Wie sieht das Paradies für Echsen & Schlangen aus?

Der Naturschutzbund beantwortet die Frage zum Welttag der Schuppentiere am 21.2

Traditionellerweise widmet sich der Welttag der Schuppentiere der Kritik am Handel mit Schuppentieren und dessen Konsequenzen auf die lokalen Populationen in den Regionen Asien und Afrika. Doch auch in Österreich gibt es jede Menge „schuppige Tiere“, auf die der Naturschutzbund heute seinen Blick richtet: Wie man für unsere heimischen Schuppenkriechtiere kleine Paradiese auf Erden schaffen kann, erfährt man im Folgenden.

© Elisabeth Bubnik

Schuppentiere in Österreich? Das nicht, aber dafür sind bei uns jede Menge schuppiger Tiere zuhause – und zwar ganze 14 Arten der sogenannten „Schuppenkriechtiere“, Squamata. Ihnen gibt der Naturschutzbund zum Welttag der Schuppentiere eine Bühne und die gebührende Aufmerksamkeit. Denn die oft verkannten Schlangen und Echsen sind für uns und unsere Umwelt außerordentlich wichtig: Sie fressen nicht nur verschiedene andere Tierarten, die sich ansonsten sehr stark ausbreiten würden – Schlangen verspeisen beispielsweise gerne Wühlmäuse. Sie dienen selbst auch wiederum vielen Tiere als wichtige Nahrung, darunter stark gefährdeten Greifvögeln, wie dem in Österreich kaum mehr anzutreffenden Schlangenadler. So sorgen sie unter anderem dafür, das Ökosystem stabil zu halten. All unsere heimischen Echsen- und Schlangenarten, wie beispielsweise Zauneidechse und Blindschleiche, Kreuzotter und Ringelnatter, gehören zur Klasse der Reptilien und zur Ordnung der Schuppenkriechtiere.

Wo sich unsere Reptilien wohlfühlen
Schuppenkriechtiere kommen an unterschiedlichsten Orten vor. Die Habitatwahl ist dabei stark von der jeweiligen Art abhängig: Typische Trockenhabitate sind beispielsweise Wälder, Saumbiotope, Städte und Dörfer oder Kulturland. Feuchtlebensräume, die von Echsen und Schlangen gerne aufgesucht werden, sind Moore und Gewässerumgebungen. Die Ringelnatter und einige andere Artgenossinnen sind Generalisten und kommen in vielen unterschiedlichen Habitaten vor. Andere Schuppenkriechtiere sind hingegen auf einige wenige Lebensraumtypen angewiesen: Darunter die stark gefährdete Hornotter, die sich in trockenen, felsigen Gegenden, auf Geröllflächen, Steinmauern und in lichten Wäldern aufhält. Kreuzottern findet man häufig in Feuchtwiesen oder Mooren, wohingegen Blindschleichen sonnige Laub- und Laubmischwälder mit hohem Totholz-Anteil bevorzugen. Generell fühlen sich Schuppenkriechtiere in „mosaikartigen Habitaten“ besonders wohl.

Gefährdung von Schuppenkriechtieren und deren Ursachen
Die in Österreich heimischen Reptilienarten werden in der Roten Liste Österreichs als unterschiedlich gefährdet eingestuft: Die Europäische Hornotter ist „vom Aussterben bedroht“. Als „stark gefährdet“ gelten Mauereidechse, Würfelnatter und Östliche Smaragdeidechse. Schlingnatter, Kreuzotter und Kroatische Gebirgseidechse sind „gefährdet“. Als „potenziell gefährdet“ werden Westliche Blindschleiche, Zauneidechse, Bergeidechse, Ringelnatter und Äskulapnatter eingestuft. Zu den hauptsächlichen Gefährdungsursachen zählen der Verlust von extensiven Nutzflächen und Kleinststrukturen, die Zersiedelung von Landschaften sowie die Verwaldung. Der daraus resultierende Lebensraumverlust führt zu Populationsrückgängen oder gar dem Verschwinden von Arten. So haben wir z.B. die Wiesenotter bereits als heimische Art verloren - sie ist nur noch in Nachbarländern wie Ungarn zu finden. Eine aktuelle Bearbeitung der Roten Listen wird Aufschluss darüber geben, inwieweit sich die Gefährdungsstufen weiter verschlechtert haben. Es besteht jedenfalls dringender Handlungsbedarf für diese Tiergruppe.

Wie man Gärten reptilienfreundlich gestaltet
Für die Umwandlung des eigenen Gartens in ein Kriechtierparadies sind nur kleine Anpassungen notwendig: Der erste Schritt in der Gestaltung eines reptilienfreundlichen Gartens ist die Anlage einer naturnahen Grünfläche. Die schimmernden Sonnenanbeterinnen lieben extensive Gartenpflege (weniger ist mehr!) und ausreichend Versteckmöglichkeiten. Die Verlegung der Mahd auf kühle und bewölkte Tage wird dankend angenommen, wobei sich hier die frühen Morgenstunden oder der mittlere Nachmittag aufgrund der geringeren Aktivität der Arten anbieten. Auch der Verzicht auf Pestizide, Herbizide und chemische Dünger wird von den schuppigen Gartenbewohnern geschätzt. Beliebte Verstecke sind unter anderem Hecken, Laub- und Asthaufen sowie Trockenmauern. Blindschleichen und Ringelnattern nutzen gerne Komposthaufen als Futter- und Eiablageplätze. Damit Reptilien auch sicher über den Winter kommen, benötigt es möglichst große Stein- und Holzhaufen, die idealerweise tiefer liegen als der Rest des Bodens, um vor Frost geschützt zu sein.

Der Naturschutzbund bittet, Beobachtungen von Echsen und Schlangen via Foto auf seiner Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen.

17.02.2026

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