Nahrung. Nistplätze. Natur.

Wie man Wildbienen unterstützt

Mit dem Frühling beginnt für Wildbienen die aktive Phase des Jahres. Sobald es wärmer wird, brauchen sie zwei grundlegende Voraussetzungen zum Überleben: ausreichende Nahrung und geeignete Nistplätze. Der Österreichische Wildbienenrat fasst zusammen, was für Erhalt und Förderung unserer heimischen Wildbienenarten am wirkungsvollsten ist.

© Sylvia Wanzenböck

Naturnahe Lebensräume sind entscheidend
Für den Großteil der rund 700 österreichischen Wildbienenarten ist der Erhalt und das Anlegen vielfältiger, strukturreicher Lebensräume von zentraler Bedeutung. Besonders wichtig sind:

  • blütenreiche Wiesen, Säume und extensiv genutzte Flächen,
  • ein kontinuierliches Blütenangebot aus heimischen Wildpflanzen über die gesamte Vegetationsperiode,
  • Totholzstrukturen und Altgehölze – dazu gehören auch markhaltige Pflanzenstängel,
  • vegetationsarme, besonnte Bodenstellen.


Diese Elemente stellen sowohl Nahrung als auch natürliche Nistmöglichkeiten bereit und bilden die Grundlage stabiler Populationen. Dabei sollten Nist- und Nahrungsplatz nur wenige 100 Meter auseinander liegen, denn kleine Wildbienenarten haben, aufgrund ihrer geringen Körpergröße, einen sehr kleinen Aktionsradius.

Gezielte Ergänzungen: Sandarien und Nisthilfen
Dort, wo natürliche Strukturen fehlen oder nur eingeschränkt vorhanden sind, können Ersatzmaßnahmen sinnvoll ergänzen:

  • Sandarien, um für bodennistende Arten, offene, lockere Bodenstellen zu schaffen.
  • Nisthilfen für Totholzbesiedler können fehlende Alt- und Totholzstrukturen teilweise kompensieren.


Fachgerecht geplante Nisthilfen ersetzen natürliche Lebensräume nicht, sie erweitern aber das Angebot und unterstützen einzelne Artengruppen.

Wissensvermittlung als wichtiger Baustein
Nisthilfen können auch pädagogisch wertvoll sein: Sie machen Wildbienen sichtbar, vermitteln ökologische Zusammenhänge und fördern Bewusstsein für den Schutz natürlicher Lebensräume. Dies stärkt die Akzeptanz und Unterstützung für langfristige Artenschutzmaßnahmen.

Gemeinsam Lebensräume stärken
Der wirksamste Beitrag zum Wildbienenschutz entsteht durch das Zusammenspiel vieler Maßnahmen: naturnahe Bewirtschaftung, blühende Gärten und öffentliche Flächen, Strukturvielfalt sowie gezielte Ergänzungen an geeigneten Standorten. Wird zusätzlich Saatgut zur Verbesserung der Pflanzenvielfalt auf Flächen verwendet, sollte dieses heimisch und am besten regionaler Abstammung sein. Der Österreichische Wildbienenrat lädt alle Bürger*innen, Gemeinden und Landnutzer*innen ein, aktiv zu werden – damit Wildbienen in Österreich auch künftig ausreichend Nahrung und sichere Nistplätze finden.

Mehr Infos in diesem Folder und auf der Website: Was Wildbienen zum (Über-) Leben brauchen

Der Österreichische Wildbienenrat ist ein Zusammenschluss von Expertinnen und Experten für Wildbienen, Insekten, Bestäubungsökologie und Biodiversität. Seit seiner Gründung 2019 arbeitet er eng mit dem Naturschutzbund Österreich zusammen. Weitere Informationen dazu gibt’s HIER.

03.03.2026

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