Wenn die Nacht arbeitet: Schleiereule als Verbündete des Menschen

Lautlos, nützlich und faszinierend: Zum Internationalen Ehrentag der Eule am 4. August rückt der Naturschutzbund die Schleiereule in den Fokus. Warum die Art seit jeher eng mit uns Menschen verbunden ist und den Zweitnamen „Katze der Lüfte“ genießt, erfährt man im Folgenden.

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Schon seit Beginn der Menschheit faszinieren Schleiereulen – mit ihren großen dunklen Augen, ihrem klar abgesetzten herzförmigen Gesicht, das an eine Maske erinnert und ihrer geheimnisvollen Lebensweise. Die hochspezialisierten Jägerinnen sind schon seit langer Zeit eng mit unserer Kulturlandschaft verbunden. Kaum ein Nachtvogel ist in Europa so bekannt wie die Schleiereule. Dank ihres weichen Gefieders mit gefransten Flugfedern gleiten sie beinahe lautlos durch die Nächte. Ihr Gesichtsschleier bündelt dabei selbst leiseste Geräusche und ermöglicht eine präzise Ortung jeder Bewegung. So kann sie im Tiefflug über Wiesen, Feldern und Lichtungen ihre Beute „aus dem Nichts“ überraschen.

Leibspeise Maus
Als geschickte Jägerin – oft auch „Katze der Lüfte“ genannt – unterstützt die Schleiereule auch die Landwirtschaft. Zu ihrer Lieblingsnahrung zählen vor allem Feldmäuse, Hausmäuse und kleinere Ratten. Auch Spitzmäuse stehen ungewöhnlich häufig auf ihrem Speiseplan. „Bemerkenswert ist auch, dass die Schleiereule – im Gegensatz zu vielen anderen Eulenarten – keine eigenen Nester baut, sondern Nischen und Hohlräume nutzt. So lässt sie sich häufig in besiedelten Gebieten nieder und brütet dort in Kirchtürmen, Scheunen oder Dachböden“, sagt Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich. Ein Brutpaar kann in einem „guten Mäusejahr“ tausende Nager erbeuten. Das leistet einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht und begünstigt zugleich die landwirtschaftlichen Ernteerträge.

Wohnungsnot und Gifteinsatz bedrohen die Bestände
Als Gebäudebrüterin lebt die Schleiereule seit Jahrhunderten in enger Nachbarschaft zum Menschen. Schleiereulen sind zudem sehr genügsam und benötigen als Rückzugs- und Brutort bloß offene Dachnischen. Doch der aktuelle Trend, beim Sanieren alter Gebäude alles „dicht zu machen“, verschließt wertvolle Einflugöffnungen. Während die wunderschönen Tiere in Europa insgesamt noch als „nicht gefährdet“ gelten, gibt es in Österreich nur noch isolierte Restvorkommen. Die Art gilt bundesweit als „vom Aussterben bedroht“. Sie ist daher dringend auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Diese müssen regelmäßig gesäubert werden, um Infektionen vorzubeugen. Nicht nur die Brutplätze, sondern auch die Jagdreviere stehen zunehmend unter Druck: Strukturreiche Wiesen, Brachen, Feldraine und extensive Weiden gehen mehr und mehr verloren. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft finden Eulen immer weniger artenreiche Jagdgebiete und müssen für die Nahrungssuche weitaus längere Strecken zurücklegen. Auch der Einsatz von Mäuse- und Rattengift gefährdet die „Katzen der Lüfte“. Werden vergiftete Nager von den Eulen gefressen oder an ihre Jungen verfüttert, endet das meist tödlich und kann innerhalb kurzer Zeit eine ganze lokale Population vernichten.

Was Eulen brauchen
Mit wenigen, einfachen Maßnahmen kann man die lautlosen Jägerinnen unterstützen: „Artenreiche, extensive Flächen mit Wiesen und Hecken, der Erhalt von Brutplätzen sowie vor allem der Verzicht auf chemische Rattengifte und Mäuseköder können die fragilen Schleiereulen-Bestände stabilisieren. Zusätzliche Nistkästen helfen der bedrohten Eulenart ebenfalls beim Überleben“, weiß Trcka-Rojas.

Wer hat eine Eule gesehen?
Falls Sie einer (Schleier-)Eule begegnen, bittet der Naturschutzbund, die Beobachtung auf seiner Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen – vor allem, wenn auch Fotos gelingen.Expert*innen werten die Daten aus, um mehr über die Verbreitung der bedrohten Nachtvögel zu erfahren.

30.07.2026

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