wasserbüffeln zur Erhaltung wertvoller Feuchtwiesen. Diese Aktivitäten verbinden aktiven Naturschutz mit Bildung, grenzüberschreitendem Austausch und sanftem Tourismus und machen Leopoldschlag zu einem Vorbild am österreichischen Grünen Band.
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