Feldhasen auch über Ostern hinaus unterstützen

Kuschelige Sympathieträger unserer Kulturlandschaften

Der Hase gehört zu Ostern wie Küken und bunte Eier. Als Osterhase ist er aus unserer Kultur kaum wegzudenken und steht seit Jahrhunderten für Fruchtbarkeit, Neubeginn und den Frühling. Doch während er in Geschichten und Bräuchen allgegenwärtig ist, bleibt uns sein „echtes“ Leben oft verborgen. Der Naturschutzbund bringt Licht ins Leben unserer heimischen Langohren.

© Sylvia Marchart

Der Feldhase, Lepus europaeus, ist ein typischer Bewohner offener Kulturlandschaften wie Felder, Wiesen und weiter Agrarflächen. Anders als viele vermuten, lebt er nicht in unterirdischen Bauen, sondern ruht tagsüber in sogenannten „Sassen“ – flachen Mulden im Boden, die ihm Schutz und Tarnung bieten. Feldhasen sind Einzelgänger und vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Mit ihren langen Hinterbeinen erreichen sie hohe Geschwindigkeiten – bis zu 70 bis 80 km/h – und schlagen bei Gefahr typische Haken, um Fressfeinden wie Rotfuchs, Dachs, Steinmarder oder Greifvögeln zu entkommen. Auffällig sind auch ihre langen Löffel, die unabhängig voneinander beweglichen Ohren, mit ihren schwarzen Spitzen und ausgezeichnetem Hörsinn. Weibliche Feldhasen können drei- bis viermal im Jahr von ein bis fünf Junge zur Welt bringen, die bereits voll behaart und sehend geboren werden. Die Feldhasenjungen sind beinahe geruchslos und sind so gut vor Fressfeinden geschützt. Sie sind bereits von Geburt an – physisch wie auch motorisch – an das Leben in offenen Lebensräumen angepasst.

© Sylvia Marchart

Feldhase & Wildkaninchen
Oft werden unsere heimischen Feldhasen mit den nicht heimischen Wildkaninchen, Oryctolagus cuniculus, verwechselt. Häufig werden Feldhasen, egal welchen Geschlechts, für Feldhasen-Männchen und Wildkaninchen für Feldhasen-Weibchen gehalten. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Arten jedoch deutlich in Aussehen und Verhalten. Feldhasen sind größer, haben längere Ohren mit schwarzen Spitzen und kräftigere Hinterbeine. Sie leben einzeln und nutzen keine selbstgegrabenen Baue. Wildkaninchen hingegen sind kleiner, kompakter gebaut und leben gesellig in Kolonien mit weit verzweigten unterirdischen Bauen. Auch ihre Jungen unterscheiden sich stark: Während junge Hasen bereits weit entwickelt zur Welt kommen, sind Kaninchenjunge nackt, blind und auf den schützenden Bau angewiesen. Im Gelände erkennt man Wildkaninchen zudem gut an ihren kurzen Ohren ohne schwarze Spitzen. Die Anwesenheit von Wildkaninchen spielt in der Populationsdynamik von Feldhasen eine untergeordnete, meist vernachlässigbare Rolle, sofern die Landschaft strukturreich genug ist, um sich aus dem Weg zu gehen.

Feldhasenpopulationen gehen zurück
Trotz seines hohen Bekanntheitsgrads sind Feldhasenpopulationen in vielen Regionen Europas rückläufig. Hauptursache ist der Wandel in der Landwirtschaft: Große, strukturarme Felder, häufige Mahd sowie der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln reduzieren sowohl die Nahrungsvielfalt als auch geeignete Rückzugsräume. Feldhasen sind auf abwechslungsreiche Landschaften mit Feldrainen, Hecken und Brachen angewiesen, die heute vielerorts fehlen. Hinzu kommen weitere Gefahren wie der Straßenverkehr, Prädation sowie Störungen durch intensive Freizeitnutzung. Besonders kritisch ist die Zeit der Jungenaufzucht, in der Feldhasenjunge leicht durch landwirtschaftliche Arbeiten zu Tode kommen: Jährlich sterben in Österreich rund 20.000 bis 30.000 Feldhasen direkt durch mechanische Bearbeitung von Wiesen und Feldern – davon über 80 Prozent Jungtiere. Die Besatzdichte mit durchschnittlich unter 10 Hasen pro 100 ha liegt weit hinter den ökologischen Zielwerten.

Langohr oder Kurzohr entdeckt?
Dann bitte die Beobachtung via Foto auf der Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App teilen. So können Expert*innen mehr zur Entwicklung der Bestände von Feldhasen und Wildkaninchen herausfinden und den Lebensraum dieser sympathischen Arten langfristig sichern.

Woher kommen sie ursprünglich? Wo kommen sie heute vor? Welche Lebensräume bevorzugen sie? Wie ist ihr soziales Verhalten? Wovon ernähren sie sich? Wie steht‘s um ihre Fortpflanzung? … Wenn Sie zu Fragen wie diesen mehr wissen wollen, gelangen Sie HIER zum Factsheet „Feldhase versus Wildkaninchen“.

30.03.2026

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