Naturschutzbund warnt vor Aufweichung der EU-Wasserrahmenrichtlinie

Anlässlich des Weltwassertags am 22. März appelliert der Naturschutzbund an die Entscheidungsträger in Brüssel und Wien: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRR), das wichtigste Instrument zum Schutz unserer Gewässer, darf nicht angetastet werden. Angesichts der Pläne der EU-Kommission, die Richtlinie zu „überarbeiten“, warnt der Naturschutzbund vor einer gefährlichen „Verwässerung“ bestehender Standards. Stattdessen brauche es jetzt volle Kraft bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie – denn Wasserlebensräume sind die Lebensadern unserer Biodiversität.

© Josef Limberger

„Wasser ist weit mehr als eine Ressource – es ist der pulsierende Lebensraum für tausende Arten. Die Wasserrahmenrichtlinie ist das Fundament, auf dem der Schutz dieser Vielfalt steht“, betont Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes. Die Richtlinie sieht vor, dass bis 2027 alle Gewässer in der EU einen „guten Zustand“ erreichen müssen. Doch statt den Endspurt für die Umsetzung einzuleiten, signalisiert die EU-Kommission nun Gesprächsbereitschaft für Aufweichungen.

Schulterschluss mit dem Nature Restoration Law
Die WRR ist nicht nur ein eigenständiges Regelwerk, sondern auch eine tragende Säule des EU-Wiederherstellungsgesetzes (Nature Restoration Law). Die Renaturierung von Flüssen und der Erhalt von Wasserlebensräumen sind dort explizit verankert. „Wer an der Wasserrahmenrichtlinie rüttelt, bringt das gesamte Gebäude des europäischen Naturschutzes zum Einsturz“, warnt Wrbka.

Österreichs Flüsse brauchen Taten, keine Fristverlängerungen
In Österreich sind viele Fließgewässer durch Verbauung und Wasserkraftnutzung massiv unter Druck. Nur ein Bruchteil befindet sich noch in einem ökologisch guten Zustand. Vom Inn bis zum Neusiedler See sind Österreichs Gewässer durch massive Verbauung, Fragmentierung durch Wasserkraft, sinkende Wasserspiegel und schwindende Retentionsflächen unter Dauerdruck. Dass aktuell nur rund 40 Prozent unserer Flussstrecken einen ökologisch guten Zustand aufweisen, unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf: Wir müssen renaturieren, statt Schutzstandards in Frage zu stellen.

Anlässlich des Weltwassertags fordert der Naturschutzbund:

  1. Keine Aufweichung: Die Ziele der WRR müssen rechtlich bindend und in der aktuellen Form bestehen bleiben.
  2. Umsetzung statt Überarbeitung: Die verbleibende Zeit bis 2027 muss für konkrete Renaturierungsprojekte genutzt werden.
  3. Durchgängigkeit wiederherstellen: Wandernde Fische und andere Wasserbewohner brauchen freie Fließstrecken statt unüberwindbarer Barrieren.


„Der Weltwassertag darf kein Tag der leeren Versprechungen sein. Wir brauchen jetzt den politischen Mut, die Wasserrahmenrichtlinie mit aller Kraft umzusetzen, anstatt sie hinter verschlossenen Türen in Brüssel zu schwächen“, appelliert Naturschutzbund-Präsident Wrbka.

18.03.2026

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