Sie sind die Grenzgänger zwischen Wasser und Land, doch ihr Weg wird immer öfter zur Einbahnstraße in den Tod. Anlässlich des internationalen „Save the Frogs Day“ am 28. April macht der Naturschutzbund auf eine oft unterschätzte Gefahr aufmerksam: Unsere menschliche Infrastruktur. Während der Straßentod allgemein bekannt ist, sterben jährlich unzählige Frösche, Kröten und Molche lautlos in Gullis, Lichtschächten und Gartenpools. Dabei ließen sich diese „Todesfallen“ mit minimalem Aufwand in sichere Lebensräume verwandeln.
Glatte Wände als unüberwindbares Hindernis
Amphibien sind auf ihren Wanderungen ständig auf der Suche nach Feuchtigkeit und neuen Lebensräumen. Strukturen wie Entwässerungsgitter, Lüftungsschächte oder Weideroste wirken auf die Tiere oft anziehend, entpuppen sich aber schnell als Gefängnis. „Einmal hineingefallen, gibt es an glatten Beton- oder Metallwänden kein Entkommen mehr“, erklärt Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich. „Die Folge: Die Tiere verdursten, verhungern oder ertrinken bei Starkregen qualvoll in der Kanalisation.“
Auch der heimische Garten birgt Risiken. Steile, rutschige Ufer von Zierteichen oder Swimmingpools werden für erschöpfte Tiere – insbesondere für Erdkröten-Weibchen während der Paarungszeit – zur tödlichen Barriere. Sie schwimmen oft bis zur totalen Erschöpfung im Kreis, ohne eine Ausstiegsmöglichkeit zu finden.
Einfache Lösungen zur Lebensrettung für Amphibien
Der Naturschutzbund betont, dass effektiver Artenschutz nicht teuer sein muss. Viele Gefahrenstellen lassen sich mit Handgriffen entschärfen, die kaum Kosten verursachen:
Ein Plädoyer für „wilde Ecken“ im Garten
Neben der Entschärfung von Fallen kann jeder Gartenbesitzer durch Mut zur Unordnung helfen. Weniger Mähen, das Anlegen von Laubhaufen oder Teichen mit flachen Uferzonen schafft wertvolle Rückzugsorte.
Diese Bemühungen sind Teil des länderübergreifenden Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“, in dem der Naturschutzbund gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern sowie den Landesgruppen Salzburg, Oberösterreich und Tirol aktiv ist.
Frösche melden – Frösche retten
Bürgerinnen und Bürger können einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie Amphibiensichtungen auf der Plattform www.naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App melden. Diese Daten sind essenziell, um Schutzmaßnahmen dort zu ergreifen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Der Naturschutzbund setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der Biodiversität und den Schutz bedrohter Arten ein. Durch Projekte wie „Amphibienschutz LINKED“ verbindet er wissenschaftliche Expertise mit praktischem Naturschutz vor Ort.
22.04.2026