„Urban Nature Quest 2026“: Österreich schaut genauer hin – und entdeckt die Vielfalt vor der eigenen Haustür

Zahlreiche Naturinteressierte machten bei der österreichweiten urbanen Artenentdeckungstour des Naturschutzbundes mit und dokumentierten mehr als 327 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Jetzt stehen die drei Hauptgewinnerinnen und das erfolgreichste Bundesland der „Urban Nature Quest 2026“ fest.

Vier Tage lang wurde Österreichs Siedlungsraum zum Forschungsgebiet: Vom 18. bis 21. September waren Naturbegeisterte bei der „Urban Nature Quest 2026“ des Naturschutzbundes Österreich unterwegs, um Tiere und Pflanzen vor der eigenen Haustür zu entdecken, zu fotografieren und auf der Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at zu teilen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Teilnehmende aus allen neun Bundesländern dokumentierten österreichweit mehr als 327 verschiedene Arten und teilten rund 500 Naturbeobachtungen. Damit haben die Teilnehmer*innen nicht nur ihre Umgebung mit neuen Augen gesehen, sondern zugleich wertvolle Daten für die Erforschung und den Schutz der heimischen Artenvielfalt gesammelt.

Von der Hausmauer bis zum Stadtpark: Artenvielfalt mitten im Siedlungsraum
Ob Garten, Balkon, Friedhof, Stadtpark, Ortsrand oder Industriegelände – die Urban Nature Quest hat gezeigt: Natur findet überall statt. Gesucht und dokumentiert wurden sämtliche Tier- und Pflanzenarten im Siedlungsraum. Dabei waren nicht nur seltene oder spektakuläre Funde von Bedeutung. Auch häufige Arten liefern wichtige Informationen darüber, welche Tiere und Pflanzen in unseren Städten und Gemeinden vorkommen und wie sich ihre Verbreitung verändert. „Wir freuen uns sehr, wie viele Menschen sich auf die Suche nach der Natur vor ihrer eigenen Haustür gemacht haben. Jede einzelne Beobachtung ist wertvoll – für die Wissenschaft, für den Naturschutz und natürlich auch für die Menschen, die dabei ihre Umgebung neu entdecken konnten“, sagt Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich.

Die gesammelten Beobachtungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Citizen Science: Sie helfen dabei, die Verbreitung heimischer Arten sichtbar zu machen und Veränderungen in der Artenvielfalt zu erkennen. Gerade im Siedlungsraum können solche Daten auch Hinweise darauf geben, welche Arten von Veränderungen des Lebensraums oder des Klimas profitieren oder neu in einer Region auftauchen.

Die erfolgreichsten Teilnehmer*innen stehen fest!
Bei der „Urban Nature Quest“ zählte nicht die Menge der hochgeladenen Fotos, sondern die Anzahl möglichst vieler verschiedener beobachteter Arten. Besonders erfolgreich waren dabei:

  1. Platz: Lydia Riehl aus Tirol – fantastische 89 verschiedene Arten in 100 Meldungen
  2. Platz: Sonja Hasitschka aus Niederösterreich – großartige 72 verschiedene Arten in 77 Meldungen
  3. Platz: Martha Gschwandtner aus Oberösterreich – tolle 68 verschiedene Arten in 72 Meldungen

 

Die drei Hauptgewinner*innen dürfen sich über Sachpreise und eine Urkunde freuen. Außerdem werden sie im nächsten Jahresbericht von naturbeobachtung.at porträtiert. Auch das Bundesländer-Ranking hat einen Gewinner: Niederösterreich konnte sich den Titel als erfolgreichstes Bundesland der Urban Nature Quest 2026 mit insgesamt 166 unterschiedlichen gemeldeten Arten sichern.

Gemeinsam beobachten, gemeinsam forschen
„Die Urban Nature Quest zeigt, wie viel wir über unsere Natur lernen können, wenn viele Menschen zusammenhelfen und als Hobbyforscher*innen mit gebündeltem Wissen zur heimischen Artenforschung beitragen. Ein Foto von einem Vogel im Garten, einer Pflanze am Wegesrand oder einem Insekt im Stadtpark mag auf den ersten Blick nur eine kleine Beobachtung sein. In der Summe entsteht daraus aber ein wertvoller Datenschatz für den Naturschutz“, sagt Gernot Neuwirth, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes.

Highlights aus der „Urban Nature Quest 2026“
Wie vielfältig die Natur im Siedlungsraum ist, zeigen folgende außergewöhnliche Funde: Von der gefährdeten Wechselkröte, die auch Gartenteiche und Schotterflächen besiedelt, über den winzigen Schlanken Ameisenspringer, der sich als Ameise tarnt, bis zum Karstweißling, der von Schleifenblumen in Gärten profitiert. Auch die wespenähnliche Wiesen-Wespenschwebfliege und der gefährdete Rotmilan zeigen, wie überraschend groß die Artenvielfalt direkt vor unserer Haustür ist. „Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmer*innen, die während der ‚Urban Nature Quest 2026‘ aufmerksam unterwegs waren, Arten entdeckt, fotografiert und ihre Beobachtungen geteilt haben – sowie den Expert*innen von naturbeobachtung.at, die bei der Bestimmung der Arten unterstützt haben“, so Trcka-Rojas.

Das Forschen geht weiter …
Die „Urban Nature Quest 2026“ ist vorbei – die Naturbeobachtung geht weiter: Wer auch nach der Aktion Tiere und Pflanzen entdecken und damit zur Erforschung der heimischen Artenvielfalt beitragen möchte, kann seine Beobachtungen jederzeit gerne auf www.naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App teilen. Jede Beobachtung zählt!

 

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