Von der Taiga nach Mitteleuropa: Seltene Hummel in Österreich gefunden

Schon fast 40.000 Hummelsichtungen auf der vom Lebensmittelhändler HOFER unterstützten Hummelmelde-Plattform des Naturschutzbundes

Erst zum zweiten Mal gelang im heurigen Sommer der Nachweis der seltenen Taigahummel in Österreich. Der Hummelliebhaber Walter Wallner fotografierte die besondere Hummelkönigin bei einem seiner Streifzüge durch das Wenger Moor in Salzburg und meldete ihn auf der online-Plattform naturbeobachtung.at des Naturschutzbundes. Experten bestätigten nun die besondere Bedeutung dieses Fundes, es ist vermutlich eine der südlichsten Beobachtungen dieser Hummel in Europa.

© Walter Wallner

Die Taigahummel zeigte in den letzten Jahrzehnten von ihrem bekannten Verbreitungsschwerpunkt in der Mongolei und Südsibirien eine massive Ausbreitung nach Westen und war um die Jahrtausendwende erstmals an der Ostsee zu finden. Seither verbreitete sie sich auch ins Binnenland. Der aktuelle Fund ist der erste Nachweis dieser Hummel für Salzburg und erst der zweite für ganz Österreich.

Die Meldung der Taigahummel ist nur eine von mittlerweile beinahe 40.000 Hummelsichtungen, die engagierte Bürger und Bürgerinnen (Citizen Scientists) auf der vom Lebensmittelhändler HOFER seit 2013 im Rahmen des Bienenschutzfonds unterstützten Online-Plattform www.naturbeobachtung.at/hummeln eintrugen. Die Daten fließen in wissenschaftliche Analysen und dienen als Basis für Naturschutzarbeiten.

Hummeln brauchen Blühstreifen als Nistplatz, Nahrungsquelle und Wanderkorridore
Neben Hummelarten mit über Jahrhunderte gleichbleibenden Arealen und stark rückläufigen oder gar ausgestorbenen Arten gibt es auch sehr mobile Arten. Alle Arten müssen sich aber in einer Landschaft verbreiten können, soll es nicht zum Aussterben oder zur genetischen Verarmung kommen. Der Naturschutzbund setzt sich deshalb mit seiner Kampagne NATUR VERBINDET* für Wanderkorridore mit ausreichendem Blütenangebot ein. Auch Nistmöglichkeiten wie Hecken, Raine, blühende Wiesen, strukturreiche Waldränder, aber auch Gärten und öffentliche Grünflächen sind unverzichtbar für das Überleben von Hummeln und vielen weiteren Tieren. Großen Schutzgebieten wie dem Wenger Moor fällt für die Erhaltung seltener Arten eine bedeutende Rolle zu. Doch dürfen sie nicht isoliert sein. Daher sind kleine Vielfaltsinseln in der Landschaft unverzichtbar, so der Naturschutzbund.

*NATUR VERBINDET ist „Wild auf Bienen“: Unsere Landschaft muss wieder bunter, vielfältiger und damit insektenfreundlicher werden. Mit Unterstützung von Bund und Europäischer Union will der Naturschutzbund deshalb bedrohten Insekten helfen und zum Wildbienenschutz motivieren und anleiten.


12.10.2020

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