Geben wir dem Wolf eine Chance!

Petition – Dialogforum – Info-Videos | naturschutzbund | appelliert: Wenn er kommt, dann soll er bleiben dürfen!

Vor etwa 150 Jahren wurde der Wolf in Österreich ausgerottet. Seit Jahrzehnten durchwandern wieder einzelne Tiere unser Land – am Truppenübungsplatz Allentsteig in NÖ hat sich sogar inzwischen ein Rudel niedergelassen. Dank des EU-weiten Schutzes erholten sich die Wolfsbestände in vielen europäischen Ländern, womit auch der Grundstein für die Wiederbesiedlung jener Länder gelegt war, in denen Wölfe durch die Jagd zwischenzeitlich verschwunden waren. Österreich ist das letzte Alpenland, in das der Wolf nun zurückkehrt. Was die einen freut, sorgt bei anderen für Aufregung, Ängste und Sorgen, bisweilen sogar für Ablehnung. Der Naturschutzbund wirbt nun mit Information und Dialog für die Akzeptanz des Wolfs.

Dialog - Information– Petition

© Josef Limberger

Um Akzeptanz zu schaffen und Lösungen für eine Koexistenz von Wolf und Mensch zu finden, sucht der  Naturschutzbund mit allen Seiten das Gespräch. Im Rahmen eines ersten Dialogforums kamen bereits im Herbst Vertreter aller Interessensgruppen zusammen – vom Schafbauern bis zum Tourismusvertreter, vom Jäger bis zum Naturschützer waren alle dabei. Eine weitere Dialogrunde wird es demnächst im Frühjahr geben, wo weiter an einer für alle tragbaren Basis für den Umgang mit dem Wolf gearbeitet wird.

Für interessierte Einzelpersonen bietet der Naturschutzbund ab sofort Info-Kurzvideos auf seiner Website an: In leicht verständlicher Weise gehen Experten auf die häufigsten Fragen zum Thema Wolf ein. Weitere Filme folgen.

Info-Filme auf www.naturschutzbund.at

Der Naturschutzbund gibt mit seiner Petition auch jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit, sich zur Rückkehr des Wolfes zu bekennen und damit auch zu unterstützen. Er appelliert damit an die zuständige Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie an die politisch Verantwortlichen der Bundesländer, dem Wolf auch in Österreich eine Chance zu geben.

Petition unterstützen auf www.naturschutzbund.at

Was die Wolfgegner sagen und was der Naturschutzbund erwidert…

Wir brauchen den Wolf nicht. Doch, denn der Wolf erfüllt Aufgaben, die wir Menschen nicht schaffen!

Der Wolf ist ein wichtiger Teil unseres Ökosystems, denn er trägt zur natürlichen Stabilität unserer Umwelt bei. Wölfe ernähren sich zu 95 % von Reh, Rothirsch und Wildschwein. So könnte der Wolf als natürlicher Feind die in Österreich teils überbordenden Rotwild- und Wildschweinpopulationen helfen zu verkleinern, was auch den Wildverbiss in Wäldern reduzieren und zur Erholung der alpinen Schutzwälder beitragen würde. Wild ist bei Anwesenheit von Wölfen aufmerksamer, fitter und gesünder.

Auch Aasfresser wie Geier und Adler profitieren von der Rückkehr des Wolfes, denn sie leben von dem, was der Wolf übriglässt. Fuchs und Goldschakal bekommen mit dem Wolf wieder einen natürlichen Feind; deren Reduktion wirkt sich wiederum positiv auf die Populationen von Vögeln und Nagetieren aus.

Der Naturschutzbund fordert: Wenn der Wolf kommt, dann soll er bleiben dürfen, denn er tut unserem Ökosystem gut!

Der Wolf ist nicht gefährdet! Doch, denn in Österreich gibt es kaum Wölfe!

Der Wolf gilt in Österreich laut der Roten Liste der gefährdeten Arten als ausgestorben, ausgerottet oder verschollen. Mit dem erstmaligen Nachwuchs am Truppenübungsplatz Allentsteig im Sommer 2016 sowie 2017 gibt der Wolf ein deutliches Zeichen, dass er wieder da ist. Mit derzeit vermuteten ca. 20 Wölfen in ganz Österreich, von denen rund die Hälfte durchziehende Einzeltiere sind, sind wir aber weit davon entfernt, den Wolf als „nicht gefährdet“ einstufen zu können.

Der Naturschutzbund fordert einen sorgsamen Umgang mit den Daten und dass Österreich seinen Beitrag zum europäischen Wolfbestand leistet!

Herdenschutz bringt nichts. Doch, Herden können sehr wohl effektiv geschützt werden!

Wir müssen uns wieder auf alte Traditionen zum Schutz der uns anvertrauten Haustiere besinnen! Nur so können Zwischenfälle verhindert werden. Herdenschutzhunde sind dabei ebenso ein erprobtes Mittel wie Zäune. Langjährige Erfahrungen unserer Nachbarländer zeigen, dass diese Methoden bei richtiger Durchführung Schafe, Ziegen und Rinder effektiv schützen. So gab es laut einer Recherche der European Wilderness Society im Schweizerischen Calanda-Gebiet keinen einzigen nachgewiesenen Schaden in den letzten Jahren – seit die Schutzmaßnahmen lückenlos umgesetzt wurden. Effektiver Herdenschutz ist jedoch aufwändig.

Der Naturschutzbund fordert deshalb staatliche Unterstützung für die österreichischen Bauern, so wie es die EU bereits vorschlägt!

 

Rückfragehinweis für Journalisten:

Dr. Leopold Slotta-Bachmayr, Leiter des | naturschutzbund |-Wolfprojekts
Tel. 0664/282 8667, wolf@naturschutzbund.at

 Pressetext als Word-file (0,1 MB)

 

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