Säugetier des Monats September: Der Abendsegler

Eine unserer größten heimischen Fledermäuse ist auf dem Weg ins Winterquartier

Mit rund 40 cm Flügelspannweite hat der Abendsegler eine beachtliche Größe, dennoch ist er ein schneller und wendiger Insektenjäger. Bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h vollbringt der Abendsegler wahre Flugkunststücke. Um zwischen Winter- und Sommerquartier zu wechseln, legt er bis zu 1.500 km weite Flugstrecken zurück. Beim Durchzug ist der Abendsegler jetzt vermehrt zu beobachten, deshalb hat ihn der Naturschutzbund zum „Säugetier des Monats September“ gekürt.

© Peter Angeli

Erkennungsmerkmale des Abendseglers sind neben der Körpergröße von rund 8 cm auch die dicken Drüsenwülste in den Mundwinkeln und die runden Ohren. Die Ohren, das Gesicht und die Flughäute sind nicht behaart. Der Abendsegler kommt fast in ganz Europa vor. Er ist eine große Fledermaus mit einem rostbraunen und samtig glänzenden Fell. Trotz seiner Größe hat der Abendsegler ein „Fliegengewicht“ von nur rund 40 Gramm. Als Quartier bevorzugt er Baumhöhlen. Falls keine geeigneten Bäume vorhanden sind, nutzt er aber auch Gebäudespalten. Ähnlich wie Zugvögel legt er zwischen Sommer- und Winterquartier weite Strecken zurück. Derzeit fliegt der Abendsegler von Nordost- nach Südwesteuropa.

Bevor der Abendsegler von November bis März seinen Winterschlaf hält, wird es allerdings noch einmal aufregend für ihn. Denn im Herbst gilt es, sich zu paaren. Dabei locken die Männchen paarungsbereite Weibchen mit Rufen an, diese Paarungsrufe sind manchmal sogar für Menschen hörbar. Unerwünschte Rivalen werden von den Paarungsquartieren rigoros vertrieben. Der Nachwuchs des Abendseglers kommt erst nach dem Winterschlaf, im Sommerquartier, zur Welt. In sogenannten „Wochenstuben“ werden die Jungen dann von den Weibchen aufgezogen.

Bei seinen langen Reisen kann es für den Abendsegler auch gefährlich werden. Windkraftanlagen sind dabei die größte Bedrohung, denn viele dieser Fledermäuse fallen den Rotoren von Windrädern oder dem veränderten Luftdruck in deren Umgebung zum Opfer.

Beobachtungstipp
Bei der Jagd sind die nachtaktiven Abendsegler spätestens kurz nach Sonnenuntergang zu beobachten. Im Herbst sind sie besonders früh „auf den Flügeln“ und manchmal sogar bereits am späten Nachmittag zu sehen. Abendsegler fliegen in Höhen von rund 10 bis 50 Metern und jagen in offenen Luftbereichen, über Gewässern oder über Baumkronen einzelner Bäume. Mit ihren langen, schmalen und spitzen Flügeln fliegen sie geradlinig, schlagen spektakuläre Haken oder stürzen sich in rasante Sturzflüge. Zur Jagd verwenden alle Fledermäuse Ultraschall-Rufe, die von den Insekten wie ein Echo zurückgeworfen werden. So können sie ihre Nahrung orten. Gewisse Ruftypen der Abendsegler, wie beispielsweise die Paarungsrufe, können manchmal sogar für Menschen hörbar sein.

Unsere Säugetiere erleben und erheben                                                                                      
Der Naturschutzbund lädt dazu ein, die heimischen Säugetierarten besser kennenzulernen, sie zu beobachten und auf www.naturbeobachtung.at – bzw. der gleichnamigen App – zu melden. Deshalb stellt er jeden Monat ein Säugetier näher vor und gibt Tipps zu seiner Beobachtung. Die Melder bekommen auf www.naturbeobachtung.at Experten-Hilfe beim Bestimmen der Arten, können sich mit anderen Naturliebhabern austauschen und erfahren Spannendes über unsere heimischen Säugetiere. Gleichzeitig unterstützen sie mit ihren Meldungen die Wissenschaftler bei der Kartierung der Tiere. Schwerpunkt des Projektes ist aktuell in Oberösterreich, dort sollen die gesammelten Beobachtungen auch in den Oberösterreichischen Säugetieratlas einfließen. Es profitieren also alle von diesem Citizen-Science-Projekt!

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).

 

 

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