Die Zukunft der Wildkatze entscheidet sich zwischen unseren Wäldern

Zum Internationalen Tag der Katze

Naturschutzbund fordert gesetzlichen Schutz von Wildtierkorridoren in Österreich

Anlässlich des Internationalen Tags der Katze am 8. August macht der Naturschutzbund Österreich auf die Situation der Europäischen Wildkatze aufmerksam. Die scheue Waldkatze kehrt nach fast vollständiger Ausrottung langsam nach Österreich zurück. Ihr langfristiges Überleben hängt jedoch entscheidend davon ab, dass ihre Lebensräume miteinander verbunden bleiben.

„Die Wildkatze braucht naturnahe Wälder – vor allem aber sichere Verbindungen mit ausreichend Deckung zwischen diesen. Ohne funktionierende Wildtierkorridore bleiben Populationen isoliert, der genetische Austausch wird erschwert und das Aussterberisiko steigt“, erklärt Lucas Ende, Artenschutzkoordinator beim Naturschutzbund Österreich.

© Christian Deschka

Hohe Verluste durch Straßenverkehr
Straßen, Gewerbeparks, Siedlungen und andere Infrastruktur zerschneiden zunehmend unsere Landschaft. Viele Waldgebiete sind heute wie Inseln voneinander getrennt. Gerade für wandernde Wildkatzen stellen stark befahrene Straßen oft unüberwindbare Barrieren dar. Jedes Jahr sterben zahlreiche Wildtiere im Straßenverkehr, darunter auch Wildkatzen. Gleichzeitig werden Vernetzung bestehender Vorkommen und Wiederbesiedlung geeigneter Lebensräume erschwert.

Dabei profitieren nicht nur Wildkatzen von einem funktionierenden Lebensraumverbund. Auch Luchs, Rothirsch, Amphibien und viele weitere Arten sind auf ökologische Korridore angewiesen. Strukturreiche Landschaften erhöhen zudem die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Wildtierkorridore brauchen gesetzlichen Schutz
Der Naturschutzbund fordert daher einen bundesweit verbindlichen gesetzlichen Schutz von Wildtierkorridoren. Diese müssen in der Raumplanung und bei Infrastrukturprojekten frühzeitig berücksichtigt werden, um eine weitere Zerschneidung unserer Landschaft zu verhindern. Bestehende Engstellen sollten durch Grünbrücken, Wilddurchlässe und Renaturierungsmaßnahmen entschärft und vor der Verbauung durch umzäunte Freiflächenphotovoltaik geschützt werden.

„Die Rückkehr der Wildkatze ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. Ob sie dauerhaft Teil unserer heimischen Tierwelt bleibt, entscheidet sich jedoch nicht nur im Wald, sondern auch in der Raumnutzung zwischen unseren Wäldern. Wildtiere brauchen miteinander verbundene Lebensräume – und diese endlich einen wirksamen gesetzlichen Schutz“, so Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes Österreich.

Hintergrund
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) galt in Österreich lange als regional ausgestorben. Dank intensiver Bemühungen um die Sammlung von Wildkatzensichtungen durch Mitglieder der Plattform Wildkatze, die vom Naturschutzbund koordiniert wird, konnte in den vergangenen Jahren sogar eine Fortpflanzung der Waldkatze dokumentiert werden. Die Nachweise gelangen im südlichen Kärnten, in der Wachau und im südlichen Burgenland. Die Wiederherstellung der ökologischen Vernetzung ist eine zentrale Voraussetzung für die langfristige Rückkehr der scheuen Waldbewohnerin. Der Naturschutzbund Österreich setzt sich aktiv dafür ein, den Lebensraum der Wildkatzen zu verbessern und ihnen zum Beispiel durch das Pflanzen von Hecken die Ausbreitung in Österreich zu erleichtern.

Mithilfe gefragt
Wenn man vermutet, eine Wildkatze gesichtet zu haben, bitte Fotos des Tiers an die Naturschutzbund-Wildkatzenmeldestelle schicken: https://naturschutzbund.at/wildkatzenmeldung.html

Die Daten bilden die Basis für aktive Schutzmaßnahmen für unsere gefährdete, wilde Waldbewohnerin.

04.08.2026

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