Overtourism: Naturschutzbund fordert Selbstbeschränkung im Tourismus

Es braucht Tourismus im Einklang mit Natur und Umwelt: Politik ist gefordert

© Hannes Braxmeier

Ob Krimmler Wasserfälle, Großglockner oder Hallstatt: Menschenmassen bevölkern Natur- und Kulturjuwele und bringen die einheimische Bevölkerung immer öfter an ihre Belastungsgrenzen – Rekordzahlen über Zuwächse im Tourismus machen dies regelmäßig sichtbar. Doch die Natur gerät zusehends in Hintertreffen. Der Naturschutzbund fordert deshalb eine Selbstbeschränkung im Tourismus!

Allein in Österreich haben sich die Ankünfte der Touristen in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Der tägliche Ansturm ist für viele Einheimische kaum noch zu ertragen. Aber auch viele Besucher finden die Touristenflut an den schönsten Orten inzwischen abstoßend. Damit sich der Tourismus nicht den Ast absägt von dem er lebt, nämlich in erster Linie von der Natur- und Kulturlandschaft, von den Bergkulissen, Seen und Mooren, müssen die Touristiker wie auch die Gemeinden und letztlich die Politiker viel sorgsamer mit der ihnen nur „geliehenen" Natur umgehen.

Intakte Naturlandschaften sind von so herausragender Qualität, dass ihr Schutz und ihre Naturvielfalt Vorrang genießen müssen. Das Ziel muss deshalb Qualitätstourismus sein. Dieser kann nur durch ein Weniger an Erschließungen, Verbauungen und Verkehr erreicht werden. Der Naturschutzbund fordert deshalb eine Selbstbeschränkung im Tourismus! Dadurch gewinnt der Tourismus - und mit ihm das Land und seine Gesellschaft. Einige Gemeinden und vor allem Nationalparks und Naturparke leben bereits vor, dass es auch anders gehen kann. Mit dem Besucherlenkungsprogramm im Biosphärenpark Nockberge, Bergsteigerdörfern der Alpenvereine oder der Initiative „RespekTiere deine Grenzen“ gibt es schon Beispiele für Tourismus im Einklang mit der Natur.

Der Naturschutzbund widmet sich in seiner Zeitschrift natur&land dem Tourismus und einer nötigen Trendwende. Darin wird aufgezeigt, wo der Hut brennt und welche Auswege möglich sind. Dabei berichtet er auch über den Tourismus-Masterplan des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, mit dem versucht wird, eine neue Qualität in der Tourismuspolitik zu erreichen. Bestellen kann man das Heft direkt beim Naturschutzbund unter T 0662/64 29 09 oder natur-land@naturschutzbund.at. Kosten: 6,50 + Versandkosten.

natur&land ist die älteste Naturschutzzeitschrift Österreichs, sie wurde am 1. Dezember 1913 erstmals herausgegeben. Die unzähligen Ausgaben geben eindrucksvoll die Probleme, Sichtweisen und Erfolge im Natur- und Umweltschutz der letzten 100 Jahr wieder – sie sind auch ein Fundus für Historiker im In- und Ausland. Sie lesen sich mitunter wie ein Krimi, so wie die Namen der Autoren sich wie das „Who is Who“ der Naturschutzszene darstellen.


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