Bereits seit Jahrzehnten ist Hildegard Breiner als Grande Dame der Natur- und Umweltbewegung gegen Atomenergie, für erneuerbare Energien und im Natur- und Umweltschutz aktiv. Als Anti-Atom-Aktivistin der ersten Stunde war sie schon im Widerstand gegen die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf engagiert. Von 1995 bis 2026 war Hildegard Breiner zudem Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg. Am 30. Juni 2026 erhielt sie für ihr herausragendes Engagement den Österreichischen Naturschutzpreis, die höchste Auszeichnung des Naturschutzbundes Österreich.
Seit 30. Juni 2026 ist Hildegard Breiner, langjährige Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg sowie Präsidialmitglied des Naturschutzbundes Österreich, offizielle Trägerin des Österreichischen Naturschutzpreises. Die Medaille, wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes Vorarlberg in Dornbirn von Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes Österreich, übergeben.
Österreichischer Naturschutzpreis
Der Österreichische Naturschutzpreis wird seit 1975 vom Naturschutzbund Österreich vergeben und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen im österreichischen Natur- und Umweltschutz. Geehrt werden Persönlichkeiten, die mit hoher fachlicher Kompetenz, gesellschaftspolitischer Relevanz und Zivilcourage zur öffentlichen Auseinandersetzung mit Umwelt- und Naturschutzthemen beitragen. Besonders gewürdigt werden mutiges öffentliches Auftreten und nachhaltiger Einsatz für den Schutz von Natur und Umwelt.
Die Medaille des Preises zeigt die athenische Eule – ein Symbol für Weisheit, Wachsamkeit und wissenschaftliche Erkenntnis. Gleichzeitig steht sie für das erwachende Bürgerbewusstsein und erinnert an die Ursprünge der europäischen Demokratie im antiken Griechenland.
Der Österreichische Naturschutzpreis ging in der Vergangenheit unter anderem an Dolores Bauer (1980), Friedensreich Hundertwasser (1981), Freda Meissner-Blau (1985), Thomas Wizany (2011), Bluatschink (2013) und Kurt Kotrschal (2017).
Hildegard Breiner: Anti-Atom-Aktivistin der ersten Stunde
Bereits 1978 war Hildegard Breiner gemeinsam mit ihrem Mann Franz Viktor im Widerstand gegen die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf engagiert. Der Einsatz trug Früchte: 85 Prozent der Vorarlberger stimmten gegen Zwentendorf und lieferten die entscheidenden Stimmen für den knappen Ausgang der Volksabstimmung. Doch dies war erst der Anfang des Anti-Atom-Engagements „der Breiners“, das Hildegard Breiner bis heute konsequent fortsetzt. Unter anderem erhielt sie dafür den Nuclear-Free Future Award in Jaipur. Der „weltweit wichtigste Anti-Atom-Preis“ (taz, Berlin) ehrt seit 1998 Visionäre und Aktivisten, die sich beispielhaft für eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie einsetzen.
Mutter der SonnenSchein-Kampagne
Anti-Atom-Aktivist*innen sind Trendsetter*innen. Das bewies Hildegard Breiner, als sie 1996 die „SonnenSchein-Kampagne“ ins Leben rief, um die Vorarlberger*innen für die Photovoltaik zu sensibilisieren. Sie erreichte, dass die Landesregierung Mittel für Öffentlichkeitsarbeit und den Bau von Photovoltaikanlagen bereitstellte. Die Kampagne war erfolgreich: Bereits in den ersten beiden Jahren wurden in 30 der 96 Vorarlberger Gemeinden Solarstrom-Gemeinschaftsanlagen errichtet. Aus dieser Kampagne gingen mehrere Folgeaktionen hervor, z.B. das SonnenSchein-Stipendium, das diese zukunftsweisende Technologie auch in Länder des Südens, wie etwa Sierra Leone, Nigeria etc. brachte, sowie die Aktion „40 Sonnenkindergärten in Vorarlberg“.
Grande Dame der Natur- und Umweltbewegung
30 Jahre lang war Hildegard Breiner Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg, über Jahrzehnte hinweg war sie auch im Präsidium des Naturschutzbundes Österreich aktiv. Breiner trotzt Widerständen stets gelassen und mit der nötigen Weitsicht. Mit wohlüberlegten Argumenten gepaart mit Charme bringt sie ihre Kritiker*innen zum Nachdenken. Ihre Begeisterung, mit der sie ihre Erfahrungen mit jungen Aktivist*innen teilt, ist ansteckend und ermutigt zum Weitermachen – denn „Ausdauer ist die Macht der Ohnmächtigen“, wie Breiner selbst immer wieder bewiesen hat.
„Ich gratuliere Hildegard Breiner – im Namen des gesamten Naturschutzbundes – aufs Herzlichste für diese hohe und höchst verdiente Auszeichnung für ihr unvergleichliches und unbeirrbares Engagement für den Schutz unserer heimischen Natur und Umwelt“, sagt Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes Österreich.
01.07.2026