Mit dem Herbst beginnt die Rückwanderung vieler Amphibien in ihre Winterquartiere. Laubhaufen, Totholz und Erdreich bieten den Tieren Schutz – auf dem Weg dorthin sind Straßen jedoch eine gefährliche Barriere. Der Naturschutzbund bittet um Rücksichtnahme auf eine der am stärksten gefährdeten heimischen Artengruppen.
Amphibien gehören weltweit zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen: Rund 41 Prozent der Arten sind bedroht. Auch in Österreich ist die Situation kritisch – alle heimischen Amphibienarten stehen auf der Roten Liste und keine einzige Art gilt als ungefährdet. „Neben Habitatverlust, Lebensraumzerschneidung, Klimawandel und Krankheiten stellt vor allem der Straßenverkehr eine große Gefahr dar“, sagt Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich.
Laichplatztreue Lurche besonders gefährdet
Mit Ausnahme des Alpensalamanders benötigen alle heimischen Amphibienarten Gewässer zur Fortpflanzung und müssen dafür häufig Straßen überqueren. Auch auf dem Weg zurück in die Winterquartiere stellt der Verkehr eine große Gefahr dar. Jährlich fallen Millionen Lurche dem Straßenverkehr zum Opfer. Das Risiko für Amphibien, beim Überqueren einer Straße überfahren zu werden, ergibt sich vor allem aus der Fahrbahnbreite, der Anzahl und Geschwindigkeit passierender Fahrzeuge sowie der Verweildauer der Tiere im Gefahrenbereich. Besonders laichplatztreue Amphibienarten mit großen Jahreslebensräumen, wie Grasfrosch, Erdkröte und Springfrosch werden durch den Verkehr stark beeinträchtigt.
Amphibien wandern im Herbst und im Frühjahr
„Vor allem im Frühjahr ist besondere Vorsicht geboten, denn um diese Zeit wandern die Tiere von ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Jedoch sollte man auch im Herbst vermehrt Obacht geben, denn im September und Oktober wandern sowohl die erwachsenen Amphibien als auch die Jungtiere zurück in ihre geschützten Winterquartiere und ziehen sich in Laubhaufen, unter Totholz und sogar unter die Erde zurück und überwintern dabei gerne in Wäldern und Hecken“, so Trcka-Rojas. Dabei nutzen sie vor allem milde, feuchte Herbstnächte. Sobald der erste Frost kommt, bricht die Wanderung abrupt ab und die Tiere ziehen sich endgültig zur Winterruhe zurück.
So kommen Amphibien sicher in ihren Winterquartieren an
Da es im Herbst abends schon viel früher dunkel wird, überschneidet sich die Aktivität der Tiere leider häufig mit dem abendlichen Berufsverkehr. „Hinweisschilder sowie Schutzzäune sind ein deutliches Zeichen für wandernde Amphibien und sollten deshalb im Blick behalten werden. Insbesondere bei Regen und Dunkelheit ist aufmerksames Fahren wichtig“, so die Naturschutzbund-Expertin. „Die Anzahl der Kollisionsopfer kann durch eine Geschwindigkeitsreduktion – möglichst auf unter 30 km/h – deutlich reduziert werden.“
01.10.2026