Säugetier des Monats August: Die Haselmaus

Unter allen Säugetiermeldungen auf naturbeobachtung.at bis Ende August werden Bestimmungsbücher verlost

Die Haselmaus zählt wohl zu den putzigsten Bewohnern unserer Hecken und Wälder. Mit schwarzen Knopfaugen beäugt sie ihre Umgebung – vorzugsweise von oben. Denn am Boden hat die Haselmaus viele Feinde: Fuchs, Wiesel und Hermelin stellen ihr dort nach, aber auch aus der Luft droht Gefahr durch Greifvögel und Eulen. Deshalb benötigt sie einen stufigen Waldaufbau, um sich möglichst ohne Bodenkontakt fortzubewegen und bewohnt kraut- und strauchreiche Laubmischwälder. Haselmäuse sind Botschafter für vielgestaltige Hecken und Wälder mit verschiedensten heimischen Sträuchern und Bäumen. Der dämmerungs- und nachtaktive Verwandte des Siebenschläfers ist das Tier des Monats August.

© apodemus OG

Ihr Name ist irreführend: Weder ist die Haselmaus eine Maus noch besonders auf Haselnusssträucher angewiesen. Die zu den Bilchen oder Schläfern zählende Haselmaus ernährt sich je nach Jahreszeit und Region auch von Bucheckern, Eicheln, Waldfrüchten, Blüten Knospen und Insekten. Haselmäuse können Blätter nicht gut verdauen und brauchen deshalb die Vielfalt, die es nur in blühenden, bunten Hecken und artenreichen Wäldern gibt. Ihr Überleben ist eng mit einer hohen Pflanzenvielfalt verknüpft.

Eine Haselmaus hat meist mehrere kugelförmige Nester aus Gras und Blättern, auch Vogelnistkästen besiedelt sie immer wieder. Ihre Nester verströmen einen angenehmen Duft nach Tee.

BEOBACHTUNGSTIPP: Aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise sind direkte Beobachtungen von Haselmäusen äußerst selten. Ihre eindeutigen Fraßspuren an Haselnüssen könnten jedoch ihre Anwesenheit verraten. Das Loch in einer von der Haselmaus geöffneten Nuss ist kreisrund und zeigt deutliche Spuren der Zähne, diese verlaufen parallel oder leicht schräg zum Rand.

Unsere Säugetiere erleben und erheben
Der Naturschutzbund lädt dazu ein, die heimischen Säugetierarten besser kennenzulernen, sie zu beobachten und auf www.naturbeobachtung.at – bzw. der gleichnamigen App – zu melden. Deshalb stellt er jeden Monat ein Säugetier näher vor und gibt Tipps zu seiner Beobachtung. Die Melder bekommen auf www.naturbeobachtung.at Experten-Hilfe beim Bestimmen der Arten, können sich mit anderen Naturliebhabern austauschen und erfahren Spannendes über unsere heimischen Säugetiere. Gleichzeitig unterstützen sie mit ihren Meldungen die Wissenschaftler bei der Kartierung der Tiere. Schwerpunkt des Projektes ist aktuell in Oberösterreich, dort sollen die gesammelten Beobachtungen auch in den Oberösterreichischen Säugetieratlas einfließen. Es profitieren also alle von diesem Citizen-Science-Projekt!

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).


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