Mit dem phänologischen Frühsommer beginnt in Österreich die Hochsaison der Schmetterlinge. Während Frühjahrsarten wie Zitronenfalter oder Tagpfauenauge bereits seit Wochen unterwegs sind, beginnen zahlreiche typische Sommerfalter erst jetzt zu fliegen. Welche Arten man aktuell besonders gut beobachten kann, verraten Naturschutzbund und Umweltbundesamt.
Wir sind bereits mitten im phänologischen Frühsommer, der Ende Mai beginnt und Ende Juni in den Hochsommer mündet. Dieser ist klassischerweise an der üppigen weißen Blüte des Schwarzen Holunders zu beobachten. Doch auch die Hundsrose und viele weitere duftende Blüten machen sich aktuell überall bemerkbar. Kein Wunder also, dass viele Schmetterlingsarten diese Jahreszeit als Hauptflugzeit nutzen.
Zu den typischen Frühsommerarten zählt der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia). Diese Charakterart der Weichholz-Auen und lichten Laubwäldern ist bekannt für seinen blau-violetten Schillereffekt auf der Flügeloberseite, der dadurch entsteht, dass viele der dort sitzenden Schuppen speziell strukturiert und hohl sind, dadurch das Licht in besonderer Weise brechen und so besonders bunt schillern. Während sich die Raupen des Kleinen Schillerfalters hauptsächlich an Pappeln und Weiden entwickeln, ernähren sich die erwachsenen Tiere zum einen von Baumsäften, zum anderen von stark riechenden überreifen Früchten, jedoch auch von Aas oder Kot. Letzteren naschen die Tagfalter, um ihren Mineralstoffbedarf zu decken.
Auch das Schachbrett (Melanargia galathea) ist eine typische Frühsommerart. Seine Bestände sind stark vom Vorkommen extensiver Wiesenlandschaften abhängig. Mit seiner kontrastreichen schwarz-weißen Flügelzeichnung ist das Schachbrett unverkennbar und bis in den August hinein beobachtbar. Etwas länger flattern Kaisermantel und auch der gefährdete Apollofalter: Ihre Hauptflugzeit beginnt ebenfalls im Frühsommer, zieht sich jedoch bis in den Frühherbst hinein.
Für einige Schmetterlingsarten markiert der Frühsommer auch das Ende der Hauptflugzeit und somit auch das Ende ihres kurzen Lebens: So beenden etwa die Frühlings-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) – eine typische Frühlingsart – im Juni ihre Flugzeit. Auch Aurorafalter (Anthocharis cardamines) sind ab dem Frühsommer seltener zu sehen. Etwas besonders Spannendes geschieht mit den Landkärtchen (Araschnia levana) und tritt in Form des sogenannten “saisonalen Dimorphismus“ zutage: Dieser beschreibt den Umstand, dass adulte Landkärtchen je nach Saison anders aussehen. Die Raupen des gefährdeten Falters ernähren sich ausschließlich von Blättern der Großen Brennnessel (Urtica dioica) und wachsen in zwei separaten, zeitversetzen Generationen heran: In der Frühjahrsgeneration sind die besonders früh fliegenden adulten Falter in helles Orange gefärbt. Im Frühsommer stirbt diese Frühjahrsgeneration und es entwickeln sich die ersten Adulttiere der Sommergeneration. Diese sind deutlich dunkler gefärbt und weiß ausgebildete Bänder schmücken ihre Flügel.
Schmetterlinge knipsen & an neuer Roter Liste mitwirken: Einfach Handy oder Kamera schnappen, Bilder von Schmetterlingen in möglichst vielen verschiedenen „Posen“ machen und diese auf www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App hochladen. Die Daten werden von Expert*innen ausgewertet und gemeinsam mit dem Umweltbundesamt für eine topaktuelle neue „Rote Liste der Tagfalter Österreichs“ aufbereitet. Jedes geteilte Bild zählt!
17.06.2026