Im Frühjahr machen Wechselkröten gleich doppelt auf sich aufmerksam: Einerseits aufgrund ihrer charakteristischen grünlich gefleckten Zeichnung, andererseits aufgrund ihrer melodischen Balzgesänge an milden Abenden und in lauen Nächten. Anlässlich des Welttags der Frösche am 20. März ruft der Naturschutzbund dazu auf, Fotos der gefährdeten Schönheit auf www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen, um so zu ihrem Schutz beizutragen.
Amphibien gliedern sich in zwei Gruppen: Einerseits gib es da die Froschlurche, wobei hier Frösche, Kröten und Unken gemeint sind, andererseits die Schwanzluche, zu denen Molche und Salamander zählen. Die Amphibien eroberten als erste Wirbeltiere bereits vor etwa 360 Millionen Jahren das Land. Sie sind also älter als die Dinosaurier. Eine bemerkenswerte Art unter den Froschlurchen ist die Wechselkröte. Sie gehört zu den Kröten und zeichnet sich durch ihre auffällige, mosaikartige Zeichnung aus – grüne Flecken auf heller, oft weißlicher oder grauer Grundfarbe. Damit ist sie gut von der weitaus häufigeren Erdkröte zu unterscheiden. Auch längliche Hinterbeine und ein eher flinker Bewegungsstil sind typisch für die Wechselkröte.
Die anpassungsfähige Pionierin
Die Wechselkröte ist auf offene, oft trockene Lebensräume spezialisiert. Ursprünglich lebte sie vor allem in Steppen- und Auenlandschaften mit lockeren Böden und temporären Gewässern. Heute findet man sie häufig auch in von Menschen geprägten Lebensräumen wie Schotterflächen, Baustellen, Industriebrachen oder Sandgruben, selbst karge Lacken werden von der anpassungsfähigen Art besiedelt, solange die umliegenden Lebensräume intakt sind. Besonders wichtig sind für den g‘scheckten Lurch flache, sonnige Gewässer, die sich rasch erwärmen und oft nur zeitweise Wasser führen. Solche temporären Tümpel werden von der Wechselkröte innerhalb kürzester Zeit bezogen – was ihr auch den Zweitnamen „Pionierart“ einbrachte – und von den Weibchen zum Ablaichen genutzt.
Schöne Rufe in lauen Frühlingsnächten
Nicht nur in ihrer Färbung ist die Wechselkröte bemerkenswert. Während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr machen vor allem die Männchen mit melodischen Gesängen auf sich aufmerksam: Mit ihrem charakteristischen, langgezogenen Trillern rufen sie in warmen Abend- und Nachtstunden nach Weibchen. Diese Rufe sind über größere Entfernungen hörbar und zaubern im Umfeld der Laichgewässer eine besondere Klangkulisse. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in langen Schnüren im Wasser ab, aus denen sich innerhalb weniger Wochen Kaulquappen entwickeln.
Was uns Kröten „bringen“
Frösche und Kröten sind wichtige Akteure innerhalb des Nahrungsnetzes. Viele Tierarten sind von Froschlurchen sowie deren Laich und Kaulquappen als Nahrung abhängig. Gleichzeitig ernähren sich Kröten von zahlreichen Insekten, Schnecken und anderen wirbellosen Tieren. Damit tragen sie dazu bei, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Froschlurche sind außerdem eine wichtige Zeigerart für eine intakte Umwelt: Wenn es ihnen gut geht, geht es auch der Natur gut – und umgekehrt.
Wie man zum Schutz unverwechselbaren Kröte beitragen kann
Die Wechselkröte ist heute vielerorts sehr selten geworden. Sie gilt laut Roter Liste Österreich als „gefährdet“, die Individuenzahlen drohen in weiten Teilen Österreichs weiter zurückzugehen. Darum ist sie nach der FFH-Richtlinie als streng zu schützen eingestuft. Einer der Hauptgefährdungsgründe ist der Verlust geeigneter Lebensräume: Offene Flächen verschwinden durch Verbauung, Aufforstung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung. Auch temporäre Gewässer, die für die Fortpflanzung der Art wichtig sind, werden oft zugeschüttet oder entwässert. Um die Wechselkröte nachhaltig schützen zu können, bittet der Naturschutzbund, Beobachtungen der Art auf seiner Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen. So können wissenschaftliche Daten zu Vorkommen und Lebensräumen der „glitschigen Freunde“ erhoben und daraus Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.
17.03.2026