Drei junge Steirerinnen sind „Wild auf Bienen“!

Im Rahmen der von Bund und EU geförderten Naturschutzbund-Kampagne „Natur verbindet – Wild auf Bienen“ wurden im Frühjahr 2020 österreichweit 5 Stipendien ausgeschrieben. Deren Vergabe setzte die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Wildbienen“ sowie ein qualitativ hochwertiges Exposé voraus; die Jury bestand aus dem Wildbienenexperten MMag. Dr. Johann Neumayer, Mag.a Christine Pühringer vom | naturschutzbund | Österreich sowie Martina Winkler, MSc, Projektleiterin beim | naturschutzbund | Österreich.

Neben einer Forscherprämie in Höhe von jeweils 300 Euro gab es für die Stipendiat*innen auch wissenschaftliche Begleitung; so wurde Fachliteratur zur Verfügung gestellt und es wurden auch Interviews sowie die kompetente Beantwortung von Fachfragen ermöglicht. Die Einreichfrist für die auf diese Weise entstandenen vorwissenschaftlichen Arbeiten endete per April 2021. In die Steiermark wurden zwei dieser Stipendien vergeben, und wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass beide Arbeiten bereits eingelangt sind!

 

Katharina Herzl, eine Maturantin des BG/BORG Graz-Liebenau (HIB Liebenau), hat sich auf 45 Seiten mit diesem Thema unter dem Titel „Gefährdung und Schutz mitteleuropäischer Wildbienen“ befasst. Ihre Abhandlung beinhaltet ausführlich alle theoretischen und praktischen Aspekte des Lebens von Wildbienen (Beschreibung einiger Arten, Lebensweise, Gefährdung und Schutzmöglichkeiten sowie Beobachtungen mit selbst gebauten Nisthilfen) und kommt zu dem Schluss, dass durch konstant hohe Bestandseinbußen in den vergangenen Jahrzehnten hierzulande viele Wildbienen bereits vom Aussterben bedroht sind. Industrielle Landwirtschaft und massiver Flächenverbrauch berauben Wildbienen ihrer Lebensräume und Nahrungsquellen, dennoch ist Verfasserin überzeugt, dass es zu einer Rettung der Wildbienen noch nicht zu spät ist, denn wir alle können dazu beitragen, dass diese wertvollen Bestäuberinsekten erhalten bleiben.

 

Die zweite steirische Arbeit wurde von zwei Schülerinnen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft) verfasst; sie stammt von Christina Bischof und Lena Brandtner, ist im Rahmen der Fachrichtung „Agrarmanagement“ entstanden und trägt den Titel „Die Schaffung von Lebensräumen und Futterquellen für Wildbienen“. Auf 57 Seiten entwickeln und vertiefen die beiden Schülerinnen anhand einer praktischen Versuchsanordnung fundierte Kenntnisse über die Lebensweise heimischer Wildbienen. Im Hinblick auf die Erhaltung der Artenvielfalt spielen Beobachtungen bezüglich optimaler Lebensräume mit entsprechenden Nahrungsquellen eine wesentliche Rolle, und unter dem Aspekt naturnaher Landwirtschaft wird vor allem die Frage nach dem Bestäubernutzen von Wildbienen ausführlich behandelt.

Beide Arbeiten zeichnen sich durch wissenschaftliche Sorgfalt, Genauigkeit sowie den spürbaren Wunsch, Wissen zu vermitteln und ein Umdenken auf gesellschaftlicher Ebene herbeizuführen, aus. Der | naturschutzbund | Steiermark bedankt sich für die gute Zusammenarbeit und wünscht den frischgebackenen Maturantinnen auch auf diesem Wege alles Gute für ihre weitere berufliche Laufbahn! (19.05.2021)

 

Kurzfassungen aller eingereichten Arbeiten sind hier zu finden:

https://www.naturverbindet.at/stipendien-fuer-junge-wildbienenforscherinnen.html

 

Weitere Informationen zur Kampagne „Natur verbindet“:

https://www.naturverbindet.at/start.html

Zurück

.