Insektenhotel? Wohl eher Kinderstube!

© Adrian Atamanczuk

Etwa 19% der meist solitär lebenden Wildbienen gehören zu den sogenannten Hohlraumbrütern. Das heißt, sie nisten sich in natürliche und künstliche Hohlräume ein, die günstige Bedingungen für Brutplätze offerieren. Um den Wildbienen unter die Flügel zu greifen, bietet der Mensch oftmals fesche „Insektenhotels“ an. Doch die Sache hat einen Haken: Viele dieser Bauten verfehlen aufgrund ihrer Ausstattung ihre ursprüngliche Bestimmung, nämlich artgerechten Unterschlupf für die Entwicklung des Nachwuchses zu gewähren. Deshalb sollen sie in erster Linie den natürlichen Bedürfnissen der potentiellen Bewohner und nicht den ästhetischen Ansprüchen der Menschen gerecht werden. Außerdem hat das Ganze wenig mit einem Hotel zu tun: Die Wildbienen richten sich nicht nur gern selbst ein, sondern renovieren auch und nutzen die Nisthilfe zudem länger als nur ein paar Tage.

Damit die Nisthilfe optimal ausgestattet ist, vielfach genutzt wird und außerdem als Naturbeobachtungsstation funktioniert, gibt der | naturschutzbund | einige wissenswerte Tipps:

Naturschutzbund-Tipp: Nisthilfe richtig ausstatten!

Material. An natürlichen Materialien eignet sich vor allem altes Hartholz, in das Löcher gebohrt werden, da es atmungsaktiv ist und beim Bearbeiten weniger leicht Risse bekommt. Bei Ziegeln eignen sich nur diejenigen, die besonders kleine Gänge (6–8mm) haben. Diese Gänge müssen, damit sich die Wildbienen richtig wohl fühlen, wie auch bei Halmen (Schilf, Bambus oder Stroh) an der Hinterseite verschlossen werden.

Auf die Technik kommt es an. Am besten eignen sich Bohrlöcher mit 2-9mm Durchmesser in einem Abstand von mindestens 1cm zueinander. Durch eine Längsholzbohrung können Risse, die Pilzbildung begünstigen, vermieden werden. Sowohl Bohrlöcher als auch Schnittkanten sollten so glatt wie möglich sein, um Flügelverletzungen vorzubeugen. Zudem müssen die inneren Gänge möglichst faser- und staubfrei sein.

Lage. Die Nisthilfe sollte in Richtung SO bis SW an einem sonnenbeschienen sowie regen- und windgeschützten Ort fest fixiert werden. Am besten in der Höhe von einem Meter oder höher, zumindest aber in unmittelbarer Nähe zu den wichtigsten Nahrungspflanzen. Wichtig sind außerdem eine freie Flugbahn sowie der Schutz vor Fressfeinden durch ein Drahtgeflecht oder grobmaschiges Netz.

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